Wie viele Kalorien verbrennt man bei einem Marathon wirklich?

Energieverbrauch auf 42,2 km
Wie viele Kalorien verbrennt man bei einem Marathon?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.10.2026
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Berlin-Marathon 2026
Foto: Norbert Wilhelmi

Während eines Marathons musst du ganz schön viel Energie aufbringen, und verbrennst dementsprechend auch eine Menge Kalorien. Der genaue Kalorienverbrauch ist aber von unterschiedlichen Einflussfaktoren abhängig und schwankt daher von Läufer zu Läufer. In diesem Artikel erfährst du, wie hoch der Energieumsatz bei einem Marathon ist, welche Faktoren eine Rolle dabei spielen und wie du nach dem Rennen deine Energiedepots wieder auffüllst.

Wie viele Kalorien verbrennt ein Marathon?

Wer einen Marathon läuft, betreibt einen sehr großen Energieaufwand und verbrennt dementsprechend auch eine große Menge an Kalorien (kcal). Wie hoch der Verbrauch letztendlich ist, wird jedoch immer von persönlichen Faktoren wie etwa dem Körpergewicht oder auch dem Alter der Läuferin oder des Läufers beeinflusst. Im Schnitt kann man aber schätzen, dass während eines Marathons zwischen 2.500 bis 3.500 Kalorien verbrannt werden.

Möchtest du deinen Energieumsatz konkreter ausrechnen, kannst du zum Beispiel die Formel unten verwenden:

Gelaufene Kilometer x Körpergewicht in kg x 0,9 kcal (km x kg) = verbrauchte Energie in kcal

Ihrer Logik zufolge hängt der Kalorienverbrauch vor allem vom Körpergewicht sowie der gelaufenen Distanz ab. Der Energieverbrauch einer 70 Kilogramm schweren Läuferin würde während eines Marathons also folgendermaßen aussehen:

42,2 Kilometer x 70 Kilogramm x 0,9 = 2.659 kcal.

Bedenke aber immer, dass der Kalorienverbrauch generell sehr individuell ist und von vielen Faktoren beeinflusst wird, die selten von einer einzigen Tracking-Methode erfasst werden. Die Formel und auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine Smart-Watch oder ein Brustgurt, bieten jedoch eine grobe Orientierung.

Welche Faktoren beeinflussen den Kalorienverbrauch?

Der Kalorienverbrauch während des Laufens wird von vielen Dingen beeinflusst. Zum einen spielen individuelle Merkmale, wie das Körpergewicht, das Alter sowie der Laufstil eine Rolle. Zum anderen wirken sich auch äußere Faktoren, wie etwa die Distanz, die Pace, der Streckenverlauf und Witterungsverhältnisse auf den Energieverbrauch auf:

Je schwerer eine Läuferin oder ein Läufer ist, desto mehr Energie muss aufgebracht werden, um die Masse zu bewegen. Mit einem besonders ökonomischen Laufstil kann wiederum Energie eingespart werden. Kommt eine Strecke mit Anstiegen und Höhenmetern daher, kostet das mehr Energie als ein Lauf mit der gleichen Distanz in flachem Gelände. Wer schneller läuft, verbraucht ebenfalls mehr. Andererseits werden bei längerer Laufzeit ebenfalls mehr Kalorien verbrannt.

All diese Dinge wirken sich auf den Kalorienverbrauch aus und können vor allem bei einem längeren Rennen, wie einem Marathon oder Halbmarathon, einen spürbaren Unterschied machen.

Wie viele Kalorien sollte man während eines Marathons zuführen?

Wie viele Kalorien du während eines Marathons zu dir nehmen solltest, hängt auch immer von deinem Energiebedarf ab, also der Menge, die du insgesamt verbrauchst. Allgemeinen Empfehlungen zufolge sollte man aber pro Stunde zwischen 60 und 90 Gramm Kohlenhydrate zu sich nehmen, um die Glykogenspeicher in Takt zu halten und somit einen Leistungseinbruch zu verhindern. Das würde etwa 240 bis 360 kcal pro Stunde entsprechen.

Als Daumenregel kannst du dir merken, deinen Körper ab Kilometer fünf in regelmäßigen Abständen mit Energie zu versorgen. Dazu kannst du zum Beispiel alle 20 bis 30 Minuten ein Gel, einen Riegel oder ein Sportgetränk zu dir nehmen. Damit die höher konzentrierten Kohlenhydrate gut verträglich sind und schneller aufgenommen werden können, solltest du dazu immer ausreichend Wasser trinken. Versorgst du dich mit einem Gel, das ca. 100 kcal hat, würde das eine Kalorienaufnahme von 200 bis 300 kcal pro Stunde bedeuten.

