Weil wir die Natur lieben
Laufen und Nachhaltigkeit
Laufevents grüner machen iStockphoto

Nachhaltigere Lauf-Veranstaltungen

Nachhaltige Laufevents Wie Rennen grüner werden

Bei großen Lauf-Veranstaltungen entsteht viel Müll. Hier ein paar Ideen und Beispiele, wie Sportereignisse nachhaltiger aussehen können.

Tonnenweise Müll, Einwegbecher, Wärmefolien: Dass wir mit großen Laufveranstaltungen der Umwelt nicht gerade einen Gefallen tun, ist nichts Neues. Neu ist, dass von Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer vehementer ein Umdenken gefordert wird. Viele Ausrichter machen sich schon seit Jahren Gedanken darüber, wie sie die Müllberge, die rund um einen Laufwettkampf anfallen, verhindern oder verkleinern können. Lesen Sie hier, was sich bei Laufevents in punkto Nachhaltigkeit tut, und erfahren Sie, was einzelne Laufveranstalter bereits machen, um nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden.

Zum Einstieg ein paar Zahlen: 71 Millionen Flugkilometer legten die 60.000 Läufer und Läuferinnen zurück, die 2018 zu Deutschlands größtem Marathon nach Berlin reisten. Dort hinterließen sie 39 Tonnen Abfall, darunter 800.000 Einweg-Plastikbecher, die jeweils nach nur zwei Schlückchen auf der Straße landeten. Die allein durch die Anreise verursachten CO2-Emissionen summierten sich auf knapp 20.000 Tonnen. Das ist etwa so viel, als würde an jedem Marathon-Kilometer ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff stehen und den ganzen Tag die Maschinen laufen lassen. Noch nicht eingerechnet in diese Klimabilanz sind der Import der Finisher-Shirts, der Medaillen, Starterbeutel und Lebensmittel sowie der Ressourcenverbrauch der begleitenden Marathon-Messe. Und das alles nur, um 42 Kilometer zu laufen. Aus Klima-Perspektive müsste man also sagen: Warum nicht immer so wie 2020? Wir schenken uns die Massenevents und statt­dessen läuft jeder für sich vor seiner Haustür. Aber das kann natürlich nicht die Lösung sein. Events sind wichtig für den Sport und fast alle Läufer haben gemerkt, was fehlt, wenn Laufveranstaltungen nicht stattfinden können. Die Frage ist also: Wie kann man sie nachhaltiger machen?

CO2-Belastung bei Laufevents
RW

Wie macht man Laufevents nachhaltiger?

„Indem man alle umweltbelastenden Faktoren eines Events so gut es geht reduziert und am Ende die nicht vermeidbaren Emissionen kompensiert“, sagt der Nachhaltigkeitsexperte Michael Müller. Er berät Laufveranstalter in Sachen Umweltschutz und hat einen Leitfaden für klima­neu­trale Laufevents herausgegeben. Sowohl Müller als auch die Veranstalter beobachten in den letzten Jahren aber auch einen immer stärkeren Druck seitens der Teilnehmer, sich mit Nachhaltigkeitsaspekten aus­ein­anderzusetzen. Bestes Beispiel sind die Wasserbecher an der Strecke. Ist ein knöcheltiefes Meer aus kaum benutzten Plas­tikbechern an jeder Verpflegungsstation heute noch zeitgemäß? Viele finden: nein!

Weniger Plastik

„Die Ökobilanz spricht hier grundsätzlich für Mehrweg­becher“, stellt Experte Müller fest. Aber ganz so einfach ist es in der Praxis nicht. Die großen City-Marathons mit mehreren Zehntausend Teilnehmern können oft nicht ohne Weiteres die Streckenversorgung komplett auf Mehrweg umstellen. Dagegen spricht neben Sicherheitsbedenken gegen harte Gefäße auch die Tatsache, dass wiederverwendbare Becher erst etwa ab der 50. Benutzung klimafreundlicher sind als die Einwegvariante. Es ist fraglich, ob ein Becher bei einem wuseligen Laufevent so lange im System bleibt und nicht doch auf der Straße und damit in der Müllkippe landet – und dann unterm Strich schädlicher ist.

