400 Trailläufer glücklich in Ratschings

Ratschings Mountain Trails
400 Trailläufer glücklich in Ratschings

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.07.2026
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Einmal mehr hat David Reichl (xc-run.de) sein Potenzial im alpinen Gelände unter Beweis gestellt. Bei der sechsten Auflage der Ratschings Mountain Trails im Ski- und Wandergebiet Ratschings-Jaufen spielte der 25-jährige Deutsche seine ganze Klasse aus. Reichl übernahm direkt nach dem Start die Sky-Trail-Führung und setzte sich auf den technischen Passagen der 27 Kilometer langen Strecke (1.610 Höhenmeter) nach und nach von seinen Verfolgern ab. Nach einem packenden Rennen stoppte die Uhr für ihn nach hervorragenden 2:44:05 Stunden. „Es war genial und ich laufe einfach extrem gerne hier in Südtirol. Der Lauf ist traditionell, es steckt sehr viel Liebe im Event und das merkt man. Die Strecke ist top, hat sehr viele technische Passagen. Mir taugt die Landschaft, es ist ähnlich vom Terrain wie bei uns in Bayern. Die Aufwärtspassgen kommen mir entgegen und dort habe ich das Rennen heute entschieden. Das erste Uphill war für mich persönlich das Highlight. Die Höhe macht mir nichts aus und es war heute angenehm. Für meine nächsten Rennen bei der Golden Trails World Series nehme ich ein sehr gutes Gefühl mit“, freute sich Reichl im Ziel. Den zweiten Platz sicherte sich Martin Griesser vom Laufverein ASV Freienfeld (2:46:17 Stunden), während Vorjahressieger Luca Clara (Martini Speed Team, 2:52:28 Stunden) das Podium komplettierte.

Die schönsten Bilder der Ratschings Mountain Trails 2026 findet ihr oberhalb sowie unterhalb dieses Artikels.

Auch bei den Frauen gab es beim Sky Trail eine besonders beeindruckende Leistung zu sehen. Die 30-jährige Brixnerin Silvia Eisenstecken feierte ein perfektes Debüt in Ratschings. Trotz Halsschmerzen am Morgen knackte sie als einzige Athletin im Feld die 4-Stunden-Marke. Nach 3:53:11 Stunden überquerte sie völlig überrascht, aber überglücklich als Siegerin die Ziellinie beim Rinner-Lift. „Es fühlt sich sehr gut an dieses Rennen gewonnen zu haben. Mit einem Erfolg habe ich nicht gerechnet, der Sieg ist eine Überraschung. Die Kulisse war echt der Hammer, atemberaubend, wobei ich mich die ganze Zeit auf den Lauf konzentriert und wenig genossen habe. In der Früh ist es mir nicht so gut gegangen, ich hatte leichte Halsschmerzen und war ein wenig unsicher. Aber das hat sich dann bald gelegt“, so die glückliche Siegerin. Die weiteren Podestplätze bei den Damen gingen an Viktoria Großgasteiger (4:04:45 Stunden) und Christine Rabensteiner (SG Eisacktal, 4:11:20 Stunden).

Innerebner und Wirth auf der Mountain-Trail-Distanz nicht zu schlagen

Auf der kürzeren Distanz, dem Ratschings Mountain Trail über 17,7 Kilometer und 950 Höhenmeter, wurden die Favoriten ihrer Rolle vollauf gerecht. Der 46-jährige Sarner Andreas Innerebner (ASC Lauffreunde Sarntal Raiffeisen) feierte bereits seinen vierten Sieg. Er distanzierte die Konkurrenz deutlich und verteidigte seinen Vorjahreserfolg in 1:26:27 Stunden. „Diese Strecke liegt mir eigentlich ganz gut. Auf dem flachen Anfangsteil waren wir noch zu dritt, danach konnte ich im Steilen meine Stärken ausspielen und einen Vorsprung herauslaufen. Den Schlussteil habe ich dann richtig genossen und den Vorsprung ins Ziel gebracht. Es war wieder ein schönes Erlebnis und ich freue mich natürlich über diesen nächsten Erfolg hier in Ratschings“, bilanzierte Innerebner zufrieden. Rang zwei ging an den Grödner Samuel Demetz (1:32:35 Stunden), gefolgt von David Thöni (ASV Gossensass Skialp) in 1:36:45 Stunden.

Bei den Frauen gelang der in Oberbayern wohnhaften Babinja Wirth (TSV Ebermannstadt) ebenfalls die Titelverteidigung. Sie verbesserte ihre Vorjahreszeit um mehr als sechs Minuten und finishte in 1:51:13 Stunden – eine Zeit, mit der sie nur zwölf Männern den Vortritt lassen musste. „Es war wie schon im Vorjahr ein unglaublich toller Lauf und mir hat es sehr gefallen. Die Landschaft ist einmalig, alle Menschen sind so freundlich. Ich kann jeder und jedem nur empfehlen, hier einmal an den Start zu gehen. Im Gegensatz zu 2025 habe ich mich heuer ein bisschen besser vorbereitet, was auch die Verbesserung meiner Zeit erklärt. Ob ich nächstes Jahr wieder dabei sein werde? Ich möchte auf alle Fälle wieder an der Startlinie stehen“, schwärmte Wirth nach ihrem Triumph. Ihr folgten die beiden Grödnerinnen Sofia Demetz (LC Bozen, 1:55:01 Stunden) und Nora Goller (Gherdeina Runners, 1:55:24 Stunden) auf den Plätzen zwei und drei.

Starke Staffeln und prominente Gesichter im Zuschauerraum

Neben Einzelläufern konnten auch Zweierteams beim Mountain Trail an den Start gehen. Bei den Männern triumphierte das aus Matthäus Schwitzer und Felix Brunner bestehende Duo "Die Zwoa 10er" in 1:43:44 Stunden. Die Frauen-Wertung entschieden die beiden Nachwuchs-Langläuferinnen Emma und Marie Schwitzer für sich (1:55:59 Stunden), während die gemischte Staffel an die "Just Married Mountain Crew" ging (1:49:29 Stunden). Für sportlichen Glanz auf und an der Strecke sorgten zudem prominente Gäste wie Biathlon-Europameister Patrick Braunhofer, der selbst mitlief, und Rodel-Olympiasieger Simon Kainzwaldner.

Insgesamt sorgten rund 400 Trail-Läuferinnen und -Läufer, inklusive der Kinder beim Minitrail, für ein rekordverdächtiges, buntes Treiben. OK-Chef Hanspeter Schölzhorn zog am Ende bei bestem Laufwetter mit leicht bewölktem Himmel eine durchweg positive Bilanz und dankte dabei auch den zahlreichen Helfern.