Kenias Newcomer Dennis Kipkogei könnte beim Gutenberg Halbmarathon Mainz am Sonntag in den Mittelpunkt rücken. Der 24-Jährige wird erst sein zweites Rennen außerhalb Kenias laufen, nachdem er beim Berliner Halbmarathon vor sechs Wochen für Furore gesorgt hatte. Der Freund und Trainingspartner von Amanal Petros hatte für den deutschen Rekordler Tempoarbeit geleistet bevor er dann im letzten Abschnitt noch an die Spitze gelaufen war und das hochkarätige Rennen um ein Haar gewonnen hätte. Mit seiner persönlichen Bestleistung aus Berlin von 59:11 Minuten führt Dennis Kipkogei nun die Startliste in Mainz an. Die Veranstalter hoffen, dass nicht nur die Stunde von Dennis Kipkogei in Mainz schlägt, sondern dass das Rennen auch erstmals eine Siegzeit von unter 60:00 Minuten produzieren kann. Unter den großen deutschen City-Halbmarathonrennen weist bisher nur Berlin einen derartigen Streckenrekord auf. Zum dritten Mal in Folge könnten auch beide Streckenrekorde bei dem aufstrebenden Mainzer Rennen gebrochen werden. Die Kenianerin Beatrice Cheserek führt mit einer persönlichen Bestzeit von 66:48 die Startliste der Frauen an.
„Wir haben das stärkste Feld am Start, das es in Mainz je gab. Unser Minimalziel ist es, beide Streckenrekorde zu brechen. Bei den Männern stehen die Chancen gut, dass wir sogar eine Zeit von unter einer Stunde erreichen“, sagte der für das Elitefeld zuständige Philipp Kopp. Auch breitensportlich entwickelt sich das Rennen beachtlich: Binnen zwei Jahren hat sich die Meldezahl für den Halbmarathon mehr als verdoppelt, von 6.156 auf nun 12.960 Läufer. „Die Zahlen zeigen, dass es richtig war, auf den Halbmarathon zu setzen“ sagte Race-Direktor Jo Schindler, der den früheren Mainz-Marathon vor zwei Jahren erstmals veranstaltet hatte.
Mit James Matelong geht auch der Vorjahressieger und Streckenrekordler in Mainz an den Start. Der Kenianer hatte vor einem Jahr in 60:50 Minuten gewonnen und dies ist auch nach wie vor seine Bestzeit. „Ich bin gut vorbereitet und möchte mich am Sonntag auf eine Zeit von unter 60:00 Minuten verbessern“, sagte James Matelong. Doch als Favorit muss Dennis Kipkogei gelten. Man darf gespannt sein, welche Zeit der Kenianer in Mainz laufen kann, wenn er erstmals bei einem internationalen Rennen ohne Tempomacher-Aufgaben an den Start geht. „Meine Form ist nicht schlecht, ich habe gut trainieren können. Wenn die Wetterbedingungen gut sind, will ich wieder unter 60 Minuten laufen“, sagte Dennis Kipkogei.
Neben dem Newcomer sind noch fünf weitere Kenianer am Start, die Bestzeiten unterhalb der Streckenrekordzeit von 60:50 aufweisen. Darunter ist mit Jamal Kiprono auch noch ein zweiter Läufer, der bereits unter einer Stunde gerannt ist. Er gewann in diesem Frühjahr den Venlo-Halbmarathon in den Niederlanden mit 59:55.
Vier Wochen nach seinem Sieg bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Hannover mit einer Steigerung auf 2:11:02 Stunden kehrt Tom Thurley (Munich Athletics) zum Mainz-Halbmarathon zurück. Der 32-Jährige war vor zwei Jahren dort Neunter und verbesserte sich zwischenzeitlich auf 63:56 Minuten. „Mein Ziel ist es, in Richtung persönlicher Bestzeit zu laufen. Ich peile eine Zeit von unter 64 Minuten an“, sagte Tom Thurley.
Bei den Frauen führen zwei Kenianerinnen die Startlisten an, die bereits deutlich schneller gelaufen sind als der Mainzer Streckenrekord, der bei 68:52 Minuten steht: Beatrice Cheserek und Orba Chemurgor weisen persönliche Rekorde von 66:48 beziehungsweise 67:56 auf. Während Chesereks Zeit bereits einige Jahre alt ist - 2022 gewann sie damit den Cardiff-Halbmarathon -, lief sie in diesem Winter eine beachtliche Marathon-Bestzeit: Mit einer deutlichen Steigerung auf 2:21:56 wurde die Kenianerin Zweite in Sevilla. Chemurgor lief ihre PB als Zweite des Ravenna-Halbmarathons im vergangenen Jahr. Die Zweitplatzierte des vergangenen Jahres, Rency Kogo, wird erneut in Mainz laufen: Die Kenianerin ist mit ihrer Zeit aus 2025 (69:04) die Nummer drei auf der Startliste.
In guter Form ist Blanka Dörfel (Berlin Athletics Capital Club) nach Mainz gereist. Die 24-Jährige wurde am vergangenen Wochenende mit einer Steigerung auf 31:53,60 Minuten überlegen Deutsche Meisterin über 10.000 m. Im Halbmarathon steht ihr persönlicher Rekord bei 69:46. „Ich weiß nicht genau, was ich laufen kann. Aber meine Uhr sagt mir, dass ich eine Zeit von unter 68:30 erreichen kann. Ich freue mich auf das Rennen in Mainz“, sagte Blanka Dörfel. Am Start sein wird auch Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics), die eine Bestzeit von 70:49 Minuten aufweist.





