Ab wann bin ich ein Läufer?

Eigenschaften von Läuferinnen und Läufern
Ab wann bin ich ein Läufer?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.06.2026
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Eine Läuferin und ein Läufer auf einem schönen Weg am Fluss
Foto: Getty Images

Sei ganz ehrlich: Fragst du dich manchmal, ob du ein echter Läufer oder eine echte Läuferin bist? „To be a runner, or not to be a runner, that is the question“, ist eine wichtige Sinnfrage für viele, die laufen. Um diese große Shakespeare-Frage der Laufwelt zu beantworten, holen wir ein wenig aus. Denn wir möchten sie aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, damit alle, die sich diese existenzielle Lauffrage stellen, nicht wie einst Hamlet und sein Königreich tragisch untergehen.

Gibt es eine offizielle Definition eines Läufers?

Nein, die gibt es nicht! In keinen Statuten, Gesetzen oder Regeln eines Vereins steht geschrieben, wer ein Läufer oder eine Läuferin ist und wer nicht. Laut Wörterbüchern, wie zum Beispiel Duden oder Wahrig, ist eine Läuferin oder ein Läufer eine Person, die das Laufen als sportliche Disziplin betreibt oder an einem Laufwettbewerb teilnimmt. Läuferinnen und Läufer sind somit alle, die joggen oder mehr.

Ab wann darf man sich Läufer nennen?

Jeder, der läuft oder joggt, darf sich Läuferin oder Läufer nennen – egal, ob Anfängerin, ambitionierter Routinier oder Laufprofi. Wenn du also läufst – regelmäßig, bewusst und aus eigener Motivation heraus – dann kannst du dich auch Läuferin oder Läufer nennen. Dafür gibt es, wie oben schon beschrieben, keine offizielle Definition, keine definierten Maße wie Körpergewicht oder BMI, keine Mindestgeschwindigkeit, keine Distanz-, Puls- oder Wettkampfvorgabe.

Wer sich als Läufer oder Läuferin bezeichnet, gehört zu einer Gemeinschaft: den Laufenden. Es ist wie eine Art Identität. Wenn du regelmäßig laufen gehst, gehörst auch du dazu. Viele glauben fälschlicherweise, sie müssten erst „ausdauernd oder schnell oder schlank genug“ sein, um sich als Läuferin oder Läufer zu bezeichnen. Das ist ein absoluter Irrglaube, der sich bei einigen leider hartnäckig hält!

WichtigLäuferin oder Läufer zu sein, ist vielmehr eine Identität, nicht eine Definition!

Es ist die Identität, die entscheidet, nicht die Leistung! Du kannst dich also auch mit gutem Gewissen Läuferin bzw. Läufer nennen, wenn du vor kurzem erst angefangen hast zu laufen, das Laufen mit Gehpausen verbindest, keine Trainingspläne verfolgst, kein Wissen über deine Pulswerte und HFmax hast und auch nicht an Laufwettbewerben teilnimmst. Es ist völlig egal, welchen Body-Mass-Index (BMI) du hast (ob du übergewichtig, untergewichtig, normal- oder idealgewichtig bist), ob du groß oder klein, alt oder jung bist und ob du kurz oder weit, schnell oder langsam joggst. Auch wenn du in der Lebensmitte oder erst im Seniorenalter mit Laufen beginnst, bist du ein Läufer!

Natürlich sind auch alle anderen, die seit langem leistungs- und wettkampfbetont nach Laufplan trainieren, Läufer. Dazu zählen ambitionierte Marathonläufer, die das Laufen zu ihrem liebsten Hobby auserkoren haben – genauso wie supertalentierte Profiläuferinnen, die mit Laufen ihren Lebensunterhalt verdienen. Na klar, auch alle Laufinfluencer und Lebensläufer. Wobei Letztere eine Ausnahme bilden, weil man sich eben erst dann Lebensläuferin nennen sollte, wenn man bereits ein paar Jahrzehnte lang dieses gesunde Hobby pflegt.

Diese 3 Faktoren entscheiden, ob du ein Läufer bist

Halten wir also fest, dass man Läuferin bzw. Läufer ist, wenn man:

  1. regelmäßig joggt (ob nun einmal oder siebenmal die Woche).
  2. Die Identität passt: Das Entscheidende ist, ob du dich mit dem Laufsport identifizieren kannst und mit Spaß regelmäßig läufst.
  3. Wer sich übers Laufen informiert und austauscht, bildet sich eine Meinung: Es entsteht nicht nur eine Identität, sondern eine Art Image. Du fühlst dich einer Gruppe zugehörig. Es entwickelt sich allmählich ein Teamspirit (viele Läufer grüßen sich oder verabreden sich zum Laufen). So bildet sich eine Mentalität: die Läufermentalität.

Ab wann bin ich kein Laufanfänger mehr?

Sobald du die Regelmäßigkeit in deiner Laufgewohnheit bzw. Laufroutine etabliert hast, wie oben erklärt, bist du kein Laufanfänger mehr. In der Zeit danach folgt die Identitäts- und Mentalitätsbildung, das kommt von ganz allein. Dann folgt bei vielen: Daten über den eigenen Körper oder die Laufrunde tracken und analysieren, zum Beispiel mit Lauf-App, Pulsuhr oder Smartwatch. Aber das sind bloß luxuriöse Zugaben und absolut kein Muss, um Läufer zu sein. Genauso wenig wie Bestzeiten!

Bin ich auch ein Läufer, wenn ich langsam jogge?

Laufen oder Joggen, der Unterschied ist gering. Die Definition von langsam ist auch sehr individuell. Wenn ein durchschnittlicher Hobbyläufer sich mit der Elite vergleicht, ist der Freizeitsportler im Verhältnis ein langsamer Jogger.

Laufen und Joggen verbindet. In der Regel ist die Joggerin – aus unterschiedlichen Gründen – etwas langsamer als die Läuferin unterwegs. Auf den Laufrunden begrüßt man sich dennoch meistens. Dadurch fühlen wir uns verbunden – ganz egal, in welchem Tempo wir laufen. Ja, du bist also auch eine Läuferin, wenn du ganz langsam joggst!

Joggen ist aus gutem Grund unser liebstes Hobby. Vor allem das langsame Joggen ist wie eine Therapie: Wir genießen die stressfreie gemütliche Laufrunde. Dabei zeigen sich Freiheitsgefühle und Glückshormone – ganz unabhängig davon, ob man langsam oder schnell unterwegs ist!

Wenn du langsam joggst, bist du nicht allein. In der Vorbereitung von Wettkämpfen braucht es die schnellen Tempoläufe, aber auch die Regenerationsläufe. Und die große Basis besteht aus Dauerläufen, die ein angenehmes Tempo haben, in dem man sich noch unterhalten kann. Langsam joggen ist auch der richtige Weg, um deine Form zu konservieren, wenn die Motivation mal komplett fehlt, sich bei den Intervallläufen zu quälen. Aus dem langsamen Joggen entwickelt sich Laufen zu einem Lebensstil.

Für einen Läufer ist Laufen ein Lebensstil, egal ob er pausiert, schnell läuft oder langsam joggt. Wie schnell und lange du unterwegs bist, hat oft mit deiner aktuellen Lebenssituation zu tun. Auch eine Läuferin, die verletzungsbedingt monatelang oder sogar jahrelang pausieren muss, bleibt eine Läuferin.

Weitere Fragen zur Läufer-Identität

Fazit