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Individualisierbare Laufschuhe

Salomon präsentiert S/LAB ME:sh

Sportartikelhersteller Salomon bietet seinen Kunden in Frankreich und Belgien mit S/LAB ME:sh die Möglichkeit, sich einen individualisierbaren Laufschuh herstellen zu lassen.

Salomon ME:sh Twinskin +
Foto: RUNNER'S WORLD

Hier wird das "Twinskin"-Gewebe über einen Leisten gespannt. Im Hintergrund ist die bislang einzige ME:sh Unit zu sehen, in der die neuen individuellen Salomon-Schuhe hergestellt werden.

S/LAB ME:sh heißt Salomons Projekt für individualisierbare Laufschuhe. Ab dem 1. Juni 2017 bietet der Sportartikelhersteller seinen Kunden in Frankreich und Belgien bei insgesamt neun Händlern die Möglichkeit an, sich ihren persönlichen Laufschuh zusammenzustellen. Dabei können sie aus drei Angeboten wählen: "Unique to Me models", "Unique to Our Community models" und "Kilian Jornet models".

  • "Unique to Me models": Hier können die Konsumenten am meisten mitbestimmten – unter anderem Mittelsohlen-Material, Sprengung, Einlagen (Dämpfung), Außensohle, Schafthöhe und Weite des Außenmaterials sowie die Farbgebung.
  • "Unique to Our Community models": In Zusammenarbeit mit den Händlern werden Schuhe kreiert, die den Anforderungen der jeweiligen lokalen Gegebenheiten gerecht werden sollen.
  • "Kilian Jornet models": Kunden können aus zwei Modellen wählen, die speziell für Kilian Jornet entworfen wurden und bei denen außer der Schuhgröße keine weitere Individualisierung möglich ist.
Salomon ME:sh Skelett +
Foto: RUNNER'S WORLD

Über dieses Gerüst aus Kunststoff wird das Twinskin-Gewebe gestülpt.

Salomon S/LAB ME:sh – in drei Wochen zum fertigen Laufschuh

Von der Vermessung der Füße – ein Scan ist angedacht, aber noch nicht verfügbar – und der Abfrage der Präferenzen beim Händler bis zur Lieferung des Schuhs an die Haustür sollen laut Salomon nur drei Wochen vergehen. Der gesamte Herstellungsprozess läuft in einer speziell dafür entwickelten Manufaktur, der ME:sh Unit, im Salomon Hauptsitz in Annecy, Frankreich. Statt rund 180 einzelnen Arbeitsschritten, die für einen konventionell hergestellten Großserien-Schuh nötig sind, sollen es bei S/LAB ME:sh nur 30. Ein S/LAB ME:sh-Schuh besteht zudem aus nur 12 anstatt etwa 50 Einzelkomponenten. "Die reine Produktionszeit liegt bei 1:52:47 Stunden", so Jean-Yves Couput, S/LAB ME:sh Project Director bei Salomon.

Als Basis dient dabei ein Socken-ähnlicher Textil-Schlauch namens "Twinskin", der an einen hohen Kompressionsstrumpf erinnert. Dieser wird über einen Leisten gezogen, der den Maßen und Wünschen des Konsumenten am ehesten entspricht. Darauf kommt ein Gerüst aus Polyurethan (Salomon nennt es "Skeleton"), das quasi als Skelett dient, bevor der "Twinskin"-Schlauch wieder zurückgestülpt wird. Diese dreilagige Konstruktion verschmilzt in der "fusion machine" unter Hitzeeinwirkung zu einem Schuh-Rohling. Dieser Rohling wird in den nächsten Arbeitsschritten, die von (zurzeit) zwei speziell ausgebildeten Schuhmachern und zwei neu entwickelten Robotern ausgeführt werden, mit den weiteren Elementen (Mittel- und Außensohle, Schnürsenkeln, ...) zum fertigen Schuh zusammengesetzt. Das hat natürlich seinen Preis: Rund 300 Euro muss ein Kunde für ein "Unique to Me model" ausgeben.

Neuland auf Konsumenten- und Vertriebsseite

Salomon verfolt mit S/LAB ME:sh zwei Ziele: 1. "Auf Konsumentenseite einen Schuh bieten, der individuell an den Fuß angepasst ist, zum Bewegungsmuster des Läufers passt sowie den Wünschen sowie den Anforderungen der Umgebung entspricht", sagt Couput. Noch ist es zur vollständigen Individualisierung allerdings ein weiter Weg. So gibt es bislang lediglich die Wahl aus drei Mittelsohlen – zwei für Trails mit sechs oder acht Millimeter Sprengung und eine für Straße mit 9 Millimeter. 2. Auf Vertriebsseite ist es langfristig das Ziel, das bestehende Produktions- und Vertriebsmodel innerhalb der Schuhindustrie neu zu definieren. "Statt großen Produktionsstätten in Asien sollen viele dezentrale ME:sh Units die Schuhe herstellen", so Couput. Denn Salomon S/LAB ME:sh soll in naher Zukunft weltweit angeboten werden und nach und nach mehr Individualisierung zulassen, als dies momentan noch möglich ist. Statt einer zentralen ME:sh Unit in Annecy würden dann viele weitere dezentrale hinzukommen.
Foto: iStockphoto.com / Vernon Wiley (oben)
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