Eisiger Lauf-Showdown auf Formel-1-Strecke

Ring Running Series Hockenheim 2025
Eisiger Lauf-Showdown auf Formel-1-Strecke

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.11.2025
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Selten war es auf dem Hockenheimring bei einer Laufveranstaltung so kalt wie am vorletzten November-Samstag, an dem die Ring Running Series Hockenheim in ihre nächste Runde ging. Am frühen Morgen lagen die Temperaturen teils deutlich unter dem Gefrierpunkt, zum ersten Start um 10:00 Uhr war es dann minimal wärmer, aber immer noch extrem kalt. Dementsprechend dick eingepackt nahmen viele der gut 2.100 Laufbegeisterten, die an den Start gingen, das Rennen in Angriff.

Fotograf Norbert Wilhelmi war bei der Ring Running Series Hockenheim 2025 vor Ort. Seine schönsten Bilder findet ihr oberhalb sowie unterhalb dieses Artikels.

Die Mehrheit der Läuferinnen und Läufer hatte sich für den Halbmarathon entschieden. Den Vortritt ließen die Halbmarathon-Starter den Marathon-Teilnehmenden, die ab 10:00 Uhr im Rolling-Start-Verfahren auf die Strecke geschickt wurden. Ab 11:00 Uhr lief dann auch der Halbmarathon. Als die ersten Halbmarathonläufer auf die Strecken gingen, hatte Jonas Hünersen vom Laufteam TU-Bergakademie Freiberg schon über 16 Kilometer absolviert. Die ersten rund 25 Kilometer war er gemeinsam mit dem Berliner Jan Höing unterwegs. Dann setzte sich Hünersen aber ab und lief einem verdienten Marathonsieg entgegen. Diesen machte er nach 2:37:01 Stunden zwischen wehenden Zielfahnen, wie man sie aus der Formel 1 kennt, perfekt.

Zweiter wurde Stefan Eichheimer (VfL Bensheim), der sich auf den letzten drei Kilometern noch an Höing vorbeischieben konnte. Er kam nach 2:41:48 Stunden ins Ziel. Jan Höing folgte in 2:42:31 Stunden auf dem erstklassigen Bronze-Rang. Ebenfalls einen weiteren sehr starken Marathon lief auch Björn Rauh von den Roadrunners Südbaden. Der Offenburger überzeugte im Herbst erst beim Night Run Gengenbach, dann Mitte Oktober mit Gesamtplatz sechs und gleichzeitig drittschnellster Europäer beim Tirana Marathon mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:45:07 Stunden. Auf dem Hockenheimring verbesserte er sich erneut knapp auf nun 2:45:02 Stunden, was ihm einen ungefährdeten vierten Platz einbrachte.

Cerna und van Vlerken die schnellsten Frauen

Bei den Frauen sah es auf den ersten Kilometern nach einem Marathon-Duell zwischen Verena Cerna (SSV Ulm 1846) und Laurine Freitag (LGV Marathon Gießen/Asics Frotrunner) aus. Bei der ersten Zwischenzeit nach 3,3 Kilometern lang Freitag noch sieben Sekunden in Führung. Dann enteilte ihr Cerna aber nach und nach. Nach 34,8 Kilometern betrug der Abstand zwischen den beiden schnellsten Marathonläuferinnen des Tages noch 2:17 Minuten. Auf dem finalen Rennabschnitt drehte Laurine Freitag dann aber nochmals auf und kam noch bis auf 1:13 Minuten ran. Am Ende gewann nichtsdestotrotz Verena Cerna in 2:51:19 Stunden vor Laurine Freitag (2:52:32 Stunden) und Inga Thelen (Laufteam Kassel), die in 2:59:33 Stunden ebenfalls noch unter der 3-Stunden-Grenze bleiben konnte. Über die volle Marathondistanz waren es dieses Mal 359 Finisher.

Ring Running Series Hockenheim 2025
Norbert Wilhelmi

Deutlich mehr, nämlich 1.741 Halbmarathonläufer, erreichten über die halbe Distanz das Ziel. Am schnellsten liefen Dominik Sowieja (TSG 1845 Heilbronn) und Yvonne van Vlerken (Vonsy’s Tri Family). Dominik Sowieja siegte in 1:08:30 Stunden vor dem deutlich winterlicher gekleideten US-Amerikaner Seth Frazer (1:08:55 Stunden) und dem Schweizer David Moser (TV Länggasse, 1:13:21 Stunden). Yvonne van Vlerken durfte sich in Hockenheim nach 1:15:36 Stunden über eine neue Halbmarathon-Bestzeit freuen. Vorjahressiegerin Leah Hanle (TSV Holzelfingen, 1:16:36 Stunden) landete mit genauer einer Minute Rückstand dieses Mal auf Rang zwei. Dritte wurde Elina Gradl, die wie die siegreiche Niederländerin in der Altersklasse W45 startet (SC Kemmern, 1:20:55 Stunden).

Ring Running Series Hockenheim 2025
Norbert Wilhelmi

Besondere Bedingungen als zusätzliche Herausforderung

Welch beeindruckende Leistungen einige an diesem Tag gezeigt hatten, wurde deutlich, indem man sich nach dem Lauf mit den Finishern austauschte. „Ich bin hier heute zum zweiten Mal über die Halbmarathon-Distanz gestartet“, berichtete ein erfahrener Marathonläufer und ergänzte: „Das Event ist zweifelsohne etwas Besonderes. Dass an der Getränkestelle manche Getränke aber eingefroren waren, war suboptimal und nichts für empfindliche Mägen.“ Trotz unangenehm kalter Temperaturen überzeugte die Ring Running Series Hockenheim 2025 einmal mehr mit ihrem besonderen Flair der Hockenheimer Rennstrecke. So konnten 2.100 Laufbegeisterte den Lauf finishen und sich im Ziel über eine wohlverdiente Finisher-Medaille freuen.

Auch das Organisationsteam freute sich. „Wir freuen uns heute nicht nur über einen neuen Finisher-Rekord, sondern auch ganz besonders über die unzähligen strahlenden Gesichter unserer Teilnehmer. Für uns als Veranstalter gibt es kein schöneres Gefühl als Freude und Emotionen im Ziel zu beobachten, denn dies zeigt uns, dass sich unsere lange Vorbereitung gelohnt hat. Ein großes Dankeschön gilt heute allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit uns heute ihren Saisonabschluss auf dem Hockenheimring gefeiert haben, aber auch der ASG Tria Hockenheim, die uns wieder tatkräftig an den Verpflegungsstationen unterstützt und zudem mit uns die gemeinsame Kilometer-Fresser-Wertung durchgeführt hat. Wir bedanken uns ebenso bei der Hockenheim-Ring GmbH, dass wir mit unserer Ring Running Series erneut zu Gast auf der Motorsportstrecke sein durften“, so Björn Steinmetz vom Organisationsteam.