Zur Plastikvermeidung behelfen sich einige Veranstalter immerhin mit kompostierbaren Einwegbechern aus Pappe oder Maisstärke, was aber nur funktioniert, wenn sie sortenrein gesammelt und entsprechend aufbereitet werden – und nicht mit den gemischten Abfällen in der Müllverbrennungsanlage landen.

Mit der Bahn zum Lauf

„Tatsächlich sind es aber nicht die Abfallmengen, die den größten Einfluss auf die Umweltbilanz eines Lauf­events haben, wie man denken könnte“, sagt Müller, „sondern der unsichtbare Faktor Mobilität.“ Gemeint sind die An- und Abreise von Teilnehmern und Zuschauern. Hier steuern die Veranstalter schon seit Längerem mit Nahverkehrs-Tickets und Shuttle-Bussen gegen. In der Schweiz gibt es sogar ein landesweit gültiges Bahn­ticket für Wettkampfteilnehmer.

Virtuelle Events vor der Haustür

Und der München-Marathon nimmt die Erfahrungen des Lockdowns mit und will den virtuellen Lauf als feste Säule der Veranstaltung eta­blieren. Das spart Reise-Emissionen, heißt aber im Umkehrschluss: Alle Läufer haben in diesem wichtigen Punkt die Chance, selbst etwas gegen die Umweltbelastung des Events zu tun, bei dem sie laufen.

Es gibt noch ein Problem: Zwar hat die Corona-Pandemie durch den Ausfall vieler Events 2020 die Umweltbelastung kurzfristig reduziert, doch mittelfristig dürfte sie eher einen Rückschlag auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Laufbranche bedeuten. Denn während für viele Veranstalter 2019 noch der Klimaschutz das dominierende Thema war, binden nun Hygiene- und Sicherheitskonzepte viel Kapital und Arbeitskraft. Hinzu kommt das Loch, das Corona in die Kassen vieler Veranstalter gerissen hat. Neue Umweltmaßnahmen haben da oft nicht erste Priorität. Und doch zeichnet sich in der Szene ein Wandel ab: Viele Planer sehen die neuen Herausfor­derungen auch als Chance und gehen Schritt für Schritt den Weg zu grüneren Laufevents.

Zehn Laufevents und ihre Nachhaltigkeits-Ideen

Wir stellen zehn Laufveranstaltungen mit spannenden Nachhaltigkeits-Ansätzen vor, wie man einen Wettkampf effizient und umweltfreundlich organisieren kann – von der Anmeldung über den Lauf bis zur Auswertung.

Köln-Marathon: Holzmedaillen, Ökostrom und Wiederverwertung

Köln-Marathon / Manuel Werners

Seit 2019 ist der viertgrößte Marathon in Deutschland nicht mehr nur für seine karnevalartige Stimmung bekannt, sondern auch für mutige Schritte in Sachen nachhaltiger Rennorganisation. Als erster großer deutscher Marathon schaffte er aus ökologischen Gründen die Metall-Medaillen für die Finisher ab. Stattdessen bekommen die Teilnehmer im Ziel Medaillen aus Holz. Das kostet die Veranstalter zwar etwas mehr, spart aber etwa 21 Tonnen CO2 gegenüber den konventionellen Zink-Medaillen. Für den schnellsten Kölner und die schnellste Kölnerin gibt es außerdem ein Jahr kostenlosen Ökostrom als Sieg-Prämie. Einweg-Plastik gibt es an der Strecke so gut wie gar nicht mehr: Drei Viertel der benötigten Becher bestehen aus Pappe, der Rest sind Mehrwegbecher. "Die Fangnetze für die Mehrwegbecher haben wir komplett selbst entwickelt", berichtet Sprecher Jan Broniecki. "Sie sind im Laufen einfacher zu treffen als herkömmliche Tonnen oder Container. Inzwischen fragen sogar andere Events an, ob sie die Netze ausleihen können." Mit ihrem übergeordneten Konzept sind die Kölner auch ein gutes Beispiel dafür, dass Nachhaltigkeit nicht nur Einzelmaßnahmen beinhaltet, sondern schon in der Planung beginnt. Rethink, Refuse, Reduce, Reuse, Recycle (dt.: Überdenken, vermeiden, verringern, wiederbenutzen, wiederverwerten) ist das Motto. Der Gedanke um die Recycling-Fähigkeit von beispielsweise Regen-Ponchos, Wärmefolien oder Starterbeuteln kommt so an letzter Stelle, vorher wird erst einmal überlegt, ob man sie wirklich unbedingt benötigt.

