Beth Pascall bei ihrer FKT auf der Bob Graham Round Sam Bénard

Fastest Known Times

Die Jagd nach Rekorden Fastest Known Times

Fastest Known Times (FKTs), also die Jagd nach den schnellsten Zeiten auf bestimmten Strecken, sind seit einigen Jahren ein großer Trend in der Laufszene. Wir verraten, wie alles begann – und wie Sie mitmachen können.

20 Jahre ist es her, dass Buzz Burrell und Peter Bakwin den Rekord auf dem kalifornischen John Muir Trail brechen wollten. Die erste He­rausforderung bestand darin herausfinden, wer den Rekord überhaupt innehatte. Berühmte Ultraläufer wie Tim Twietmeyer, immerhin fünffacher Sieger des Western States 100, oder Blake Wood, ehemaliger Inhaber des Streckenrekords des Hardrock 100, waren den Trail bereits gelaufen. Burrell und Bakwin telefonierten und schrieben Briefe. „Wir haben lange nach verlässlichen Informationen gesucht, wer denn nun wirklich der Schnellste war, waren am Ende aber auch nicht schlauer“, erzählt Buzz Burrell. „Damals wurde uns klar, dass man im Grunde immer nur von der schnellsten bekannten Zeit sprechen kann, denn irgendjemand könnte ja bereits schneller gewesen sein.“ So erfanden die beiden den Begriff „Fastest Known Time“ (schnellste bekannte Zeit), kurz FKT.

Ein Interview mit FKT-Mitbegründer Buzz Burrell finden Sie weiter unten.

Die Idee hinter Fastest Known Times

Nach ihrem 4 Tage, 14 Stunden und 39 Minuten währenden Lauf auf dem knapp 340 Kilometern langen Fernwanderweg beschlossen sie, eine Datenbank für diese Art von Rekorden einzurichten. Anfangs war es ein einfaches Online-Forum, in dem jeder seine FKT anmelden und sich mit anderen austauschen konnte – etwas für die wahren Nerds der Ultralaufszene. „Im Jahr 2018 haben wir dann die neue Seite www.fastestknowntime.com aufgezogen und, boom, die Leute fanden es super“, so Burrell. Die Bezeichnung Fastest Known Time und das Akronym FKT setzten sich spätestens ab diesem Zeitpunkt durch, entwuchsen langsam, aber sicher dem Nischendasein und stehen heute für die Jagd nach Bestzeiten auf bestimmten Strecken.

Bob Graham Round, Beth Pascal
Sam Bénard
Beth Pascal hält die FKT auf der Bob Graham Round (106 Kilometer, 8200 Höhenmeter, 14:34:26 Stunden), eine der prestigeträchtigsten FKT-Runden. Die Strecke führt vom Start- und Zielort Keswick über 42 Hügel (Fells genannt) im Lake District. Kaum einer schafft die Strecke ohne lokale Pacer.

Der Ursprung von Fastest Known Times

Doch Fastest Known Times haben eigentlich eine deutlich längere Tradition – nur hießen sie früher nicht so. Schon in den Anfängen des Alpinismus versuchten sich Kletterer beim Gipfelsturm gegenseitig zu überbieten: Man wollte entweder der Erste oder der Schnellste auf einem Berg sein. So kämpften in den 1860er-Jahren – lange nach der Erstbesteigung 1786 – viele Kletterer auf der Route von Chamonix auf den Mont Blanc und wieder zurück um die schnellste Zeit. In nur drei Jahren wurde damals der Rekord von rund 16 Stunden auf 8:48 Stunden verbessert. Heute ist die Fastest Known Time von Kilian Jornet aus dem Jahr 2013 noch mal rund drei Stunden schneller. Und auch im englischen Lake District, etwa auf der Bob Graham Round, gab es bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Rangeleien um die schnellste Zeit.

