Gemeinsam laufen: Die Vorteile des Joggens in der Gruppe

Mehr Spaß im Team
Laufen in der Gruppe

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 07.10.2026
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Laufen in der Gruppe
Foto: Getty Images

Lauftreffs und -clubs gibt es schon seit Jahrzehnten – und an Beliebtheit hat das Laufen in Gruppen bis heute nicht eingebüßt. Das Laufen in Gruppen sorgt nämlich nicht einfach nur für Gesellschaft beim Training, sondern hat viele weitere Vorteile. Wir verraten dir, warum immer mehr Läuferinnen und Läufer an Lauftreffs teilnehmen, warum du es auch mal probieren solltest und wie du eine Gruppe findest, die perfekt zu dir passt.

Die wichtigsten Vorteile von Laufgruppen

Vielleicht kennst du das auch: Du hast eigentlich gar keine Lust zu laufen und würdest viel lieber weiter gemütlich auf dem Sofa liegen. Aber deine Lauffreunde verlassen sich darauf, dass du zur gemeinsamen Trainingseinheit kommst. Das besiegt den Schweinehund effektiv. Also schnürst du doch noch deine Laufschuhe und stellst am Ende sogar fest, dass es richtig Spaß gemacht hat.

Laufgruppen sind nicht umsonst so beliebt, denn sie bieten dir etliche Vorteile, darunter vor allem diese fünf:

  • Motivation,
  • Regelmäßigkeit im Training,
  • soziale Verpflichtung (unter Umständen auch Freundschaften, die sich bilden),
  • Leistungssteigerung und
  • neue Laufstrecken.

Der naheliegendste Vorteil ist wohl die Motivation. Sollte es dir mal daran fehlen, können andere dich mit ihrer Laufbegeisterung anstecken. Daneben sind Lauftreffs feste Termine im Kalender, das ist wichtig für die Regelmäßigkeit.

Du planst dir bewusst Zeit dafür ein, weshalb auch das Absagen schwerer fällt. Nimmst du regelmäßig an den Gruppenläufen teil, so verbesserst du damit also auch die Kontinuität in deinem Trainingsalltag.

Außerdem werden dir die anderen Gesichter nach einer Weile vertraut, sodass du dich nicht nur auf das Laufen, sondern auch auf die Leute dort freust. Dadurch entsteht ein positiver sozialer Sog.

Eine Gruppe kann aber nicht nur dabei helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern einen auch über die eigene Komfortzone hinaus pushen und garantiert dadurch meistens Leistungssteigerung. Andere Gruppenmitglieder laufen auf einem höheren Niveau, oder aber sie verfolgen ein bestimmtes Ziel. Indem du mit ihnen läufst, wirst du ganz von allein mitgezogen und trainierst disziplinierter als sonst. Du beweist dir immer wieder, dass du über deine Grenzen hinausgehen kannst, wovon sowohl dein Selbstbewusstsein als auch deine Laufleistung profitieren können.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass du neue Laufstrecken kennenlernst. Vor allem nach einem Umzug in eine neue Umgebung ist das sehr sinnvoll: Du bekommst Eindrücke von der neuen Umgebung, lernst Laufstrecken kennen und kannst auch ein soziales Netzwerk aufbauen.

Welche Laufgruppen gibt es? (Und welche passt zu dir?)

Es gibt ganz unterschiedliche Laufgruppen, manche laufen einmal pro Woche miteinander, andere treffen sich häufiger und wieder andere nur sporadisch. Einige sind vor allem digital aktiv, andere haben bloß eine Webseite, treffen sich aber am liebsten analog und tauschen sich auch nur analog aus.

So findest du die passende Laufgruppe (Checkliste)

Zuallererst ist es sinnvoll, dass du deine Bedürfnisse genau definierst. Außerdem solltest du nach Gruppen in deiner Nähe suchen, um eine lange Anreise zu vermeiden. Besonders in Städten gibt es mehrere Lauftreffs mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Es ist wichtig, dass die Laufzeiten bzw. Lauftage und Angebote der Gruppe zu dir und deinem Alltag passen. Am besten recherchierst du also vorher ein wenig, um etwas Passendes zu finden.

