Inliner vs. Joggen – was ist effektiver?

Inlineskaten oder Laufen
Inliner vs. Joggen – was ist effektiver?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 14.04.2026
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Inlineskating: Eine Frau mit Schutzausrüstung fährt auf Inlineskates.
Foto: iStockphoto

Du willst deine Ausdauer verbessern oder ein paar Kilos verlieren? Da ist Laufen meistens der erste Gedanke. Aber hast du schon mal über Inliner nachgedacht? Inline-Skaten ist ein echtes Ganzkörpertraining, das in Sachen Effizienz oft unterschätzt wird. Ob die Inliner für deine Ziele wirklich die bessere Wahl sind als Laufschuhe und wo die entscheidenden Unterschiede liegen, erfährst du hier.

Inlinerfahren vs. Joggen: Ein Überblick

Damit du direkt einen Überblick bekommst, welche Sportart besser zu deinen persönlichen Zielen passt, bekommst du hier die wichtigsten Fakten gegenübergestellt:

Inliner oder Joggen für die Ausdauersteigerung?

Inlinerfahren hat einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und verbessert die Ausdauer und die allgemeine Fitness. Ein besseres Ausdauertraining als Laufen ist Inline-Skating aber nicht. Der Grund ist simpel: Beim Laufen gibt es keine Rollphasen, du musst jede Sekunde aktiv arbeiten. Dafür hat Inline-Skating aber einen andere Vorteile: Die Sportart ist ideal, wenn du gerade mit dem Sport anfangen und deine Ausdauer verbessern willst. Denn beim Inline-Skaten wird der Bewegungsapparat weniger beansprucht als beim Joggen und das kraftsparende Rollen erfordert weniger Anstrengung. Außerdem kannst du direkt längere Strecken auf Inline-Skates zurücklegen, sobald du die Technik einmal erlernt hast. Beim Laufen benötigst du als Anfänger meist mehrere Wochen oder Monate, um eine längere Strecke ohne Pause joggen zu können.

Kalorienverbrauch: Was verbrennt mehr – Inliner oder Joggen?

Wenn dein primäres Ziel das Abnehmen ist, bietet Inline-Skaten eine hervorragende Basis. Der Kalorienverbrauch ist im Vergleich zu vielen anderen Sportarten beachtlich: Eine 70 kg schwere Person verbrennt in einer Stunde bei moderatem Tempo rund 500 Kalorien. Zum Vergleich: Beim Schwimmen (ungefähr 440 kcal) oder Krafttraining (ungefähr 420 kcal) fällt die Bilanz bei gleichem Zeitaufwand oft geringer aus. Wer auf den Rollen ordentlich Gas gibt, kann den Verbrauch sogar auf über 600 Kalorien steigern.

Trotz dieser Werte bleibt das Laufen der unangefochtene Spitzenreiter in Sachen Fettverbrennung. Da du beim Joggen keine Rollphasen hast, in denen du dich ausruhen kannst, liegt der Wert hier – je nach Intensität – zwischen 600 und 900 Kalorien pro Stunde. Wie viel Energie du beim Laufen wirklich verbrauchst, hängt natürlich von deinem Körpergewicht und deiner Fitness ab. Einen guten Richtwert für deinen persönlichen Kalorienverbrauch liefert dir aber diese Formel:

Inliner vs. Joggen für Gewichtsverlust

Beim Laufen muss der Körper bei jedem Schritt die Schwerkraft überwinden und das eigene Gewicht aktiv abfedern. Das treibt die Herzfrequenz und damit den Energieumsatz schneller nach oben. Das ist der Grund für den höheren Kalorienverbrauch beim Laufen. Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt jedoch in der Mechanik. Beim Laufen ist für viele Anfänger oft schnell Schluss, weil die Gelenke die harten Stöße noch nicht gewohnt sind. Auf Inlinern ist das anders: Da die Bewegung fließend ist, hält man meistens viel länger durch.

Noch effektiver ist Inline-Skaten, wenn du deine Fahrt als Intervalltraining gestaltest. Durch die Mischung aus anstrengenden Sprints und langsamen Abschnitten wird der Körper noch mehr gefordert.

Gelenkschonende Sportarten: Inliner oder Joggen?

Bei der Gelenkbelastung ist das Ergebnis eindeutig: Inlineskaten gewinnt. Der Grund ist die Mechanik der Bewegung. Beim Laufen hast du bei jedem Schritt eine Flugphase. Bei der Landung muss der Körper das Drei- bis Vierfache des eigenen Körpergewichts abfangen. Das geht auf Dauer vor allem auf die Knie- und Sprunggelenke sowie auf die Bandscheiben.

Beim Inlinen ist das Training hingegen extrem gelenkschonend, da dieser harte Aufprall fast komplett wegfällt. Die Bewegung ist fließend und gleitend, das Körpergewicht bleibt konstant verteilt. Das macht das Skaten zur idealen Alternative für alle, die mit Übergewicht starten oder bereits leichte Knieprobleme haben.

Aber Achtung: Inliner fordern dafür die Bänder und Sehnen im Sprunggelenk auf eine andere Art, da man die Rollen stabilisieren muss. Wenn du also zu schwachen Knöcheln neigst, dann solltest du vorsichtig starten.

Welche Sportart ist besser für die Beinmuskulatur?

Wenn dein Ziel ein gezielter Muskelaufbau an den Beinen ist, haben die Inliner die Nase vorn. Die Hauptarbeit leisten hier natürlich die Beine und das Gesäß, wobei diese Muskelgruppen sogar noch stärker aktiviert werden als beim Radfahren.