Aus Buzz Burrells Sicht liegen die Anfänge, philosophisch ausgedrückt, sogar noch weiter zurück: „Es begann, als der Mensch anfing, auf dem Planeten herum­zulaufen. Ich sage immer: Es liegt in der menschlichen Natur, etwas so schnell wie möglich zu erledigen.“ Ähnlich sieht es Ki­lian Jornet, der nicht nur den Rekord auf dem Mont Blanc, sondern, neben vielen anderen Gipfeln, auch den auf dem Mount Everest hält: „Wenn man auf einem Berg oder einem Trail entlangläuft, ist es nur natürlich, dass man auf die Idee kommt, dabei schneller sein zu wollen als alle anderen.“

Darin liegt wohl auch die große Popularität begründet, die mit der Corona-Pandemie und den allerorten abgesagten Rennen nochmals einen Schub erfuhr: Beth Pascall auf der Bob Graham Round, Anton Palzer über den Watzmann und innerhalb von acht Tagen erst Florian Grasel, Peter Kienzl und letztlich Daniel Jung auf dem Berliner Höhenweg: In diesem Sommer fielen die Rekorde zahlreicher bekannter Strecken auf der ganzen Welt. Während Corona das orga­ni­sierte Wettkampf-Laufen fast ausnahmslos zum Erliegen brachte, boomte die andere Spielart des Sich-mit­einander-Mes­sens. Und auch ich, der Autor dieser Zeilen, habe mich im Sommer 2020 an einer Fastest Known Time versucht. Auf dem Panoramaweg in Baden-Baden (ungefähr 43 Kilometer mit 1500 Höhenmetern) galt es, die 4:54:52 Stunden von Sonja von Opel zu schlagen, der bislang einzigen Leistung auf dieser Strecke. Am Ende war ich mit 3:55:26 Stunden rund eine Stunde schneller. Seitdem sind Sonja und ich beide In­haber der FKT auf dem Panoramaweg.

Diese Regeln gelten bei Fastest Known Times

Denn wie auch sonst beim Laufen üblich wird bei den Leistungen zwischen Frauen und Männern differenziert. Außerdem gibt es die Kategorie „Non Binary“ für alle, die sich nicht einer dieser Geschlechter­kategorien zuordnen möchten oder können. Auch als „Mixed Gender Team“ kann man eine FKT aufstellen. Altersklassen gibt es nicht.

Überdies werden noch Schwierigkeitsgrade unterschieden: FKTs werden in „supported“, „self-supported“ oder „unsupported“ kategorisiert. Während man bei „supported“ jegliche Hilfe wie Pacer und Verpflegung von außen nutzen kann, darf man sich bei „self-supported“ Verpflegung kaufen oder diese vorab entlang der Strecke deponieren. Bei „unsupported“ ist jegliche Hilfe von außen untersagt. Alles, was man unterwegs benötigt, muss man von Anfang an mit sich herumschleppen und darf sich lediglich an dem bedienen, was die Natur einem bietet – nur Brunnen sind erlaubt. Das mag kompliziert klingen, ist in der Praxis aber letztlich ganz einfach.

Diese Regeln stammen indes von keinem offiziellen FKT-Weltverband, sondern wiederum von Burrell und Bakwin. Denn nicht nur ihr Begriff Fastest Known Time, sondern auch ihre gleichnamige Datenbank setzte sich durch und ist heute das Register für Rekorde. Eine Institution, die nicht von Verbänden getragen wird und ihre Relevanz einzig aus dem Vertrauen und Ansehen der Laufcommunity erhält.

Tour auf den Mont Blanc, Kilian Journet
Seb Montaz
Für den Großteil der Strecke auf den Mont Blanc nehmen die meisten Bergsteiger die Seilbahn von Chamonix bis auf 3842 Meter. Kilian Jornet lief bei seiner FKT die Strecke vom Tal auf den 4810 Meter hohen Gipfel und wieder zurück (28 Kilometer, 3800 Höhenmeter) in gerade mal 4:57:44 Stunden.

Wer eine FKT für sich beanspruchen möchte, kann dies unkompliziert auf der Website tun. Dazu füllt man lediglich ein kurzes Formular aus, hängt die GPS-Aufzeichnung seines Laufs an, fertig. Es gibt auch die Möglichkeit, einen FKT-Versuch vorab anzumelden, um auf der Website in Echtzeit getrackt zu werden – für besonders prestigeträchtige und lange Strecken durchaus empfehlenswert. Wichtig: Es zählt stets die Brutto-Zeit vom Anfang bis zum Ende. Wie bei einem Rennen zählen Pausen mit ins Ergebnis. Jede Einsendung wird einzeln geprüft und entweder freigegeben oder abgelehnt. Neben Burrell und Bakwin arbeiten inzwischen noch zwei weitere Leute mehrere Stunden am Tag ehrenamtlich an dem Register. „Es ist verdammt viel Arbeit und es wird immer mehr. Vor allem sonntags und montags kommt viel rein“, sagt Burrell.

