Vienna City Marathon 2021 VCM / Leo Hagen

Langat siegt in Wien nach Hurisas Disqualifikation

Vienna City Marathon 2021 Langat siegt in Wien nach Hurisas Disqualifikation

Der Vienna City Marathon 2021 wurde erst nach dem Zieleinlauf entschieden. Rund 26.000 Läufer waren dabei.

Zwei unterschiedliche Premieren gab es beim Vienna City Marathon: Das Rennen war weltweit der erste bedeutende Marathonlauf mit einem starken internationalen Elitefeld und einem Massenrennen seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020. Die Veranstalter registrierten einschließlich mehrerer Rennen über kürzere Distanzen rund 26.000 Anmeldungen. Gut 6.000 von ihnen hatten für den Marathon gemeldet. Dabei gab es am Ende ein Novum: Erstmals musste in einem bedeutenden internationalen Straßenlauf ein Sieger disqualifiziert werden, weil er mit nicht regelkonformen Schuhen gelaufen war. Der Äthiopier Derara Hurisa war als Erster nach 2:09:22 Stunden ins Ziel gelaufen. Doch am Ende wurde der Kenianer Leonard Langat zum Sieger.

Bei sehr warmen Wetterbedingungen mit Temperaturen von rund 25 Grad Celsius im letzten Teil des Rennens lief Langat 2:09:25. Zweiter wurde Betesfa Getahun in 2:09:42 vor Edwin Kosgei (Kenia/2:10:10). Eine Debütantin triumphierte bei den Frauen: Vibian Chepkirui dominierte überraschend das Rennen. Die Kenianerin gewann in 2:24:29 vor den Äthiopierinnen Meseret Dinke und Gelete Burka, die nach 2:25:31 beziehungsweise 2:25:38 im Ziel waren. Die Schweizerin Fabienne Schlumpf erreichte nur gut einen Monat nach ihrem starken zwölften Rang bei Olympia den vierten Platz in überzeugenden 2:26:31.

Weniger als 45 Minuten nachdem er als vermeintlicher Sieger ins Ziel zwischen Burgtheater und Rathaus gelaufen war, saß Derara Hurisa niedergeschlagen am Straßenrand. Er hatte gerade von seiner Disqualifikation erfahren. Wie sich herausstellte, hatte sich der Äthiopier für Schuhe entschieden, die nicht regelkonform waren. Aufgrund der neuen Carbon-Laufschuhe und entsprechender deutlich dickerer Sohlen, limitierte der internationale Leichtathletik-Verband World Athletics die Sohlendicke. Erlaubt ist maximal eine Dicke von 40 Millimetern. Derara Hurisa trug beim Vienna City Marathon einen Schuh mit einer Sohlendicke von 50 Millimetern. Anhand des Schuh-Modells können Insider die Dicke der Sohle erkennen.

Der Äthiopier soll sich für die Schuhe entschieden haben, weil er sie im Training getragen hatte und davon ausging, dass sie regulär wären. Die Veranstalter hatten allerdings sowohl die Manager der Athleten als auch alle Eliteläufer auf die Regularien hingewiesen. Der Athlet beziehungsweise sein Manager hatte vorher, den Regeln entsprechend, zudem auch ein Formular ausgefüllt, auf dem unter anderem der Schuh angegeben werden muss. Eingetragen war hier ein regelkonformer Wettkampfschuh - diesen trug aber Derara Hurisa nicht am Sonntag. „Daher war eine Disqualifikation leider unumgänglich“, sagte der Wiener Rennleiter Hannes Langer.

„Natürlich wäre ich lieber auch als Erster ins Ziel gelaufen“, sagte Leonard Langat, der erstmals eine Zeit von unter 2:10 erreichte. „Ich hatte keine Ahnung von einer möglichen Disqualifikation. Es war natürlich mein Ziel, zu gewinnen und am Ende danke ich Gott, das ich es geschafft habe. Es war ein gutes Rennen, aber die Hitze war problematisch.“ Nachdem die Spitzengruppe die 30-km-Marke noch nach 1:30:33 Stunden erreicht hatte und damit auf Kurs lag für eine Zeit um 2:07:30 wurde das Tempo deutlich langsamer. Nach einem taktischen Rennabschnitt in dem keiner die Initiative ergreifen wollte, entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Leonard Langat, Betesfa Getahun und Derara Hurisa. Letzterer hatte den besten Sprint, allerdings mit illegalem Schuhwerk. So wurde Leonard Langat zum Sieger.

Die Frauen waren lange Zeit schnell unterwegs. Vibian Chepkirui und die Äthiopierinnen Meseret Dinke und Gelete Burka passierten die Halbmarathonmarke in 70:47 Minuten und lagen damit gut auf Kurs in Richtung Streckenrekord (2:22:12). Es war dann überraschend Chepkirui, die davonzog. Bei 30 km lag sie mit 1:40:37 Stunden bereits 33 Sekunden vor Dinke und weitere 20 vor Burka. Obwohl die Kenianerin dann langsamer wurde und der Streckenrekord außer Reichweite geriet, war ihr Sieg nie in Gefahr. „Ohne die Hitze wäre ich heute zwei Minuten schneller gewesen“, sagte Vibian Chepkirui.

Ergebnisse der Männer:

1. Leonard Langat KEN 2:09:25

2. Betesfa Getahun ETH 2:09:42

3. Edwin Kosgei KEN 2:10:10

4. Kento Kikutani JPN 2:10:37

5. Samwel Kiptoo KEN 2:11:16

6. Tadesse Abraham SUI 2:12:26

7. Yuta Koyama JPN 2:17:20

8. Edwin Kangogo KEN 2:17:37

Ergebnisse der Frauen:

1. Vibian Chepkirui KEN 2:24:29

2. Meseret Dinke ETH 2:25:31

3. Gelete Burka ETH 2:25:38

4. Fabienne Schlumpf SUI 2:26:31

5. Lucy Cheruiyot KEN 2:27:47

6. Celestine Chepchirchir KEN 2:28:49

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