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Röntgenlauf Remscheid: Mehrwegbecher und unverpackte Shirts und Lebensmittel

Röntgenlauf Remscheid 2021

„Der Schlüssel zum Erfolg sind viele kleine Schritte in Richtung Nachhaltigkeit, die die Läuferinnen und Läufer im Idealfall gar nicht bemerken“, sagt Röntgenlauf-Mitgründer Peter Ickert. Der 4000-Teilnehmer-Lauf durch das Bergische Land überzeugt durch ein umfangreiches Klimakonzept mit dem Ziel des klimaneutralen Röntgenlaufes. Ein solcher kleiner Schritt sind etwa die Verpackungen der 5000 Shirts für Teilnehmer und Helfer. Diese werden nicht mehr einzeln in Plastik eingeschweißt bestellt, sondern in Kartons ohne Einzelverpackung: eine minimale Änderung, die pro Jahr 5000 Plastikverpackungen spart. Generell gibt es nicht mehr viel Plastik an der Strecke: Das Wasser wird in Mehrweg- und Pappbechern ausgeschenkt, auf der Strecke gibt es nur Obst und unverpackte Müsliriegel sowie Gebäck von einem lokalen Bäcker.

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Berlin-Marathon: Messung von Umweltauswirkungen und Mut zum Ausprobieren

Berlin-Marathon 2021
Impressionen vom Berlin-Marathon

Der Berlin-Marathon spricht als einer der World Marathon Majors ein sehr großes internationales Publikum an. Was in Berlin umgesetzt wird, steht unter besonderer medialer Beobachtung, hat aber gleichzeitig eine enorme Signalwirkung. 800.000 Becher werden benötigt, um die 60.000 Teilnehmer zu versorgen. Diese sind zwar immer noch Einweg-Produkte, bestehen seit 2019 aber immerhin aus Recycling-PET. Damit die Becher nicht mehr auf der Straße landen, sondern sortenrein entsorgt werden können, soll es 2021 Zielscheiben an den Mülltonnen geben. Sie sollen Läufer zum Werfen der leeren Becher animieren. Nach einem Test mit „Silikon-Knüllbechern“ im Jahr 2018, die die Teilnehmer selbst mitführen und auffüllen konnten, ist 2021 außerdem ein Testlauf mit Trinkrucksäcken geplant. „Die Knüllbecher haben sich für den Berlin Marathon nicht bewährt, bei kleineren Veranstaltungen werden wir sie aber weiterhin einsetzen“, erklärt der SCC-Umweltmanagementbeauftragte Michael Gerlach. Um mehr solcher Erkenntnisse zu gewinnen, welche Maßnahmen sinnvoll und effektiv sind, haben die Berliner 2019 erstmalig das Umweltmanagementsystem EMAS eingeführt. Damit werden alle Umweltauswirkungen des Marathons detailliert erfasst und ausgewertet. Auf dieser Basis kann dann Schritt für Schritt die Öko-Bilanz verbessert werden. Der Veranstalter SCC Events strebt für die nahe Zukunft außerdem eine Partnerschaft mit einer großen Naturschutzorganisation an.