Strecken für Fastest Known Times

„Schön, aber was habe ich davon?“, mögen viele jetzt vielleicht denken, die nicht 3800 Höhenmeter auf den Mont Blanc oder 100 Kilometer durch den Lake District rennen können, vor allem nicht schnell. Nun, jeder kann eine FKT aufstellen. Klar, den Rekord von Kilian Jornet oder Beth Pascall werden wohl die wenigsten verbessern können, aber wie wäre es mit Wanderwegen oder Bergen in der Nähe?

Wie eine bereits absolvierte FKT kann auch jeder eine neue Route vorschlagen. Dafür haben Bakwin und Burrell auf ihrer Website eine Art Regelwerk erstellt (die FKT Guidelines): Eine FKT-Strecke muss mindestens fünf Meilen (acht Kilometer) lang sein oder 500 Fuß (150 Höhenmeter) Anstieg aufweisen. Ansonsten gibt es keine weiteren Parameter, die eine Route erfüllen muss. „Ob eine Route FKT-würdig ist, entscheiden in letzter Konsequenz aber wir“, so Burrell. Wird eine neue Route vorgeschlagen, googelt er zuerst den Namen der Strecke. Wenn er sieht, dass es zu dieser sogar eine Website und ein Logo gibt, was übrigens bei fast jedem Vorschlag aus Deutschland der Fall sei, ist die Sache klar.

Wovon Burrell spricht, sind vor allem regio­nale Wanderwege wie beispielsweise der Grüne Ring um Hamburg, der Heidschnuckenweg oder der Eifelsteig. Auch die Alpen sind voller Wanderwege, auf denen es teilweise noch keine FKT gibt. Doch es muss kein bereits bestehender oder gar bekannter Weitwanderweg sein. „Wir sehen eine große Bandbreitetoller Strecken.“ Einen Berg hochzulaufen sei naheliegend, einfach eine Runde um den Block in der Nachbarschaft eher nicht.

Früher sei es fast ausschließlich um Trails in den Bergen gegangen. Aber das ist nicht mehr der Fall, denn nur die wenigsten leben und laufen in den Bergen. „Es gibt viele Freiheiten, denn wir wollen, dass das FKT-Konzept etwas für alle ist“, so Burrell. Letztlich muss die Route in irgendeiner Form von Bedeutung sein und einen Reiz bieten, dass auch andere sie laufen wollen. „Peter sagt immer: Mit FKT-Routen ist es wie mit Kunstwerken: Du weißt, dass du eins vor die hast, sobald du es siehst“, erklärt Burrell die Bedeutung des Bauchgefühls für die Einschätzung.

So sichern Sie sich eine Fastest Known Time

Wenn auch Sie sich eine FKT sichern wollen, haben Sie also zwei Möglichkeiten: 1. Sie verbessern die Zeit (in der entsprechenden Kategorie) auf einer bestehenden Strecke. 2. Sie laufen eine bislang noch nicht erstellte Strecke. Wenn Sie der oder die Erste auf dieser Route sind, gehört der FKT automatisch Ihnen – ganz egal, ob Sie wirklich sehr schnell oder doch eher langsam waren. Denn Geschwindigkeit ist bei Rekorden immer relativ, solange man sich noch mit niemandem vergleichen kann.

Starnberger See, Sonja von Opel
Michael Reusse
Seeumrundungen sind beliebte FKT-Strecken. Immer nah am Ufer entlang führt die Runde (50 Kilometer, 350 Höhenmeter) auf Wander- und Radwegen um den Starnberger See südlich von München. Der Frauen-Rekord von Sonja von Opel liegt bei 3:56:48 Stunden.

Umgekehrt gilt: Wer sich einen Rekord gesichert hat, muss natürlich davon ausgehen, dass dieser irgendwann von irgendwem verbessert wird. In der FKT-Bewegung gehört das fest dazu. Die Rekorde sind nicht für die Ewigkeit, sondern stets nur eine Momentaufnahme. Sonja von Opel, die unter anderem auch den „female“-FKT um den Starnberger See (siehe Foto oben) hält, sagt dazu: „Ich bin gespannt, wann ich von einer anderen Frau von diesem virtuellen Sockel geschubst werde. Denn das ist das Spannende bei FKTs: Es kann nur eine geben!“

Strava-Segmente als FKT-Alternative

Ganz ähnlich wie FKTs funktionieren übrigens die Bestenlisten bei Strava, einem sozialen Netzwerk für Sportler. Dort heißen die FKTs Course Records (also Streckenrekorde, kurz CR). Durch die extrem hohe Verbreitung von Strava (mehr als 60 Millionen aktive Mitglieder weltweit) gibt es nicht wenige Sportler, denen ein CR ebenso viel wert ist wie eine FKT – beziehungsweise die das eine mit dem anderen gleichsetzen. Es gibt Bestenlisten sortiert nach Geschlecht, Alter und sogar Gewicht.

