Richard Ringer und Samuel Fitwi werden am 25. Oktober beim Mainova Frankfurt-Marathon an den Start gehen. Dies wurde gestern bei einer Pressekonferenz mit den beiden Athleten in Frankfurt bekannt gegeben. Mit ihren Bestzeiten von 2:04:45 beziehungsweise 2:05:46 Stunden stehen Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) und Richard Ringer (LC Rehlingen) in der Liste der schnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten auf den Plätzen zwei und drei. Fitwi und Ringer, der im April auf der nicht Rekord-konformen Strecke in Boston 2:04:47 gelaufen war, wollen sogar versuchen, die deutsche Bestzeit zu unterbieten. Beide gehören zur europäischen Marathonspitze und werden im August auch bei den Europameisterschaften in Birmingham starten.
„Dass wir Samuel und Richard verpflichten konnten, spricht für die Strahlkraft des Mainova Frankfurt-Marathons. Wir werden ihnen bestmögliche Rahmenbedingungen für ihre Rennen bieten. Und vielleicht können wir - wie 2015 mit Arne Gabius - wieder deutsche Marathongeschichte schreiben“, sagte Race-Direktor Jo Schindler. Vor elf Jahre hatte Arne Gabius in Frankfurt mit einer Zeit von 2:08:33 Stunden den damals 27 Jahre alten deutschen Rekord von Jörg Peter gebrochen.
Während es für beide Läufer der erste Marathon-Start in Frankfurt sein wird, kennt Richard Ringer das Rennen bereits. 2018 lief er hier als Tempomacher für Arne Gabius. So wurde der Mainova Frankfurt-Marathon zum Ausgangspunkt seiner Straßenlauf- und Marathon-Karriere. „Ich habe beste Erinnerungen an das Rennen und freue mich sehr, hier am 25. Oktober laufen zu können“, sagte der 37-jährige Richard Ringer, der 2022 in München sensationell den EM-Titel im Marathon gewann. „Wenn wir bei der EM auf das Podest laufen und dann in Frankfurt eine 2:04-Stunden-Zeit und vielleicht sogar einen deutschen Sieg erreichen, dann hätten wir alles richtig gemacht“, sagte Richard Ringer, der natürlich auch darauf verwies, dass nach der EM eine sehr schnelle Regeneration nötig ist. „Aber ich erwarte bei der EM auch aufgrund der sehr hügeligen Strecke kein schnelles Rennen. Das wird wie ein Long-Run und dann entscheiden die letzten zehn Kilometer.“
„Ich freue mich sehr auf ein weiteres großes Rennen in Deutschland. Ich wohne ja nicht so weit weg, so dass es quasi ein Heimrennen wird für mich“, sagte Samuel Fitwi. Der 30-Jährige hatte vor wenigen Wochen in Hamburg seine Bestzeit auf 2:04:45 steigern können. „Frankfurt hat eine superschnelle Strecke. Ich möchte versuchen, mich nochmals zu verbessern. Natürlich möchte ich immer gerne gewinnen und das am besten mit einem deutschen Rekord. Aber eine persönliche Bestzeit und ein Podiums-Platz, das wäre super für mich.“ Beide Läufer erreichten im April außergewöhnliche Platzierungen bei ihren Marathonläufen. Fitwi wurde in Hamburg Zweiter und war der erste deutsche Läufer seit 1999 - damals war Carsten Eich ebenfalls Zweiter -, der im Männerrennen dort einen Podestplatz erreichte. Richard Ringer lief in Boston auf Platz acht und war der erste deutsche Läufer seit fast 100 Jahren, der bei dem Klassiker im Rennen der Männer eine Top-10-Platzierung schaffte. 1932 hatte Paul de Bruyn in Boston gewonnen.