Kann man mit einem Marathon abnehmen?

Rein theoretisch ist es möglich, mit einem Marathon abzunehmen. Es ist aber wirklich nicht zu empfehlen! Das Rennen fordert den Teilnehmenden viel ab und sorgt somit für einen hohen Kalorienverbrauch. Beim Abnehmen kommt es aber darauf an, dass man sich konstant und über einen längeren Zeitraum in einem Kaloriendefizit befindet. Während eines Marathons verbrennst du eine große Menge an Kalorien und befindest dich danach mit aller Wahrscheinlichkeit in einem Defizit. Allerdings ist das nur ein einziger Tag von vielen, in denen du mehr Kalorien verbrennen musst als du zu dir nimmst, um an Gewicht zu verlieren.

Hinzukommt, dass du während des Rennens Kalorien in Form von Gels, Riegeln, Bananen oder auch Sportgetränken zu dir nimmst, um deinen Körper mit genug Energie für den Marathon zu versorgen. Gönnst du dir dann im Anschluss ein wohlverdientes zelebratorisches Essen, schrumpft das Kaloriendefizit weiter. Das bedeutet jetzt zwar nicht, dass du nach dem Wettkampf zwanghaft deine Kalorien tracken musst, wenn du aber das Ziel einer Gewichtsabnahme verfolgst, wirken sich solche Details am Ende aber auf deine tägliche Bilanz aus.

Häufige Fragen zum Kalorienverbrauch beim Marathon

Wie zuverlässig sind Smartwatch und Laufuhr beim Kalorienverbrauch?

Laufuhren bieten grundsätzlich eine gute erste Orientierung für den Kalorienverbrauch. Sie kalkulieren den Energieumsatz auf Basis zuvor eingegebener persönlicher Daten, wie Körpergröße, Gewicht und Alter. Hier ist allerdings immer mit Abweichungen zu rechnen, da komplexere individuelle Faktoren meist außen vor bleiben. So spielen beispielsweise Stoffwechselunterschiede aufgrund von Genetik, Hormonen oder auch unterschiedlichen Anteile an Fett und Muskelmasse (wie es im Vergleich von Mann und Frau der Fall ist) bei dem Kalorienverbrauch eine wichtige Rolle, können aber nur schwer von Smartwatches erfasst werden.

Auch die Herzfrequenz hat einen nicht unerheblichen Anteil am Energieverbrauch und kann als direkter Indikator für die körperliche Belastung genutzt werden. Meist wird der Puls mithilfe von optischen Sensoren gemessen, die eine durch Anstrengung bedingte Veränderungen des Pulses aber nicht ganz exakt und oft mit Verzögerung erfassen. Deutlich genauer ist eine Pulsmessung mit Brustgurt. Insgesamt liefern Laufuhren höchstens Trends für den Energieumsatz, die aber gut zur Beobachtung der eigenen Leistung und ihrer Verbesserung verwendet werden können.

So füllst du deine Energiespeicher nach dem Marathon wieder auf

Die Regeneration hat im Sport allgemein, aber vor allem bei einem Marathon eine essenzielle Rolle. Das gilt besonders für die Zeit unmittelbar nach dem Rennen, aber auch für die gesamte Vorbereitung davor. Du solltest einer ausreichenden Erholung, sowohl körperlich als auch psychisch, also genug Zeit einräumen.

Die wichtigste Form der Erholung ist Schlaf. Priorisiere in den Tagen und Wochen nach deinem Marathon als0 ausreichend Schlaf. Eine ebenfalls wichtige Form der Regeneration ist die Ernährung. Hier solltest du vor allem auf eiweißhaltige Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Fleisch, Eier, Quark), komplexe Kohlenhydrate (Haferflocken, Nudeln Quinoa, Reis), gesunde Fette (Nüsse, Avocado, Olivenöl) und vor allem viel Flüssigkeit und Elektrolyte (Magnesium, Kalium, Natrium) achten. Indem du deinen Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgst, unterstützt die Erholung und kannst schneller wieder ins Training einsteigen.

Detaillierte Informationen zur richtigen Ernährung vor, während und nach dem Marathon findest du hier:

Neben genug Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung können aber auch Dinge, wie zum Beispiel Dehnübungen oder Regenerationsläufe die Durchblutung anregen und somit eine schnelle Regeneration fördern sowie Muskelkater vorbeugen.

Fazit