Themenspecial zum Coronavirus
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Corona-Virus Virtuelle Läufe als Alternative zu echten Rennen

Statt bei echten Rennen an den Start zu gehen, können Läufer in Zeiten des Coronavirus auf virtuelle Rennen ausweichen.

Immer mehr Rennen fallen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus zum Opfer. Längst sind nicht nur mehr die größten Marathons mit weit über 10.000 Läufern und noch mehr Zuschauern betroffen, sondern auch vergleichsweise kleine Läufe, bei denen die Teilnehmerzahlen deutlich darunter liegen. Mit einer solchen Situation hatte wohl zum Jahreswechsel noch kaum jemand gerechnet. Folglich wurde teilweise über Monate hinweg fleißig auf das große Ziel im Frühjahr trainiert, das einen Einheit für Einheit motivierte und so auch bei Regen und Lustlosigkeit die Laufschuhe schnüren ließ.

So passen Sie bei einer Laufabsage Ihr Training an.

Diese Rennen wurden abgesagt oder verschoben.

Da nun erstmal keine Läufe stattfinden, gilt es sich anderweitig zu motivieren und kreativ zu werden. Eine Möglichkeit sind virtuelle Rennen, an denen man zu verschiedenen Uhrzeiten und Tagen sowie teilweise auch an verschiedenen Orten teilnehmen kann. Läufe, die so viele Sportler motivieren und für sie das Salz in der Suppe darstellen, gibt es also weiter, nur eben anders.

Crowdlauf für Charity-Organisationen

Crowdlauf hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Bewegung zu schaffen, die dazu beiträgt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Durch einzigartige Medaillen sowie die Kraft von Sport und sozialen Netzwerken soll auf wichtige Probleme und Themen unserer Zeit aufmerksam gemacht werden.

Über das Jahr hinweg bietet Crowdlauf immer wieder verschiedene virtuelle Läufe an, deren erwirtschafteter Gewinn zu 75 Prozent an Einrichtungen wie etwa die Berliner Kinderhilfe geht. Auch auf die durch das Coronavirus verursachte Absage-Welle zahlreicher Veranstaltungen reagierte das Crowdlauf-Team durch die Organisation eines "Beyond Absage Virtual Run", der am 27. März begann und auf unbestimmte Zeit läuft. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro und wird bei einer Medaillenbestellung angerechnet. Wer diese einmal bezahlt hat, kann so oft mitlaufen, wie er möchte und sich so auch immer weiter verbessern.

Gleich acht unterschiedliche Distanzen werden angeboten. Hierzu zählen neben Läufen über fünf und zehn Kilometer auch die halbe und die volle Marathondistanz. Darüber hinaus können 55, 70, 85 und 100 Kilometer absolviert werden. Den abgeschlossenen Lauf gilt es anschließend hochzuladen. Die Urkunde, die man mit der Anmeldung zugeschickt bekommt, kann man danach selbst ausfüllen. Wer nun noch eine Medaille möchte, muss auf diese, wie bereits erwähnt, nicht verzichten, sondern findet diese auf www.crowdlauf.de.

Lauf weiter – für Läufer und Veranstalter

Während man bei Crowdlauf ein Herz für Charity-Organisationen hat und die Läufer zwischen vielen Distanzen wählen können, wird auf www.lauf-weiter.de nicht nur an die Läufer, sondern auch an die Veranstalter gedacht. Beide Gruppen sollen vom neugeschaffenen Angebot profitieren.

Läufer, die sich für ein bestimmtes Rennen angemeldet haben, können zu einer festen Startzeit an einem beliebigen Ort virtuell mit anderen Teilnehmern am Rennen teilnehmen. Die Anzahl der Veranstalter, die ihr Rennen registriert haben, steigt aktuell rapide, ebenso die Anzahl der Läufer. So nahmen beim ersten virtuellen Lauf, der am 22. März stattfand, zwölf Läufer teil. Eine Woche später waren es bereits 661. Gewählt werden konnte bislang zwischen drei Distanzen: fünf Kilometer, zehn Kilometer und Halbmarathon. Die Ergebnislisten sind auf www.lauf-weiter.de zu finden.

