Hand aufs Herz: Laufen nicht viele auch deshalb, um abzunehmen oder ihre Figur zu halten? So sehr wir uns bemühen, moderne, entspannte Haltungen zum Körper zu pflegen – das Thema Idealgewicht schleicht sich immer wieder in unsere Gedanken. Vielleicht, weil wir es aus unserer Sportsozialisation kennen. Vielleicht, weil Lauf-Apps und Uhren ständig Zahlen liefern. Oder weil wir tief in uns doch das Gefühl haben, leichter zu laufen bedeute automatisch, besser zu laufen.
Gleichzeitig wissen wir, dass es längst nicht mehr zeitgemäß ist, Gewicht zu problematisieren oder zum Maßstab für sportlichen Erfolg zu machen. Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit hängen nicht von einer einzigen Zahl auf der Waage ab. Und trotzdem: Viele von uns spüren diesen leisen inneren Druck, ein bestimmtes „Ideal“ erreichen oder halten zu wollen.
Vielleicht besteht die Herausforderung darin, offen über dieses Spannungsfeld zu sprechen – ohne zu werten, ohne zu beschämen. Denn auch wenn das Idealgewicht als Konzept wackelt, bleibt die Auseinandersetzung damit für viele real. Und genau dort lohnt sich der Dialog: zwischen gesundem Ehrgeiz und Gelassenheit, zwischen Leistungswunsch und Selbstakzeptanz.
Bitte sendet eure Meinung zum Thema in fünf bis zehn knackigen Sätzen an unseren Kollegen Martin Grüning: mgruening@runnersworld.de. (Bitte Wohnort und ein Selfie/Porträtfoto dazu!) Wie immer, die pointiertesten Statements veröffentlichen wir im Runner’s World-Magazin.