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Swiss-City-Marathon Luzern: Bahn fahren und Umweltfranken spenden

Swiss City Marathon Lucerne 2021
Impressionen vom Swiss City Marathon Lucerne

Läufer in der Schweiz kommen in den Genuss eines weltweit einzigartigen Projektes: 18 große Schweizer Laufveranstaltungen haben sich mit der Schweizer Bundesbahn zusammengetan und bieten das SwissRunners-Ticket an. Das Ticket ist im Startgeld enthalten und macht die An- und Rückreise mit dem öffentlichen Verkehr aus der gesamten Schweiz möglich. Auch abseits davon ist der Swiss-City-Marathon nachhaltig ambitioniert und versteht den Umweltschutz als Querschnittsaufgabe in sämtlichen Ressorts. Neu für die kommende Ausgabe ist das Runner’s aGREENment. Jeder Teilnehmer muss bei der Anmeldung aktiv zustimmen, dass er die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Veranstaltung unterstützt und sich dementsprechend verhält. Außerdem kann mit einem freiwilligen Umweltfranken für ein Umweltprojekt gespendet werden. Für seine besonderen Verdienste wurde der Marathon 2018 mit dem Green Award der internationalen Marathon-Vereinigung (AIMS) ausgezeichnet.

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Schwarzwaldmarathon: Umweltbeitrag als Spenden für Umweltprojekte

Schwarzwald-Marathon
Veranstalter

Der Schwarzwaldmarathon tut etwas für die Nachhaltigkeit in seiner direkten Umgebung: Zwei Bienenvölker im Wert von je 600 Euro hat der austragende Verein des Naturlaufes schon gespendet. In Zukunft soll das bei jeder zweiten Austragung geschehen. In Zusammenarbeit mit einem örtlichen Kindergarten werden Blumenwiesen für die Bienen angelegt. Davon profitieren dann auch die Teilnehmer: Statt Import-Ware gab es bei vergangenen Ausgaben bereits ein Glas Honig für alle Läuferinnen und Läufer. Ab dem nächsten Jahr soll außerdem ein freiwilliger Umweltbeitrag angeboten werden, den die Teilnehmer bei der Registrierung mitbezahlen können. Davon werden dann weitere Umweltprojekte finanziert. Eine weitere Besonderheit: Die beliebten Medaillen des Laufes werden nicht eingeflogen, sondern von einer lokalen Behindertenwerkstatt hergestellt. Auch die Sporthalle wurde gemeinsam mit der Stadt vom Diesel-Generator zum elektrischen Durchlauferhitzer umgerüstet.

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Frankfurt-Marathon: Bio-Essen und Photovoltaikanlagen

Mainova Frankfurt-Marathon

Beim zweitgrößten Marathon-Event in Deutschland stehen schon länger Maßnahmen für einen "grüneren Lauf" auf der Agenda. Bereits 2014 gab es dafür den „Green Award“ für den weltweit umweltfreundlichsten Marathon. Die Frankfurter arbeiten eng zusammen mit einem regionalen Bio-Versorger und einem mehrfach ausgezeichneten Bio-Betrieb in der Toskana. Dieser stellt einen großen Teil der Verpflegung beim Event. Innerhalb dieser Kooperation wurden bereits 9000 Olivenbäume in der Toskana gepflanzt. Die knapp 445.000 Becher, die an der Strecke gebraucht werden, sind zwar Einweg-Plastikbecher, aber, so Renndirektor Jo Schindler: „Hier haben wir genau hingeschaut und uns bewusst für dieses System entschieden.“ Denn die leichten Plastikbecher seien beim Aufräumen in einem speziell für den Marathon entwickelten Abfallkonzept hinterher einfacher vom Rest des Mülls zu trennen. „Das ist unterm Strich nachhaltiger, als Mehrweg- oder Recycling-Konzepte“; so Schindler. Außerdem betreibt der Frankfurt Marathon derzeit drei Photovoltaikanlagen in der Stadt. Sie sollen die Energiemenge, die das Event verbraucht, im Laufe eines Jahres durch Sonnenenergie zurückgewinnen.

