Cellulite: Hilft Laufen gegen Orangenhaut?

Frag Debbie: Profi-Tipps für Freizeitläufer
Hilft Laufen gegen Cellulite?

Frage an Debbie
ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.11.2025
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Cellulite, Orangenhaut

Liebe Helena, Orangenhaut, auch Cellulite oder in der Fachsprache Gynoid-Lipodystrophie genannt, ist ein Zustand der Haut, der durch eine unebene Hautoberfläche vor allem im Bereich der Oberschenkel, Hüften und des Gesäßes gekennzeichnet ist. Cellulite ist ungefährlich, wird aber von vielen Betroffenen als unästhetisch empfunden und kann zu Schamgefühlen führen und damit die Lebensqualität beeinflussen.

Etwa 80 bis 90 Prozent der postpubertären Frauen sind betroffen. Cellulite betrifft das Fettgewebe, das direkt unter der Haut liegt. Dieses ist in Kammern oder Taschen organisiert, die von Bindegewebssträngen (sogenannten Septen) getrennt sind. Die Septen verlaufen senkrecht zur Hautoberfläche und sind bei Frauen oft weniger dicht organisiert als bei Männern. Wenn Fettzellen sich ausdehnen, drücken sie von innen gegen die Haut, während die Bindegewebsstränge dazwischen die Haut nach unten ziehen, was zur charakteristischen Dellenbildung führt.

Hormone wie Östrogen spielen eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung von Cellulite, sie beeinflussen die Fettverteilung, Durchblutung und Bindegewebsproduktion. Entscheidend dafür, ob man Cellulite bekommt oder nicht, sind vor allem genetische Faktoren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Hautelastizität ab, was die Dellenbildung oftmals verstärkt. Als Risikofaktoren gelten außerdem ein hoher Anteil an Unterhautfettgewebe, eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und eine Schwangerschaft.

Es existiert zurzeit keine definitive Therapie für Cellulite, es gibt aber eine Reihe von neuen Ansätzen zur Behandlung mit Licht, Laser- und Radiofrequenzen sowie chirurgische Optionen, die teilweise Erfolge zeigen. Diese sollte man aber nur in Betracht ziehen, wenn der Leidensdruck wirklich groß ist, weil diese Eingriffe andere Risiken mit sich bringen.

Insbesondere für milde Formen werden eine gesunde Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Sport empfohlen. Ich habe keine gute wissenschaftliche Arbeit gefunden, die ausschließlich die Auswirkungen von Laufen auf Cellulite untersucht oder gar konkrete Trainingsanweisungen gibt. Aber Sport adressiert schon mal einige der Risikofaktoren: Er reduziert Übergewicht und Fettgewebe und damit auch Östrogen, das neben den Eierstöcken auch im Fettgewebe gebildet wird. Außerdem stimuliert Sport den Stoffwechsel, fördert die Durchblutung und hilft, Toxine zu entfernen und die Hautstruktur zu verbessern. Trainierte und straffe Muskeln unter der Haut können diese ebenfalls glätten und straffen.

Ich würde dir also empfehlen, neben dem Lauftraining auf eine gesunde Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gezielte Hautpflege zu achten.

Deborah „Debbie“ Schöneborn
Deborah „Debbie“ Schöneborn
Profiläuferin, Medizinerin, Kolumnistin