Dann ist es natürlich auch wichtig, dass du dich in der Gruppe wohl und gut aufgehoben fühlst. Deshalb lautet unser Tipp: Einfach mal ausprobieren! Hast du eine Laufgruppe gefunden, die sich gut anhört, gehe einfach mal zu einem Treffen und finde heraus, ob auch die Stimmung, die Menschen und die Laufstrecken zu dir passen. Es spricht auch nichts dagegen, mehrere Gruppen auszuprobieren. Dein Wohlbefinden in der Community ist das A und O. Teste also ein wenig herum, bis du das Richtige findest.

Halte dich an diese Checkliste, dann kannst du nichts falsch machen:

✅ Werde dir über deine Bedürfnisse und Ziele klar: Was willst du durch und mit der Laufgruppe erreichen? Schreibe dir die drei wichtigsten Ziele auf!

✅ Suche dir eine oder mehrere Gruppen in deiner Umgebung heraus, deren Lauftage und Zeiten zu deinem Alltag passen.

✅ Teste aus, welcher Lauftreff am besten zu dir passt: Besuch ruhig ein paar, um eine perfekte Auswahl zu treffen!

✅ Nur da, wo du dich zu 100 Prozent wohlfühlst, solltest du auch bleiben.

✅ Falls du keinen passenden Lauftreff findest, gründe doch selbst einen – am besten gemeinsam mit ein paar Lauffreunden. Das ist gar nicht so schwierig!

Erstes Mal mitlaufen: So läuft es entspannt ab

Du hast eine passende Laufgruppe für dich gefunden und nun möchtest du zum ersten Mal mitlaufen. Dann solltest du nicht mit zu hohen Erwartungen in die Gruppe gehen, denn zu viele Erwartungen können schnell zu Enttäuschungen führen. Versuche, ganz offen und entspannt zu sein. Denn eine Gruppendynamik in Laufgruppen entwickelt sich, ähnlich wie bei einem Schwarm von harmonisch miteinander schwimmenden Fischen, immer im Team und nie individuell! Das ist ja die Stärke von Gruppen. Die Laufgruppe kann zwar auch deine individuelle Leistung verbessern, ihr könnt euch aber auch hervorragend zusammen weiterentwickeln. So profitieren besonders Einsteigerinnen und Einsteiger von den Vorteilen der Gruppendynamik. Vielleicht kannst du ein paar Freunde dazu bewegen, gemeinsam mit dem Laufen zu beginnen. Dann könnt ihr zusammen einem Lauftreff beitreten. Setzt euch kleine Ziele und arbeitet ihnen gemeinsam entgegen. Somit sind nicht nur Motivation und Spaß garantiert, sondern ihr habt regelmäßig feste Verabredungen und verbringt Zeit miteinander! Und ihr bekommt im neuen Lauftreff garantiert gute Tipps für euer Training.

Du bist keine Einsteigerin oder Anfänger mehr, sondern schon erfahren? Auch gut. Ambitionierte Läuferinnen und Läufer können von einem gemeinsamen Gruppenziel ebenso profitieren. Ihr könnt beispielsweise gemeinsam für das nächste Rennen trainieren oder euch eine neue Challenge ausdenken. Läuft einmal nicht alles wie gewollt, könnt ihr einander unterstützen. Und, wenn ihr euer Ziel am Ende erreicht habt, freut es sich zusammen sowieso am schönsten!

In Lauftreffs gibt es meistens – je nach Leistungsgrad – unterschiedliche Trainingsgruppen, zum Beispiel Anfänger-Laufgruppen, Gruppen für erfahrene Läuferinnen, die sich beispielsweise auf einen 10-km-Lauf oder Halbmarathon vorbereiten, und oft auch eine Marathongruppe. So kann jede und jeder eine passende Trainingsgruppe für sich finden.

Regeln & Etikette beim Gruppenlauf

Für das Laufen in Gruppen gibt es genauso wie für das Chatten im Internet Regeln, um sich freundlich gegenüber anderen zu verhalten, damit die Stimmung allen gefällt. Nennen wir das jetzt einfach mal die Nettikette für die Laufgruppe. Denn Freundlichkeit birgt eine ganz große Stärke für alle: die Harmonie. Und Harmonie braucht jeder Mensch, auch beim Laufen! Sie ist für unsere persönliche Entwicklung wichtiger als der Vergleich und Ehrgeiz.