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München-Marathon: Ökostrom, Bio-Essen und Becher aus Mais

iStockphoto.com

Die Münchener zeigen, wie sich aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie auch etwas Positives in Sachen Nachhaltigkeit ziehen lässt: Den virtuellen München Marathon, den es 2020 ersatzweise gegeben hatte, soll auch in Zukunft weiter stattfinden. „Perspektivisch wollen wir den virtuellen Lauf als zweite Säule neben der Präsenz-Veranstaltung etablieren. Dazu wird gerade eine zugehörige App entwickelt“, sagt Renndirektor Gernot Weigl. Er schätzt, dass bis zu 4000 Teilnehmer aus aller Welt dieses Angebot wahrnehmen werden und so das Flair vom München Marathon ganz ohne die Reiseemissionen genießen können. Des Weiteren setzen die Münchener obligatorisch auf Bio-Lebensmittel in der Verpflegung und Öko-Strom aus der Region. Seit zehn Jahren gibt es bereits Mehrweggeschirr im Start- und Zielbereich. Einwegprodukte kommen nur an der Strecke zum Einsatz und auch dort bestehen sie aus kompostierbarer Maisstärke und nicht aus Plastik.

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Rennsteiglauf: Essen, Getränke, Beschilderungen – alles lokal

Supermarathon beim Rennsteiglauf 2021
Norbert Wilhelmi

Der Rennsteiglauf durch den Thüringer Wald ist ein gutes Beispiel für die zahlreichen naturnahen Läufe in Deutschland, die aufgrund ihrer starken lokalen Verwurzelung schon unbewusst nachhaltig angelegt sind. Statt viel Material und Lebensmittel zu importieren, wird mit regionalen Partnern zusammengearbeitet. Das Wasser kommt vom Getränke-Hersteller um die Ecke, statt einer Pasta-Party gibt es die traditionelle Kloß-Party. Die handgemachte Verpflegung an der Strecke (geschmierte Brote statt Energy-Gels) wird von den örtlichen Vereinen zubereitet. Alle Druckerzeugnisse und Beschilderungen kommen von einer örtlichen Druckerei. All das hält die Lieferwege kurz und reduziert die Emissionen enorm. Als einer der größten Landschaftsläufe in Europa zeigt der Rennsteiglauf, dass solche Maßnahmen sich nicht nur bei kleinen Volkslaufen umsetzen lassen, sondern auch mitwachsen können. „Und der Wald ist nach dem Rennsteiglauf immer sauberer als vorher“, fügt Chef Christopher Gellert hinzu. Für ihn ist es selbstverständlich, als Laufveranstalter Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen. Schließlich lebt der Lauf vom Naturerlebnis.

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Hamburg-Marathon: Wiederverwertung der Becher und recycelte Finisher-Shirts

Hoch Zwei / Haspa Marathon Hamburg

Für die Ausgabe 2021 wird es bei den Hamburgern ein Pilot-Projekt in Kooperation mit Rewe geben, bei dem mehr als 8.000 Mehrwegbecher an die Läufer ausgegeben werden sollen. Das sind etwa acht Prozent des gesamten Becher-Bedarfes an der Strecke. Diese Mehrwegbecher werden den Hartplastik-Bechern ähneln, die man von Musik-Events kennt. Gesammelt und gereinigt sollen sie dann beim nächsten Event wieder zum Einsatz kommen. Die Veranstalter versuchen so gut wie möglich auf korrekte Mülltrennung zu achten. Wie es mittlerweile bei den meisten großen Events üblich ist, gibt es das Veranstaltungs-Shirt nicht mehr automatisch für jeden Finisher, sondern kann gegen einen Aufpreis bei der Anmeldung gekauft werden. Die Shirts sind dadurch meist qualitativ hochwertiger und werden nur an die Teilnehmer ausgegeben, die diese auch wirklich haben wollen. Im Fall des Hamburg Marathons bestehen sie sogar aus recyceltem Material.

