Battocletti jagt Streckenrekord in Bozen

Silvesterläufe 2025
Battocletti jagt Streckenrekord in Bozen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.12.2025
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BOclassic Südtirol
Foto: Daniele Mosna

Mit zahlreichen nationalen und internationalen Silvesterläufen geht am Mittwoch das Leichtathletik-Jahr 2025 zu Ende. Das voraussichtlich hochkarätigste Rennen findet dabei in Bozen statt: Der Star bei dem Südtiroler Klassiker ist die Italienerin Nadia Battocletti. Die WM-Zweite über 10.000 m, die zudem bei den globalen Titelkämpfen in Tokio im vergangenen September Bronze über 5.000 m gewonnen hatte, tritt als Titelverteidigerin beim „Boclassic“ an und könnte das Rennen sogar zum dritten Mal in Folge gewinnen. Vor heimischem Publikum - Nadia Batocletti ist etwas südlich von Bozen im Trentino zu Hause - wäre es eine Überraschung wenn sie den „Hattrick“ verpassen sollte. Vor kurzem zeigte sie bei ihrer Titelverteidigung bei den Crosslauf-Europameisterschaften hochklassige Form. Die 25-Jährige will in der Bozener Innenstadt am Mittwoch auch den Streckenrekord angreifen, den die Äthiopierin Dawit Seyaum vor vier Jahren über die 5-km-Distanz mit 15:22 Minuten aufgestellt hatte.

„Der Jahresausklang ist zugegebenermaßen ein wenig stressig. Ich bin am Sonntag zur Ehrenbürgerin meiner Heimatgemeinde Cavareno ernannt worden, lege am Dienstag die letzte Prüfung an der Universität ab und am Mittwoch ist dann der große Showdown beim ,Boclassic’. Dieses Rennen hat meinen Aufstieg vor zwei Jahren eingeläutet und ich komme einfach gerne nach Bozen. Ich hoffe, dass ich den Schwung mit in das Jahr 2026 nehmen kann“, sagte Nadia Battocletti bei der Pressekonferenz in Bozen. Ihre persönliche Bestzeit über die 5-km-Distanz steht bei 14:32, und damit ist sie die Europarekordlerin. Zu ihren Konkurrentinnen zählen am Silvestertag unter anderen die Britin Cari Hughes (Bestzeit: 15:05) und die Äthiopierin Ksanet Alem (15:24).

Auch bei den Männern, die auf dem Rundkurs 10 km laufen, kehrt der Titelverteidiger zurück: Telahun Bekele (Äthiopien) erzielte vor einem Jahr als erster bei dem Rennen eine Zeit von unter 28:00 Minuten (27:59). „Natürlich möchte ich auch dieses Mal gewinnen. Ich bin gut in Form und in Italien zu laufen, ist immer schön“, sagte der 26-Jährige, der unter anderen auf den Italiener Yemaneberhan Crippa, den Kenianer Charles Rotich und den Südafrikaner Maxime Chaumeton treffen wird. Damit sind die ersten Vier aus dem Vorjahr dabei. Hinzu kommt aber auch noch ein Topfavorit: Der Vize-Weltmeister über 10.000 m und frühere Halbmarathon-Weltrekordler Yomif Kejelcha aus Äthiopien.

Thierry Ndikumwenayo greift Europarekord in Barcelona an

Beim Silvesterlauf in Barcelona fielen in den vergangenen Jahren mehrmals Weltrekorde über die 5-km-Distanz. In diesem Jahr planen die Veranstalter einen Angriff auf den Europarekord. Und dabei steht ein Spanier im Mittelpunkt: Thierry Ndikumwenayo, der aus Burundi stammt, wurde vor kurzem bereits Crosslauf-Europameister. Dabei ließ er jenen Athleten hinter sich, der den aktuellen Europarekord über die 5-km-Distanz hält: Jimmy Gressier (Frankreich) lief in diesem Jahr in Lille 12:57 Minuten. Thierry Ndikumwenayo ist bereits der spanische 5-km-Rekordhalter mit einer Zeit von 13:08. Weitere Eliteläufer haben die Veranstalter bisher nicht bekannt gegeben.

