Aufwärmen überspringen? Der Fehler, der sich rächt.

Der Fehler, der sich rächt
Aufwärmen überspringen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.09.2026
Als Favorit speichern
Warum-up vor dem Laufen
Foto: Getty Images

Du bist gerade von der Arbeit nach Hause gekommen, hast die Laufschuhe schon geschnürt und willst einfach nur loslaufen. Aber war da nicht noch etwas? Jeder Läufer und jede Läuferin weiß, dass es wichtig ist, sich vor dem Sport aufzuwärmen. Aber wie schlimm kann es schon sein, wenn man das Warm-up mal auslässt? Denn so einen großen Unterschied können 10 Minuten Bewegung auch nicht machen, oder?

Was ein fehlendes Warm-up im Körper verursacht

Das Aufwärmen vor dem Sport bereitet deinen Körper auf die bevorstehende Belastung vor – sowohl deinen Kreislauf als auch deine Gelenke und Muskeln. Es bringt dich sozusagen in Betriebstemperatur, erhöht deinen Puls leicht und versorgt deine Muskeln so mit mehr Sauerstoff. Außerdem macht es deinen Bewegungsapparat belastbarer und deine Glieder flexibler.

Wer sich vor dem Laufen nicht ausreichend aufwärmt, verzichtet auf diese positiven Effekte. Die harmlose Folge dessen ist der Muskelkater. Wenn deine Muskeln nicht passend auf die Bewegung vorbereitet sind, werden sie übermäßig beansprucht. Das verursacht die unbeliebten Schmerzen am nächsten Tag. Das Worst-Case-Szenario ist eine Verletzung. Eine US-amerikanische Studie, veröffentlicht im Fachmagazin „Sports Medicine“, zeigte, dass richtiges Aufwärmen das Risiko für Sportverletzungen minimieren kann. Ein Warm-up kann die Wahrscheinlichkeit, sich eine Muskel- und Sehnenverletzung zuzuziehen, also verkleinern.

Häufige Warm-up-Fehler

Du hast dich also doch dazu entschieden, dich aufzuwärmen. Das ist schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Es gibt dabei aber dennoch einiges zu beachten. Denn schließlich soll dein Warm-up so effektiv wie möglich sein. Dabei ist es aber leicht, den ein oder anderen Fehler zu begehen.

❌ Falsche Intensität

Das Warm-up soll dich lediglich an die kommende Belastung heranführen. Danach solltest du dich also nicht schon so fühlen, als wärst du gerade einen Marathon gelaufen. Zu leicht sollte sie Intensität aber auch nicht sein. Dein Puls soll etwas in Schwung kommen, um deinen Kreislauf anzukurbeln und deine Muskeln vorzubereiten.

❌ Nicht sportartspezifisch

Du würdest für das Laufen schließlich auch keinen Fahrradhelm tragen, oder? Ähnlich ist es, wenn du ein Warm-up für die falsche Sportart machst – du bist auf das anstehende Training schlecht vorbereitet. Jede Disziplin hat einen eigenen Bewegungsablauf und beansprucht den Körper anders. Deshalb solltest du sicherstellen, ein Aufwärmprogramm speziell für deine Sportart zu machen. Am besten gehst du noch einen Schritt weiter und bereitest dich spezifisch auf die Art des geplanten Laufs vor – die Vorbereitung auf einen Easy Run ist anders als bei einem Tempotraining.

❌ Statisches Dehnen

Vor einem Lauf solltest du statisches Dehnen vermeiden. Das längere Halten einer Dehnposition kann im schlimmsten Fall sogar zu Verletzungen führen. Stattdessen solltest du auf Mobilisation setzen. Dabei kannst du auch ein paar dynamische Dehnübungen einbauen – sie sollten aber nicht im Fokus des Warm-ups stehen.

❌ Zu lange Pause nach dem Warm-up

Aufwärmen soll – wie der Name vermuten lässt – einen Bewegungsapparat und die Muskulatur aufwärmen. Wenn du zwischen deinem Warm-up und dem Start deines Trainings zu viel Zeit vergehen lässt, kühlt dein Körper wieder ab. Am besten bleibst du zwischen den Übungen und deinem Training etwas in Bewegung. Auf der Stelle joggen oder auf und ab hüpfen reicht dabei völlig.

❌ Spontan ohne Plan

Um das Warm-up so effektiv wie möglich zu gestalten, ist es wichtig, mit Struktur daran zu gehen. Einfach mal etwas die Füße kreisen und ein paar Mal das Bein schwingen spart zwar Zeit, bringt aber kaum etwas. Am besten ist eine Routine – also eine bestimmte Anzahl an Übungen, die du vor jedem Lauf anwendest. Mit der Zeit kannst du diese dann auch schon auswendig. Wenn du ein bestimmtes Training machst, kannst du dein Warm-up anpassen und erweitern.

Warm-up vs. Dehnen: Was Läufer vor dem Lauf wirklich brauchen

Deinen Körper auf Belastung kannst du am besten mit dynamischen Mobilisationsübungen vorbereiten. Denn diese regen die Durchblutung an und verbessern die Koordination und Gelenkbeweglichkeit. Auch die ein oder andere dynamische Dehnübung sowie das Lauf-ABC kannst du in dein Warm-up einbauen. Nur auf statisches Dehnen solltest du verzichten. Das hat nämlich keinen Effekt auf das Warm-up, und die Laufleistung und kann in manchen Fällen sogar die Laufökonomie verschlechtern. Eine ausführliche Dehnsession solltest du demnach weder vor noch unmittelbar nach dem Lauftraining machen, sondern zu einem gesonderten Zeitpunkt.

Die 7‑Minuten-Warm-up-Routine für Läufer

Vor jedem Lauf solltest du eine kurze Warm-up-Einheit absolvieren – das gilt besonders vor intensiven Tempoläufen und Rennen. Hier ist eine Aufwärm-Routine, damit du fit und vorbereitet in deinen Lauf starten kannst.

1

Armkreisen

2

Hüftkreisen

3

Fußkreisen

4

Beinheber

5

Plyometrischer Ausfallschritt

6

Stechschritt

7

Rumpfbeuge

FAQ: Dehnen vor dem Laufen

Fazit