CR-Bestenlisten werden für Segmente geführt, die kurz oder lang und flach oder bergig sein können. Jeder kann sie überall anlegen – anders als eine Route bei ­fastestknwontime.com muss ein Segment bei Strava keinerlei Bedingungen erfüllen. Und anders als bei einem FKT, den man in den meisten Fällen beantragen muss, erscheint man als Läufer (gilt auch für Radfahrer) bei Strava ohne eigenes Zutun automatisch in den Bestenlisten. So kann es vorkommen, dass man völlig unabsichtlich ein Segment holt und damit der oder die Schnellste auf einer bestimmten Strecke wird. Umgekehrt gilt für Segmente wie für FKTs, dass man niemals ganz sicher sein kann, ob nicht doch schon mal jemand schneller war. Vielleicht ist in Zeiten vor GPS mal ein ambitionierter Läufer dieselbe Strecke gelaufen und hat gar nicht da­ran gedacht, dass seine Leistung einen Stellenwert hat. Aber diese Ungewissheit steckt ja schon im Wort „known“ im Namen: Es geht eben nur um die schnellste bekannte Zeit.

Grüner Ring Hamburg, Marcel Leuze
Privat
Der Rad- und Wanderweg Grüner Ring führt 100 Kilometer rund um Hamburg. In den letzten Jahren wurde er immer populärer. Nun gibt es sogar Laufwettbewerbe auf der Strecke. Schnellster bei der Hamburg-Umrundung ist bislang der Hamburger Marcel Leuze.

Corona habe der Jagd nach FKTs zwar ­einen Schub gebracht, doch schon vorher seien Jahr für Jahr mehr Anträge bei ihnen aufgelaufen, so Burrell. Die Gründe dafür sind vielfältig und individuell, wie man auch an­hand der vier hier vorgestellten Sportler erkennen kann. Viele Top-Läufer wie Kilian Jornet machen inzwischen lieber FKTs, da sie von Rennen gelangweilt sind.

Fastest Known Time vs. Rennen

Bei meiner eigenen FKT auf dem Pano­ramaweg fiel mir auf, wie sehr ich es genoss, an einem Tag meiner Wahl zu einer frei bestimmten Zeit zu laufen und nur auf mich allein gestellt zu sein. Bei Rennen ist alles für einen geregelt: Streckenmarkierung, Verpflegung, Erste Hilfe. Man muss letztlich nur laufen. Bei einem FKT muss man sich um all das selbst kümmern. Das erfordert Vorbereitung, Wissen und auch Erfahrung. Andererseits gibt es bei FKTs keine Hürden wie Startgebühren oder Qualifikationsrennen. Jeder kann mitmachen und sich mit anderen vergleichen.

Beth Pascall und Buzz Burrell sehen in FKTs unabhängig voneinander noch einen weiteren großen Pluspunkt: den Umweltschutz beziehungsweise die Nachhaltigkeit. „Um an Rennen teilzunehmen, legen viele von uns lange Strecken zurück. Mit wachsender Konkurrenz auf FKT-Routen gibt es viel nähere Ziele“, sagt Pascall. Und Burrell ist sich sicher: „Es gibt Gegenden wie Naturschutzgebiete und Nationalparks, in denen nie ein Rennen wird stattfinden dürfen, aber jeder kann dort eine FKT laufen.“

Werden traditionelle Laufwettkämpfe also in absehbarer Zeit von dieser Form des Rennens gegen sich selbst verdrängt? Wohl kaum. Zwar steckt hinter Wettkämpfen und FKTs das gleiche Grundprinzip – es geht darum, schneller zu sein als andere – doch den allermeisten geht es bei Wettkämpfen um etwas anderes. Für sie zählt das Gemeinschaftserlebnis – und zu diesem gehören auch das Gewusel auf Messen, das Befestigen der Startnummer, das Abklatschen mit Zuschauern, die Motivation durch Mitläufer (Konkurrenten) und das Händehochreißen im Zielbogen.