Hochklassig besetzt war in den letzten Jahren auch immer der Silvesterlauf in Madrid. Die 10-km-Strecke ist allerdings nicht Rekord-konform, da sie zu stark abfällt. Bisher wurden für dieses Rennen nur die spanischen Topläufer bekannt gegebenen. Bei den Frauen startet die Marathon-Europameisterin Fatima Ouhaddou, die eine 10-km-Bestzeit von 31:08 Minuten aufweist. Sie trifft unter anderen auf Carla Gallardo (Bestzeit: 31:11) und Marta García (31:19). Bei den Männern sind Fernando Carro (27:46) und Jesús Ramos (27:52) am Start.

Florian Bremm und Elena Burkard als Titelverteidiger in Peuerbach

Das traditionell hochkarätigste österreichische Silvesterrennen findet in Peuerbach statt. Dabei triumphierten vor einem Jahr zwei deutsche Athleten, die nun erneut antreten: Florian Bremm und Elena Burkard.

Im 6,8-km-Rennen der Männer könnte Florian Bremm (LSC Höchstadt/Aisch) sogar ein „Hattrick“ gelingen, denn er hatte in Peuerbach bereits vor zwei Jahren triumphiert. Am Mittwoch muss er sich unter anderen gegen den Streckenrekordhalter Elzan Bibic behaupten. Der Serbe hatte das Rennen 2019 mit 18:29,05 Minuten gewonnen. „Ich freue mich auf den krönenden Abschluss in Peuerbach. Die Stimmung auf der Zielgerade ist sensationell“, sagte Florian Bremm, zu dessen Konkurrenten auch der 3.000-m-Hindernisläufer Niklas Buchholz (LSC Höchstadt/Aisch) und der Marathonläufer Sebastian Hendel (SCC Berlin) zählen werden. Eine starke Rolle spielen könnte auch Österreichs Mittelstrecken-Überraschung Raphael Pallitsch, der bei der WM das Finale über 1.500 m nur knapp verpasst hatte.

Mit guten Chancen geht Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) ins Rennen über 5,1 km. Ihre stärkste Konkurrentin könnte die kenianische 3.000-m-Hindernisläuferin Celestine Biwot sein, die sich für die WM qualifiziert hatte, dort aber im September im Vorlauf ausschied. Auf der Startliste stehen auch die Marathonläuferinnen Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) und Kristina Hendel (SCC Berlin).

Marathon-Spezialisten starten in Trier

Der bestbesetzte deutsche Silvesterlauf findet auch in diesem Jahr wieder in Trier statt. Am Mittwoch treffen dort gleich drei Athleten aufeinander, die zur kontinentalen Spitze im Marathon zählen: Amanal Petros (Hannover 96), Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) und der frühere Europarekordler Sondre Moen (Norwegen). Für alle drei ist die 5-km-Distanz eher zu kurz. Und Petros als auch Fitwi liefen erst vor wenigen Wochen den Valencia-Marathon, wo Petros sich mit 2:04:03 Stunden den deutschen Rekord von Fitwi zurückholte. Als Favorit ist daher wohl der Titelverteidiger Mike Foppen (Niederlande) anzusehen, der bei der WM im September über 5.000 m Rang zwölf belegt hatte.

Nachdem sie bei ihrer Marathon-Premiere in Valencia Anfang Dezember nicht ins Ziel gekommen war, kehrt Gesa Krause auf die viel kürzere 5-km-Distanz zurück und trifft unter anderen auf Olivia Gürth (beide Silvesterlauf Trier). Die beiden 3.000-m-Hindernisläuferinnen müssen sich unter anderen mit der aufstrebenden Vanessa Mikitenko (SSC Hanau-Rodenbach) auseinandersetzen. Sie treffen auf die Top drei des Vorjahres: Emeline Imanizabayo gewann 2024 vor Claire Uwitonze (beide Ruanda) und Lisa Rooms (Belgien).

Beim 10,5-km-Rennen in Bietigheim startet Marathonläufer Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg). Er trifft unter anderen auf den Deutschen Crossmeister Markus Görger (LG Region Karlsruhe). Bei den Frauen ist Eva Dieterich (LAV Stadtwerke Tübingen), die im Frühjahr bei der Straßenlauf-EM über 10 km überraschend Zweite war, die Favoritin.