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Salzburg-Marathon: Lokales Bio-Essen und kompostierbare Becher

Salzburg Marathon / Alexander Schwarz

In Salzburg setzt man komplett auf Bio. 2010 waren die Lauffestspiele die erste bio-zertifizierte Sportveranstaltung in Österreich und erhielten diese Auszeichnung seither zehnmal in Folge. „Die komplette Ernährung am Veranstaltungswochenende soll grundsätzlich biologisch, regional und saisonal sein“, erklärt Pressesprecher Thomas Kofler. Das Verpflegungs-Konzept ist damit eng in die Region gebunden, in der ökologische Landwirtschaft eine große Rolle spielt. Importiert werden nur Läufer-Favoriten wie Bananen und Orangen, die aus Bio-Fair-Trade-Anbau stammen. An der Strecke gilt eine Null-Plastik-Devise, eingesetzt werden nur kompostierbare Becher. Das wird auch dadurch geleistet, dass die Elektrolytgetränke nicht in separaten Flaschen angeliefert werden, sondern in Pulverform erst an der Strecke gemischt wird. Auf Regenponchos und Wärmefolien aus Kunststoff wird in der Regel verzichtet, die Goodie-Bags bestehen aus Maisstärke.

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6 Dinge, die Sie als Teilnehmerin oder Teilnehmer tun können

Nicht nur die Veranstalter stellen sich der Verantwortung. Wir als Läuferinnen und Teilnehmer einer Sportveranstaltung können mit kleinen Entscheidungen Einfluss auf die Umweltauswirkungen des jeweiligen Events nehmen. Hier sind sechs Anregungen, wie Sie Ihren ökologischen Fußabdruck im Rahmen eines Laufevents möglichst gering halten.

1. Event bewusst wählen

Sie wissen noch nicht bei welchem Lauf Sie starten wollen? Dann informieren Sie sich über die Nachhaltigkeitskonzepte der Veranstaltungen und unterstützen Sie mit Ihrer Teilnahme ein Event, das aus Ihrer Sicht wichtige Punkte beherzigt.

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2. Anreise überdenken

Hier haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer den größten Einfluss. Wer mit dem Rad, dem ÖPNV oder der Bahn anreist, kann erheblich an Emissionen sparen. Ist das keine Option, prüfen Sie, ob Mitfahrgelegenheiten angeboten werden. Wenn es wirklich ein weit entferntes Event sein soll, kompensieren Sie Ihre Reiseemissionen, z.B. über atmosfair.de.

3. Becher nicht auf die Strecke werfen

Auch bei großen City-Marathons gilt: Gibt es an den Verpflegungsständen Einwegbecher, werfen Sie diese unbedingt in die aufgestellten Sammelboxen oder -tonnen an der Strecke. Denn alles, was am Ende auf der Straße liegen bleibt, kann in der Regel nicht recycelt werden.

4. Mülltrennung beachten

Wenn Veranstalter getrennte Müllsammlung anbieten, funktioniert das nur, wenn der Müll sortenrein getrennt wird. Werfen Sie deshalb nicht Ihre Bananenschale in die Plastiktonne, nur, weil diese gerade am nächsten steht.

5. Unnötige Dinge ablehnen

Oft werden Finisher-Shirts, Medaillen, Regenponchos, Wärmefolien, etc. optional angeboten. Prüfen Sie, ob Sie die Dinge wirklich brauchen, bevor Sie sie annehmen.

6. Feedback geben

Wenn Sie eine Goodie-Bag voll mit Plastikkram und Papiermüll bekommen oder von dem herumliegenden Plastik genervt sind, teilen Sie das dem Veranstalter mit. Das macht es den Organisatoren leichter, darauf zu reagieren.

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