Neben den Läufern macht die neue Plattform auch Veranstalter zu Siegern. So kann der Veranstalter sein Rennen kostenlos zumindest virtuell stattfinden lassen. Zudem besteht die Möglichkeit eventuell entstehende Rückerstattungsanforderungen abzufedern oder zumindest teilweise zu kompensieren. Auch kann der Veranstalter seinen Teilnehmern das gute Gefühl geben, dass deren Trainingsaufwand nicht umsonst war, indem man sich zumindest virtuell messen und kann.

Keller Sports motiviert mit attraktiven Preisen

Der Münchner Anbieter für Premium-Sportprodukte Keller Sports nutzt inzwischen alle Kanäle, um Inhalte zu veröffentlichen, die für zusätzliche Motivation, Laufen zu gehen, sorgen sollen. Im Fokus steht dabei die Keller sMiles App, die alle Nutzer für sportliche Aktivität belohnt. Hierbei werden den Nutzern vielseitige Challenges zur Verfügung gestellt, die man allein bewältigen kann. Spaziergänge und Läufe an der frischen Luft sollen dazu animieren, im Rahmen der aktuell bestehenden Beschränkungen, trotz aller Laufveranstaltungsabsagen in Bewegung zu bleiben.

Um teilnehmen zu können, muss der jeweilige Sportler die Keller sMiles App downloaden und damit eine Tracking-App verbinden. In der Folge bekommt er für jede aufgezeichnete Aktivität Punkte, die gegen exklusive Prämien eingelöst werden können. Punkte gibt es dabei nicht nur für das Lauf- und Radtraining, sondern auch alltägliche, zu Fuß oder auf dem Rad absolvierte Wege. Mit der Challenge-Teilnahme sichert sich darüber hinaus jeder Nutzer die Chance auf sportliche Preise.

Wer sich für die Teilnahme entscheidet, darf sich des Weiteren auf spannende Inhalte wie spezifische Workouts für Läufer, Radfahrer und Outdoor-Sportler freuen. Downloadbar ist die App sowohl im Apple App Store, als auch im Google Play Store.

Nicht schnell, sondern gleichmäßig laufen

Adventure Runs, ein Veranstalter besonderer Läufe, hebt sich auch in Zeiten von Corona ab, indem ein ganz besonderer virtuellen Lauf angeboten wird. So gilt es bis Ende der Corona-Krise viermal eine Distanz von exakt drei Kilometern zu absolvieren. Diese sollte genau gestoppt und möglichst gleichmäßig gelaufen werden. Statt die schnellsten werden nämlich die konstantesten Läufer am Ende in der Ergebnisliste oben stehen. Errechnet wird dies anhand der Varianz.

Wer gleich mehrfach teilnehmen möchte, kann dies tun, sollte jedoch den Veranstalter kontaktieren. Dieser informiert auch, bis wann welche Leistungen erbracht werden müssen. Bei diesem virtuellen Lauf, der das Motto „Beat Corona“ hat, wird jedem Teilnehmer seine Startnummer per Mail zugeschickt, die man sich bequem ausdrucken kann. Zudem können anschließend Medaillen erworben werden. Ebenso wird am Ende eine virtuelle Siegerehrung erfolgen. Weitere Infos zum #beatcorona Virtual Run sind unter www.adventureruns.at zu finden.

Anti-Corona Running League

Für ein weiteres interessantes Angebot wird auf Strava durch die Anti-Corona Running League gesorgt. An sechs aufeinanderfolgenden Wochenenden werden verschiedene Distanzen gelaufen werden. Begonnen wurde am 14. und 15. März mit einem 5-Kilometer-Lauf. In den kommenden Wochen folgen ein 10-Kilometer-Lauf, danach ein Halbmarathon und dann ein Rennen über eine Meile. Am fünften Wochenende werden die Teilnehmer zum einzigen Mal für die Wahl gestellt, welche Distanz sie absolvieren wollen, zehn Kilometer oder doch lieber nur fünf. Zum Abschluss kann am 18. und 19. April die Marathon-Distanz absolviert werden.