Interview mit FKT-Mitbegründer Buzz Burrell

Buzz Burrell ist Mitbegründer von fastestknowntime.com, der inoffiziellen, aber von allen anerkannten FKT-Datenbank. Wir haben mit ihm über das Projekt gesprochen.

Buzz Burrell, Mitbegründer von fastestknowntime.com
Ultimate Direction
Buzz Burrell ist Mitbegründer von fastestknowntime.com.

Hatte es nur den Anschein oder gab es in der Corona-Hochphase wirklich mehr Läufer, die Fastest Known Times aufstellten?

Weltweit und gerade in Deutschland gab es in den letzten Monaten einen enormen Anstieg an Anträgen. Im Juni wurden uns 495 erfolgreiche FKTs gemeldet – 3,8-mal so viele wie im Vorjahr. In vielen Einsendungen wurden ausgefallene Rennen als Motivation erwähnt.

FKTs sind also für viele der Ersatz für Rennen?

Es scheint so. Letztlich steckt dahinter ja auch die gleiche Mentalität. Doch Rennen sind stets limitiert: Sie finden zu einer festen Zeit an einem bestimmten Ort statt. Man hat nur eine Chance. Bei einem FKT ist man viel mehr auf sich gestellt. Der einzige Gegner ist man selbst. Gerade jetzt sind FKTs eine ideale Möglichkeit, den eigenen Namen hinter eine sportliche Leistung zu bringen.

»Es liegt in unserer Natur, etwas schnellstmöglich zu erledigen«

Aber auch wenn man gegen sich selbst läuft, hat nicht jeder das Zeug, eine FKT aufzustellen.

Auch beim Berlin-Marathon kann nur einer gewinnen und doch laufen mehr als 40 000 mit, haben eine gute Zeit und eine tolle Erfahrung. Sie können um persönliche Bestzeiten, Platzierungen in ihrer Altersklasse und gegen Freunde laufen.

Dennoch konnte man hier und da den Eindruck gewinnen, dass Leute wenig bekannte oder bislang nicht gelaufene Routen wählten – Hauptsache, sie konnten ihren Namen hinter eine FKT setzen.

Das stimmt. Und doch steckt auch darin der Geist von FKTs. Es ist toll, dass viele ihre Leistungen auf ihren lokalen, eventuell unbekannten Routen abliefern. Aber da wir jede neue Strecke und jede FKT prüfen, fallen in der Tat viele heraus. Nicht alles kann eine FKT-Route sein. Und nicht zuletzt muss ja auch jemand den Anfang machen. FKTs sind dazu gedacht, dass irgendwer sie irgendwann verbessert.

Angenommen, es meldet sich jemand, der sagt, er war auf einer Route aber schon mal schneller.

Wir bekommen immer wieder mal Anrufe oder E-Mails nach dem Motto: Vor 15 Jahren habe ich das aber schneller gemacht. Wir schauen dann, ob der Mensch vertrauenswürdig und seine Geschichte plausibel ist – er etwa als schneller Läufer in Erscheinung trat oder gar eine GPS-Aufzeichnung hat. Früher, in Zeiten vor GPS, hatten wir die Regel, dass man seine Leistungen genau aufschreiben musste. Was bis heute nicht zählt, sind Aussagen beziehungsweise Erinnerungen wie: Ich habe das letzten Sommer in ungefähr 90 Minuten gemacht. Inzwischen haben wir das etwas strikter gemacht und fordern GPS zur Verifikation. Glaubwürdigkeit ist uns sehr wichtig. Letztlich prüfen wir alles so gut wir können. Allerdings sind wir keine offizielle Institution. Bislang funktioniert es aber auch so ganz gut.

Und was ist, wenn jemand einen Rekord aufstellt, diesen aber nicht bei euch hochlädt?

Es kommt vor, dass Läufer einen Rekord aufstellen, diesen aber nicht als FKT beanspruchen. Normalerweise ist uns das egal und wir versuchen sie auch nicht davon zu überzeugen. Sicher bekommen wir das in vielen Fällen, etwa bei Strecken in Asien oder Afrika, auch gar nicht mir. Handelt es sich aber um einen bekannten Läufer oder eine bedeutsame Strecke, bitten wir sie schon, den Rekord einzureichen. Selten machen wir das auch selbst.

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