Die 7 wichtigsten Regeln für ein freundliches Miteinander in Laufgruppen:

  1. Pünktlichkeit: ist eine alte Tugend, die beim Lauftreff ganz wichtig ist.
  2. Respekt gegenüber der Lauftreffleiterin oder dem Coach bzw. Trainer: Sie oder er führt das Team an, bestimmt die Strecken und das Tempo.
  3. Ehrlichkeit: Wenn du dich nicht gut fühlst oder erkältet bist, musst du das ehrlich sagen, um dich nicht zu überlasten.
  4. Gegenseitige Rücksichtnahme: Es ist wichtig, ein gemeinsames Tempo zu laufen, keine Kopfhörer oder Handys zu betätigen und genügend Abstand zu den Mitläufern zu halten.
  5. Sicherheit: Um sicher zu laufen, solltest du klar mit den anderen kommunizieren, vor allem beim Laufen in der Großstadt oder beim Trailrunning. Sage Hindernisse wie Radfahrer, Fußgänger, Autos, Poller oder Baumwurzeln an, zum Beispiel so: „Vorsicht, Wurzel!“
  6. Motivation und Stimmung: Gruppenläufe leben von Gesprächen, Lockerheit und guter Stimmung und gegenseitiger Unterstützung, nicht von Konkurrenz.
  7. Große Lauftreffs und Run Clubs haben manchmal ein Handout mit Regeln zum Laufen in der Gruppe für Neulinge: zu Sicherheit, Straßenverkehr, Tempo und vielem mehr. Das kann helfen für eine erste Orientierung!

Leistungsdruck vermeiden: So nutzt du die Gruppe richtig

Eine Laufgruppe bietet dir nicht nur soziale Kontakte, sondern ermöglicht dir auch, dich sportlich weiterzuentwickeln, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zum einen treffen in einer Laufgruppe meist verschiedene Leistungsniveaus aufeinander. Auch, wenn üblicherweise die Langsamsten das Tempo vorgeben, gibt es meistens mehrere Leistungsgruppen – nicht selten sorgen die fortgeschrittenen Mitglieder für einen Leistungspush innerhalb der jeweiligen Gruppen. Zum anderen motiviert ihr euch in der Gruppe gegenseitig. Hat einer mal einen schlechten Tag, spornt ein anderer ihn an. Oder ihr tauscht Tipps zu Training, Technik oder Ausrüstung untereinander aus, die sich ebenfalls positiv auf dein Training auswirken.

Daneben gibt es aber auch psychologische Gründe, warum wir in der Gruppe zu besseren Leistungen fähig sind als allein. Trainieren wir nämlich neben anderen, werden wir von ihnen inspiriert, selbst eventuell auch ehrgeizigere Ziele zu verfolgen. Sich ein wenig mitziehen zu lassen, ist gut, sich ständig zu vergleichen aber nicht! Das kann zu unschönem Leistungsdruck und Übertraining führen. Man sollte es mit dem Vergleichen niemals übertreiben, denn wie schon der berühmte dänische Philosoph Søren Kierkegaard feststellte: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“, so ein Zitat von ihm. Teamspirit und Empathie sind stärkere Werte, auf diesen basieren Gruppen mit guter Stimmung. Denn wenn Teamgeist und Empathie steigen, sorgt dies dafür, dass wir uns in der Gruppe wohlfühlen.

Die Geschichte der Lauftreffs und ihre heutige Entwicklung

Deutschland ist sozusagen das Gründerland der Lauftreffs im deutschsprachigen Raum, denn hier entstanden die ersten modernen und gut organisierten Lauftreffs Anfang der 70er Jahre. Warum Deutschland hier eine Vorreiterrolle im Breitensport übernahm, hängt mit der Trimm-Dich-Bewegung der 70er Jahre zusammen, der wir auch die Trimm-Dich-Pfade zu verdanken haben.

Als Vater des modernen Lauftrainings in organisierten Laufgruppen weltweit gilt aber ein Neuseeländer: Arthur Lydiard. Er legte sogar schon Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre den Grundstein für Laufgruppen, denn er hatte den allerersten Jogging-Club der Welt gegründet. Ein paar Jahre später schwappte eine riesige Welle der Joggingbegeisterung in die USA über, wo dann auch gleich fleißig Lauftreffs gegründet wurden. Der amerikanische Lauftrainer der ersten Stunde war Bill Bowerman. Die Joggingwelle verbreitete sich von Amerika aus im Laufe der 60er Jahre nach Europa, wobei sie im deutschsprachigen Raum zuerst in Deutschland aufging.

