Addisu Gobena und Peres Jepchirchir sind die Sieger des Sydney-Marathons. Während sich der erst 21-jährige Äthiopier etwas überraschend mit einer Streckenrekordzeit von 2:04:42 Stunden durchsetzte, gewann die favorisierte Kenianerin mit einem großen Vorsprung in 2:18:31. Die Olympiasiegerin von 2021 und amtierende Weltmeisterin verpasste den Kursrekord um lediglich neun Sekunden.
Auf der hügeligen und insgesamt etwas abfallenden Strecke, die nicht Rekord-konform ist, liefen die Männer zunächst recht schnell. Die 10-km-Zwischenzeit von 29:22 Minuten deutete auf eine Zielzeit von knapp unter 2:04:00 hin. In der Folge beruhigte sich das Tempo etwas. 18 Läufer lagen noch in der Führungsgruppe, als die Halbmarathon-Marke nach 62:28 passiert wurde. Bis zum 30-km-Punkt (1:28:56) hatte sich die Zahl der Läufer an der Spitze halbiert. Zurückgefallen waren unter anderen die Äthiopier Sisay Lemma und Chala Regasa, während Addisu Gobena schon in dieser Phase das Tempo bestimmte. Doch dann war es Chimdessa Debele, der die Spitzenposition übernahm und die Pace noch verschärfte. Gobena und auch der Titelverteidiger Hailemaryam Kiros (Äthiopien), der vor einem Jahr den Streckenrekord auf 2:06:06 verbessert hatte, verloren rund sechs Kilometer vor dem Ziel den Anschluss, kamen aber wieder heran.
Bei Kilometer 40 lagen noch sieben Läufer an der Spitze, doch dann setzten sich Gobena und Debele ab. Geschlagen waren nun auch der Vorjahressieger Kiros sowie der Weltmeister Alphonce Simbu (Tansania), die am Ende die Plätze sechs und vier belegten. Erst auf dem letzten Kilometer fiel die Entscheidung, als sich Addisu Gobena, der vor einem Jahr in Sydney Zweiter war, etwas absetzen konnte. „Letztes Jahr habe ich einen Fehler gemacht, daraus habe ich gelernt“, sagte der erst 21-jährige Addisu Gobena, der bereits seinen zweiten bedeutenden Marathon-Sieg feiern konnte. 2024 hatte der Äthiopier sein Debüt in Dubai in 2:05:01 gewonnen. Nun siegte er mit einer persönlichen Bestzeit von 2:04:42 vor Debele (2:04:46) und Tebello Ramakongoana (Lesotho/2:04:57).
Im Rennen der Frauen setzte sich überraschend zunächst Priscah Cherono ab. Die Kenianerin, die mit einer Bestzeit von 2:25:17 nicht zu den Favoritinnen gehörte, lag nach 10 km mit einer schnellen Zwischenzeit von 31:37 Minuten bereits 23 Sekunden vor der Gruppe mit Peres Jepchirchir. An der Halbmarathon hatte sie mit 67:58 einen Vorsprung von 29 Sekunden. Doch dann holten die Weltmeisterin und Irine Cheptai (Kenia) auf und schlossen nach knapp 30 km auf. Kurz danach fiel Cherono deutlich zurück, und rund acht Kilometer vor dem Ziel konnte auch Cheptai nicht mehr mithalten. Nur Peres Jepchirchir war auf dem hügeligen Kurs in der Lage, ihr Tempo zu halten.
„Es war eine harte Strecke. Ich konnte mir nie sicher sein, dass ich gewinnen würde“, sagte die Siegerin, die in 2:18:31 dicht an den Streckenrekord von Sifan Hassan (Niederlande/2:18:22) heranlief. Irine Cheptai und Shure Demise (Äthiopien) belegten in 2:22:11 beziehungsweise 2:22:33 die Plätze zwei und drei. „Die zweite Hälfte lief besser für mich. An den Streckenrekord habe ich nicht gedacht, ich hatte ihn nicht im Blick“, sagte Peres Jepchirchir.
Ergebnisse
Männer
- Addisu Gobena ETH 2:04:42
- Chimdessa Debele ETH 2:04:46
- Tebello Ramakongoana LES 2:04:57
- Alphonce Simbu TAN 2:04:57
- Jemal Mekonnen ETH 2:04:59
- Hailemaryam Kiros ETH 2:05:16
- Vincent Ngetich KEN 2:05:28
- Dawit Wolde ETH 2:06:41
Frauen
- Peres Jepchirchir KEN 2:18:31
- Irine Cheptai KEN 2:22:11
- Shure Demise ETH 2:22:33
- Haven Hailu ETH 2:22:57
- Meseret Abebayehu ETH 2:23:40
- Priscah Cherono KEN 2:23:49
- Stella Chesang UGA 2:23:52
- Fikrte Wereta ETH 2:25:18