Die Ergebnisse müssen Woche für Woche bis Sonntag um 23:59 Uhr auf Strava hochgeladen werden. Wer dies tut und sich zuvor zur Anti-Corona Running League angemeldet hat, kommt danach in eine Rangliste, von denen die schnellsten Läufer eines jeden Rennens Punkte sammeln. Wer am Ende die meisten Punkte hat, erhält attraktive Sachpreise. Geehrt werden jeweils die schnellsten drei Läufer einer jeden Altersklasse.

Citylauf Dresden findet virtuell statt

Die Laufszene Sachsen, der Veranstalter des Citylauf Dresden, der am Wochenende des 14. und 15. März zum 30. Mal stattfinden sollte, teilten ihren Teilnehmern gemeinsam mit der Absage des Citylaufs auch die Idee mit, dass sie am 15. März den Citylauf Virtual Run starten wollen würden. Über Strava konnte der beliebte Citylauf Dresden somit in geänderter Form dennoch gelaufen werden. Statt gemeinsam in Dresden an der Startlinie zu stehen, gingen die Teilnehmer des Citylauf Virtual Runs zu selbst gewählten Uhrzeiten an verschiedenen Orten an den Start. Zudem wurde auf dem Elberadweg in Dresden ein spezielles Strava-Segment angelegt.

Zwischen 9:00 Uhr und 15:00 Uhr hatten die für den Citylauf Dresden 2020 gemeldeten Teilnehmer die Möglichkeit im Heinz-Steyer-Stadion ihre Finisher-Medaille sowie einen Jubiläums-Buff und das eventuell gebuchte Event-Shirt abzuholen. Nicht wenige Läufer liefen während ihres Citylauf Virtual Runs am Heinz-Steyer-Stadion vorbei und besuchten das Veranstaltungsteam somit kurz. Dabei gilt es anzumerken, dass dies zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war.

Moritz Sonntag
Bei virtuellen Läufen spielt der Ort in der Regel keine Rolle.

Auch Firmenläufer laufen virtuell

Dass ungewöhnliche Umstände ungewöhnliche Maßnahmen erfordern ist auch dem Veranstaltungsteam des Firmenlauf Homburg bewusst. Bis Sonntag, 22. März konnten sich daher alle Interessierte zum Virtual Run anmelden. Gelaufen werden musste bis zum 23. März. Über verschiedene Lauf-Apps oder Tracking-Module konnten die Nachweise der gelaufenen 5-Kilometer-Strecke im Anschluss eingereicht werden.

Das Ziel des Veranstalters bestand darin ein Zeichen zu setzen und auch in schwierigen Zeiten einen Anteil zu leisten, dass Kollegen zusammengeschweißt werden. Das Gemeinschaftsgefühl und der Spaß steht wie bei den normalen Firmenläufen an erster Stelle. Als Motivation wurde zudem angekündigt, dass jeder Teilnehmer nach dem kostenlosen Virtual Run seine persönliche Urkunde downloaden kann.

Gleich an neun Standorten im Südwesten Deutschlands organisierte das erfahrene Veranstaltungsteam in der Firmenlauf-Saison 2019 Firmenläufe. Dabei nahmen insgesamt rund 40.000 Sportler teil, die etwa 2.500 Unternehmen repräsentierten. Nachdem der Virtual Run im März erfolgreich verlief, entschied sich das Veranstaltungsteam zukünftig auch am eigentlichen Wettkampftag einen Virtual Run anzubieten, der ebenso ablaufen wird wie die Homburger Virtual-Run-Premiere. Hierbei muss die normale Startgebühr jedoch bezahlt werden, wovon allerdings die Hälfte gespendet wird.

Oder einfach beim Coronathon starten

Allen, die nun noch nicht genug haben, ist zudem der Runner's World Coronathon zu empfehlen. Warum nicht am Tag ihres geplanten Wettkampfs die geplante Wettkampfdistanz absolvieren? Laufen Sie sie doch einfach selbst. Die Urkunde bekommen Sie von uns. Wie dies genau abläuft, erklären wir Ihnen hier.

Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Wochen noch einige spannende, interessante Ideen umgesetzt werden und weitere virtuelle Rennen entstehen. Bleiben Sie bis dahin gesund und trainieren Sie weiter. Es lohnt sich!

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