Beim Joggen bewegst du dich fast nur linear nach vorn. Beim Skaten hingegen kommt der Abdruck aus der Seite. Das aktiviert Muskelgruppen, die beim Laufen eher vernachlässigt werden, vor allem die Abduktoren (die Außenseite der Hüfte) und die tiefere Gesäßmuskulatur.

Da du auf Inlinern fast permanent mit leicht gebeugten Knien in einer leichten Kniebeuge-Position arbeitest, stehen die Oberschenkel unter Dauerspannung. Während man beim Laufen kurze Entlastungsmomente in der Flugphase hat, müssen die Beine auf Rollen ständig stabilisieren.

Welche Sportart trainiert den Po effektiver – Joggen oder Inline-Skaten?

Die Fortbewegung beim Inline-Skating erfolgt im sogenannten Scherenschritt. Dieser trainiert das Gesäß und vor allem die Innenseite der Oberschenkel. Da man beim Skaten leicht in die Knie geht, werden der kleine, der mittlere und der große Gesäßmuskel aktiviert. Regelmäßiges Inlineskaten sorgt daher für einen trainierten und straffen Po.

Welche Muskeln trainiere ich beim Inlinerfahren, welche beim Joggen?

Beim Inlinen sind es längst nicht nur die Beine, die arbeiten müssen. Der gesamte Rumpf ist gefordert: Um das Gleichgewicht auf den Rollen zu halten, muss deine Bauch- und Rückenmuskulatur permanent mitarbeiten.

Wichtig für den Start: Da die leicht vorgebeugte Haltung für deinen Rücken anfangs ungewohnt ist, kann es dort schnell zu Muskelkater kommen. Übertreibe es in den ersten Einheiten also nicht.

Da du deine Arme aktiv einsetzt, um Schwung zu holen und die Balance zu halten, werden auch Schultern und Oberarme trainiert.

Eignet sich Inline-Skating als alternatives bzw. ergänzendes Training zum Laufen?

Inline-Skating ist ein optimales Alternativtraining zum Laufen. Sportlerinnen und Sportler können damit Gleichgewicht, Koordination und Beweglichkeit verbessern. Beim Inline-Skaten wird besonders die Tiefenmuskulatur im Bauch-, Rücken- und Hüftbereich gestärkt – wichtig für eine gute Körperhaltung. Auch für Läuferinnen und Läufer, die Abwechslung in ihr Training bringen wollen oder aufgrund von Verletzungen ein gelenkschonendes Alternativtraining suchen, ist Inline-Skating die ideale Sportart.

Der Spaßfaktor: Was macht mehr Spaß – Inliner oder Joggen?

Beim Spaßfaktor lässt sich die Frage nach dem „besser“ eigentlich nicht pauschal beantworten. Es kommt ganz darauf an, was für ein Typ du bist und was du in einem Training suchst.

Inliner sind perfekt für dich, wenn:

  • du Geschwindigkeit liebst: Auf Rollen legst du in der gleichen Zeit viel größere Distanzen zurück und bist deutlich schneller unterwegs.
  • du Abkühlung brauchst: Durch das höhere Tempo hast du permanent Fahrtwind. Das macht das Training gerade im Hochsommer angenehmer als Joggen.
  • du Action suchst: Beim Inlineskaten bist du natürlich schneller unterwegs. Das fühlt sich für dich eventuell mehr nach einer aktiven Freizeitbeschäftigung an.

Joggen ist perfekt für dich, wenn:

  • du den Kopf ausschalten willst: Laufen ist wie Meditation, nur in Bewegung. Du brauchst keine Technik, musst nicht auf den Asphalt achten und kannst dich voll auf deinen Rhythmus und deinen Atem konzentrieren.
  • du die Einfachheit schätzt: Du bist nicht auf glatte Wege angewiesen und kannst quer durch den Wald oder über Schotterwege laufen – das gibt dir eine Flexibilität, die du auf Rollen nicht hast.
  • du das „Runner’s High“ suchst: Dieses intensive Gefühl der Erschöpfung und die Endorphinausschüttung nach einem harten Lauf sind für viele ein großer Pluspunkt.

Tipps für den Einstieg ins Inlineskating

Die richtige Ausrüstung spielt beim Skaten eine wichtige Rolle. Auf einen Helm sowie Ellenbogen-, Knie- und Handgelenkschoner solltest du auf keinen Fall verzichten. Fahre zunächst nur auf verkehrsarmen und ebenen Wegen. Am besten eignen sich asphaltierte Feldwege oder auch breite Fußwege mit wenig Verkehr. Auf Radwegen darfst du mit Inline-Skates übrigens nicht fahren, rechtlich gelten Inline-Skater als Fußgänger, auch wenn sie deutlich schneller unterwegs sind.

Aller Anfang ist – vor allem beim Skaten – eine Frage der Dosierung. Für die ersten Versuche genügen 20 Minuten, um ein Gefühl für das Gleichgewicht und das Bremsen zu bekommen. Sobald die Technik sitzt, kannst du die Dauer problemlos auf eine Stunde oder mehr steigern, da die Gelenkbelastung gering bleibt.

Um spürbare Fortschritte bei Ausdauer und Kraft zu machen, solltest du zwei bis drei Einheiten pro Woche einplanen. Wenn Laufen deine Hauptsportart ist, nutze die Inliner als strategische Ergänzung. Ersetze damit am besten deine regenerativen Einheiten oder den lockeren Dauerlauf. So entlastest du deine Sehnen und Gelenke vom harten Asphaltaufprall, hältst deinen Stoffwechsel aber trotzdem auf hohem Niveau in Schwung.

Fazit