In Deutschland gab es aber noch einen weiteren großen Laufpionier, der die ganz frühe Laufszene begründete: den Arzt Ernst van Aaken. Bereits Ende der 50er Jahre organisierte er Dauerlaufgruppen in Deutschland – sogar noch vor dem amerikanischen Jogging-Trend und zeitgleich mit der neuseeländischen Lauflegende Arthur Lydiard.

Und die heutige Entwicklung? Lauftreffs sind mittlerweile so unterschiedlich, vielfältig und bunt wie unsere Gesellschaft. Und das ist eine sehr gute Entwicklung, denn durch diese Vielfältigkeit haben alle ein großes Spektrum an Angeboten. Es gibt inklusive Lauftreffs für Handicaps und Nichthandicaps, für sehbeeinträchtigte und sehende Menschen, für Frauen, für Übergewichtige, für Menschen mit Down-Syndrom, für Läufer, die unter einer Depression oder einer anderen psychischen Krankheit leiden und für Leute, die gerne gleichzeitig Laufen und Raven. Laufen und Tanzen passen nämlich bestens zusammen. Und es gibt Lauftreffs für Jugendliche und junge Menschen, die Akrobatik lieben: die Free Runner. Außerdem gibt es After-Work-Lauftreffs und Lauftreffs für Nudisten. Es gibt auch Lauftreffs, die vor allem für Spenden laufen. Und viele, viele mehr. So kann jede und jeder sein persönliches Hobby oder seine Persönlichkeit mit dem Laufen perfekt kombinieren. Denn Laufen ist heutzutage viel mehr als nur Laufen, es ist ein identitätsstiftender Sport geworden.

Im Zeitalter der Digitalisierung und des Internets gibt es natürlich auch unzählige Communitys, Lauf-Challenges und Profile bzw. Lauf-Influencer(innen) in den sozialen Medien, die Gruppen anleiten – entweder nur im Netz oder sogar auch mit echten Lauftreffs. Dir steht also eine riesige Auswahl zur Verfügung!

Abseits der Strecke: die Community als soziales Netz

Neben den sportlichen und mentalen Vorteilen einer Laufgruppe, gibt es noch einen weiteren Aspekt, warum ein Lauftreff bereichernd sein kann: die Menschen. Sie sind es nämlich, die dich motivieren, wenn du mal keine Lust hast, oder dich pushen, wenn du aufgeben möchtest. Aber auch der Austausch von Tipps und Ratschlägen kann dir helfen und dir viel zurückgeben.

Neben den regelmäßigen Laufeinheiten planen die Veranstaltenden solcher Lauftreffs meist auch, gemeinsam an Läufen oder Marathons teilzunehmen. So kann man sich Anreise und Hotelzimmer teilen und, wenn man möchte, auch zusammen beim ersten Marathon in einer Staffel starten. Oder man reist selbst an und startet aber als Teammitglied für den Lauftreff, das stärkt die Gruppe ebenfalls.

Zudem veranstalten viele Lauftreffs Events abseits des Sports. Hier bekommst du die Möglichkeit, die anderen Gruppenmitglieder besser kennenzulernen, und kannst echte Freundschaften schließen oder sogar eine Partnerin oder einen Partner finden. Denn auch wenn alle ganz verschieden sind, verbindet euch die Leidenschaft für das Laufen. Auf dieser Basis lässt sich leicht aufbauen und vielleicht stellst du fest, dass ihr noch mehr Dinge als den Sport teilt.

Häufige Fragen zu Laufgruppen

Bei RUNNER'S WORLD in unserer LAUF-AKADEMIE kannst du dich übrigens ausbilden lassen: zum Lauftrainer/in oder Lauftherapeut/in. Die beste Voraussetzung, um einen eigenen Lauftreff zu gründen! In unseren Kursen lernst du, Laufeinsteigerinnen und -einsteiger zu betreuen und deine Laufbegeisterung weiterzugeben. Daneben erlernst du aktuelles Wissen über Training, Lauftechnik und Laufausrüstung. Weitere Informationen zur LAUF-AKADEMIE und den Ausbildungsgängen „Lauf-Coach“ und „Lauf-Therapeut*in“ findest du unter dielaufakademie.de.

Fazit