Cornelia Heinz

Über 13.600 Euro für den guten Zweck erlaufen

St. Pauli (Critical) X-Mass-Run 2020 Über 13.600 Euro für den guten Zweck erlaufen

Knapp 2.000 Teilnehmer feierten die Jubiläumsauflage des Hamburger Charity-Runs auf eine ungewöhnliche Art.

Der St. Pauli X-Mass-Run ist nicht irgendeine Laufveranstaltung. Vielmehr handelt es sich hier um eine Saisonabschlussfeier, eine Kostümparty, eine Weihnachtsfeier, ein Charity-Event und ein 5-km-Lauf in einem. Die Teilnehmer reisen aus der ganzen Republik an, um als verkleidete Weihnachtsmänner und -frauen, Elfen, Rentiere und was ihre Kreativität erlaubt durch St. Pauli zu laufen. Besonders der Durchlauf durch das Stadion des FC St. Pauli zu den Klängen von AC/DC und Blur lässt nicht nur die Herzen der Anhänger des Zweitligisten höherschlagen. Der weihnachtliche Aspekt wird dabei nicht nur durch die zahlreichen Verkleidungen getragen: Von jedem Meldebeitrag fließt nämlich eine 5-Euro-Spende an eine gemeinnützige Hamburger Institution. Und in der Zielversorgung gibt es neben Wasser und Spekulatius auch Punsch sowie Glühwein.

Doch dieses Jahr war alles anders. Aufgrund des Veranstaltungsverbotes war ein Event mit 3.500 Läufern – so die Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr – nicht denkbar. Nicht zuletzt durch den Wohltätigkeitsgedanken sollte eine Absage um jeden Preis verhindert werden. Die Lösung lag in einem „digitalen Lauf“. Dieses Format kam dieses Jahr häufiger zum Einsatz, ist es unabhängig von geltenden Verordnungen und Regelungen durchführbar. Jeder Teilnehmer läuft hierbei eine Strecke der Wahl und misst selbständig mithilfe einer App Distanz und Zeit. Vorgegeben werden nur Datum und (Mindest-)Distanz. Nach dem Lauf laden die Teilnehmer ihr Ergebnis, ein Tracking-Beweisbild sowie auf Wunsch ein Foto ihres Laufs hoch. Das Miteinander entsteht durch den Austausch auf den sozialen Plattformen.

Michael Strokosch
In den vergangenen Jahren war das gewohnte Bild eine große, rote, weißbärtige Masse an Läufern.

Trotz der Ungewissheit ob der Durchführbarkeit der Veranstaltung meldeten sich 1.995 Teilnehmer innerhalb von kürzester Zeit an. Aufgrund der schwierigen Planbarkeit öffnete die Anmeldung erst vor knapp vier Wochen. Startnummer und Medaille wurden im Vorfeld per Post nach Hause geliefert. Wer noch mehr Veranstaltungsflair wünschte, konnte sich Mütze und Halstuch im Look der Veranstaltung nach Hause schicken lassen. Pro verkauftem Merchandise-Produkt flossen weitere fünf Euro an alle Charity-Partner.

1.995 Teilnehmer erlaufen 13.665 Euro Spenden

In der Summe kam ein Betrag von insgesamt 13.665 Euro zusammen. Der Teilnehmer konnte bei der Anmeldung wählen, wem er seine Taler zugutekommen lassen möchte. Dank der Dezentralisierung der Veranstaltung war das Konzept auch über deutsche Grenzen hinaus interessant. So wurde auch in Frankreich, Italien und Japan mit St. Pauli im Herzen gelaufen. Auch wenn das erste zweistellige Jubiläum der Veranstaltung in einer etwas anderen Form stattfand, so war die Begeisterung der Teilnehmer ungebrochen. Im Herzen St. Paulis, im Stadtpark, an den Landungsbrücken bis raus nach Övelgönne konnte man am zweiten Advent immer wieder verkleidete Läufer beobachten. Die Medaille und den anschließenden Glühwein musste man sich selber verabreichen. Das positive Gefühl, etwas für sich und andere getan zu haben, blieb aber dennoch erhalten.

Aufgrund der geringen Vergleichbarkeit wurde dieses Jahr auf Ergebnislisten verzichtet. Stattdessen trat jeder Teilnehmer mit der Anmeldung einem Spendenteam bei, deren Laufleistung summiert gewertet wurde. So brachte es der Hamburger Gabenzaun e.V. auf 2.735 Kilometer. Hamburg Running e.V. sicherte sich mit 1.973 Kilometern knapp den zweiten Platz vor den Young Rebels, der Nachwuchsabteilung des FC St. Pauli Triathlon, mit 1.905 Kilometern. Die folgenden Plätze gingen an Fanräume e.V. (1.397 Kilometer) und Motorschiff Stubnitz e.V. (1.082 Kilometer).

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