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Fit für den Marathon
Der Marathon und seine Geschichte iStockphoto

Die Geschichte des Marathons

Vom Laufboten zum Olympischen Event Die Geschichte des Marathons

Der Marathon zieht Läufer und Zuschauer in seinen Bann. Aber woher kommt eigentlich der Name und warum ist die Strecke 42,195 Kilometer lang?

Eine Schlacht und ein Laufbote

Marathon ist eine Gemeinde in Griechenland nordöstlich von Athen und diese Gemeinde existierte auch schon im antiken Griechenland. Damals wie heute lag bzw. liegt Marathon in einer von Bergen und Meer umgebenen Ebene, auf der 490 v. Chr. Athener und Perser eine große Schlacht ausgetragen haben. Die so groß war, dass sie auch in die Geschichtsbücher einging. Die Athener unter dem Feldherrn Miltiades besiegten die angreifende persische Armee unter Dareios I. Doch die überlebenden Perser bestiegen ihre Schiffe und segelten nach Athen, um die von Verteidigern freie Stadt vom Meer aus anzugreifen. Also traten die Griechen einen schnellen Rückmarsch an, um den Sieg zu feiern und ihre Stadt Athen vor einem persischen Angriff von See aus zu bewahren.

Ein Bote, er hieß Phidippides, lief die Strecke bis Athen voraus, um die Siegesnachricht zu verkünden - so besagt es die Legende. Der heute als olympische Disziplin ausgetragene Marathonlauf über 42,195 Kilometer erinnert an die sagenhafte Leistung dieses Mannes. Gemäß dem Mythos schrie Phidippides bei seiner Ankunft in Athen „Freut Euch, wir haben gesiegt!“ und starb vor Erschöpfung auf der Stelle.

Der Übertrag in die Neuzeit

Die Legende des Boten Phidippides ist die Basis für den Marathon, wie wir ihn heute kennen. Michel Bréal, ein Freund von Pierre de Coubertins, dem Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, sah den Mythos als Anlass für ein zentrales sportliches Ereignis der ersten wiederaufgenommen Olympischen Spiele im Jahr 1896. Die fanden in Athen statt – und der olympische Marathon 1896 wurde auf der legendären Strecke – von Marathon zum Panathinaiko Stadion – ausgetragen, die Phidippides damals lief. An diesem 10. April 1896 gewann Spiridon Louis: Mit seinem Zieleinlauf im Athener Olympiastadion nach 2:58:50 Stunden hat er Sportgeschichte geschrieben.

Jedoch betrug die Strecke damals nur etwa 38 Kilometer. Bei den nächsten Olympischen Sommerspielen im Jahre 1900 in Paris lief man dann 40,2 Kilometer, die der Sieger in 2:59:45 Stunden zurücklegte. Um eine genaue Streckenvermessung kümmerte man sich nicht, mal wurden 38,5 Kilometer und mal 41 Kilometer gelaufen, je nach den örtlichen Gegebenheiten. Ursprünglich sollte die Marathonstrecke bei den Olympischen Spielen 1908 in London vom Windsor Castle, dem Sitz der Königin, bis zum White City Stadium führen und 26 Meilen lang sein. Die Queen bat jedoch nachträglich darum, den Start zur östlichen Rasenfläche von Windsor Castle zurückzuverlegen, damit die Kinder der königlichen Familie beim Rennen zusehen konnten. Dadurch verlängerte sich die Strecke um 385 Yards (352 Meter) – das war die Geburt der offiziellen Distanz eines Marathonlaufs: 42,195 Kilometer. Auch wenn man erst in den 1920er Jahren diese Distanz als verbindlich festlegte, war also das sportliche Interesse einer königlichen Hoheit Grund für diese krumme Streckenzahl.

Ein Rennen für jeden, der seine Grenzen austesten möchte

Heute laufen Millionen Freizeit-Läufer Marathon. Die meisten davon getrieben, ihre Grenzen auszuloten, manche auch mit dem Ehrgeiz, sie zu überschreiten. "Der Marathon ist die Mount Everest-Besteigung des kleinen Mannes" soll der einstige Spitzenläufer Herbert Steffny mal gesagt haben - und auch wenn es heute etwas despektierlich klingt, so ist doch an der Aussage etwas dran. Die Marathon-Veranstaltungen haben sich inzwischen weltweit etabliert und je nach Stadt oder Land ihre eigenen überlieferten Hintergründe.

Der traditionellste aller Marathonläufe ist der Boston-Marathon. Er findet seit dem 19. April 1897 alljährlich am Patriot’s Day (dritter Montag im April) in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts statt. Der Kurs startet in Hopkinton, im County Middlesex, und endet in Boston. 1897 fand der Lauf mit damals nur 15 Athleten zum ersten Mal statt. Seitdem musste die Teilnehmerzahl begrenzt werden, weil das Interesse so enorm groß war und bis heute ist. Damit auch die Leistungen der älteren Läufer eine entsprechende Würdigung erfahren, wird heutzutage bei den Teilnehmern nach Altersklassen unterschieden.

Die Gleichberechtigung erkämpft

Lange waren Frauen von den langen Laufdistanzen ausgeschlossen, auch vom Marathon. Es dauerte bis zum Jahr 1966, bis erstmals eine Frau in Boston teilnahm. Sie hatte zwar keine Startnummer, war somit letztendlich inoffizielle Teilnehmerin, doch ihr Name ging in die Sportgeschichte ein: Roberta „Bobbi“ Gibb (geboren 1942) setzte sich damit gegen die Vorurteile der Männerwelt zur Wehr, dass Frauen in ihren athletischen Fähigkeiten den Männern unterlegen seien und zu schwach für einen Marathonlauf. Nach 3:21:40 Stunden kam sie ins Ziel und war über Nacht berühmt geworden. Roberta hatte sich nach dem Startschuss heimlich in die Masse der Läufer schmuggeln müssen und wurde erst nach dem Lauf zur Sensation.

Ein Jahr später hat sich Kathrine Switzer (geboren 1947) die Teilnahme in Boston durch einen Trick erschlichen. In ihrer Anmeldung stand „K. V. Switzer“ ohne Angabe des Geschlechts. Als ersichtlich war, dass sich wieder eine Frau mit Startnummer auf der Strecke befand, versuchte der Veranstalter sie mit Gewalt am Weiterlaufen zu hindern – aber der Freund von Switzer, der sie begleitete, wusste dies zu verhindern. Offiziell dürfen Frauen seit 1972 am Boston-Marathon teilnehmen.

Allerdings erst viele Jahre später wurde der Marathon auch für Frauen olympisch. 1984 in Los Angeles/USA wurde erstmals eine Frau zur Marathon-Olympiasiegerin gekürt. Joan Benoit gewann in 2:24:52 Stunden, sie hielt seit 1983 in 2:22:43 Stunden die Weltbestzeit, das waren durchaus Zeiten, mit denen schon damals die Frauen bei den Spitzen-Männern (nationaler Level) mithalten konnten.

Breitensport Marathon

Große deutsche Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und Köln oder München haben ebenfalls ihre eigenen spektakulären Marathonläufe. Die ziehen nicht nur Teilnehmer an, sondern bringen durch ihre attraktiven City-Parcours auch zahlreiche Zuschauer an die Strecke, die mit ihrem Jubel für die nötige Motivation sorgen. Auf der ganzen Welt, selbst im hohen Norden, in Spitzbergen, sind Marathonläufe eine beliebte Sportveranstaltung.

Unser Veranstaltungskalender gibt Ihnen eine Übersicht, welche Marathons wann und wo stattfinden. Hier finden Sie unseren Laufkalender.

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