Tipps für Wiedereinsteiger ins Laufen

Fit zurück aus der Laufpause
Tipps für Wiedereinsteiger ins Laufen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.05.2024
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So gelingt der Laufeinstieg
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Egal ob eine Verletzung, Krankheit, beruflicher Stress oder einfach fehlende Motivation zu einer längeren Laufpause geführt hat – der Körper reagiert auf Trainingsunterbrechungen meist sensibel. Umso wichtiger ist es, den Neustart bewusst, strukturiert und mit realistischen Erwartungen anzugehen.

In diesem Artikel zeigen wir, wie du deine Ausdauer, deine Grundlagenausdauer und deine Laufroutine Schritt für Schritt zurückgewinnst, ohne in typische Fallen wie Überlastung, zu hohen Trainingsumfang oder erneute Verletzungen zu tappen.

Warum der Wiedereinstieg ins Laufen schwerfallen kann

Egal, aus welchem Grund du eine Laufpause eingelegt hast – nach einer längeren Pause verändert sich der Körper messbar. Die physiologischen Anpassungen, die du dir zuvor mühsam erarbeitet hast, bauen sich schneller ab, als viele glauben. Bereits nach zwei bis vier Wochen ohne Training sinken deine muskuläre Belastbarkeit, die Effizienz deines Herz-Kreislauf-Systems, und die maximale Sauerstoffaufnahme. Wenn du in deiner Laufpause Alternativsportarten betreibst, fallen diese Auswirkungen natürlich geringer aus.

Wenn du dich also dafür entscheidest, nach einer längeren Laufpause wieder einzusteigen, können die ersten Versuche mental frustrierend sein. Viele Wiedereinsteigerinnen vergleichen sich mit ihrer früheren Form und erwarten zu viel. Dazu kommt, dass die Motivation anfangs meist sehr hoch ist, doch der Körper noch nicht bereit für intensives Training. Das kann schnell zu Überlastungen oder Rückschritt führen.

So starten Wiedereinsteiger richtig ins Lauftraining

Der erste Schritt – sei es der Einstieg oder der Wiedereinstieg – ist meist der schwierigste. Eine gewisse Schwelle muss überwunden werden, um mit dem Laufen zu beginnen oder wieder damit anzufangen. Auch wenn es eine Weile dauert, bis sich der Körper auf das Training eingestellt hat, lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Denn mit dem richtigen Training kann fast jeder zum Läufer oder zur Läuferin werden. Um die Ziele zu erreichen, solltest du jedoch einige Dinge beachten.

Für fortgeschrittene Läuferinnen und Läufer, die ihre alte Form zurückbekommen wollen, ist es wichtig, entspannt an die Sache ranzugehen. Mache dich zum Wiedereinstieg frei vom Wettkampfstress. Ein Wettkampf setzt dich nur unnötig unter Druck und drängt dich, im Training zu überpacen. Tipp: Plane den ersten Wettkampf erst, wenn du mindestens halb so lange wieder im Training bist, wie du ausgesetzt hast.

Erfahrene Läuferinnen und Läufer verstehen häufig nicht, warum sie beim kompletten Wiedereinstieg ins Training zunächst gehen sollten statt zu laufen. Doch genau das ist empfehlenswert: Die ersten Einheiten sollten auch für Fortgeschrittene 20 bis 30 Minuten schnelles Gehen umfassen, falls du in deiner Laufpause generell inaktiv warst. Nach drei- bis viermaligem Gehen kannst du mit einem gleichmäßigen Wechsel, wie 3-minütigen Geh-Lauf-Intervallen, beginnen. Teste anschließend dein Lauftempo und taste dich vorsichtig heran. Wenn du ein Tempo gefunden hast, das dich fordert, aber nicht überfordert, dann bleibe erstmal dabei.

Wenn du noch unerfahren bist und gerade erst mit dem Laufen beginnst, solltest du auf ein paar Dinge mehr achten. Hier sind unsere Tipps:

1

Kein Kaltstart

2

Laufen ohne zu Schnaufen

3

Bloß kein falscher Ehrgeiz

4

Besser lang und langsam

5

Vorher gründlich durchchecken lassen

6

Abwechslung bringt neuen Schwung

7

Die richtige Kleidung

8

Das richtige Mindset

Warum eignet sich der Frühling optimal für den Wiedereinstieg?

Die Frühlingsmonate sind auch die ideale Zeit, um nach den meist weniger aktiven Wintermonaten wieder in Form zu kommen. Durch regelmäßiges Laufen im Frühjahr kannst du eine solide Grundlagenausdauer aufbauen, die die Basis für intensivere Einheiten im Sommer bildet.

Im Gegensatz zum Hochsommer und dem oft ungemütlichen Winter bieten Frühling und Frühsommer außerdem angenehme Lauftemperaturen, die nicht zu anstrengend sind und sich zudem überaus positiv auf Ihre Motivation auswirken. Überhitzung und Hitzschlaggefahr sind gering, sodass du dich voll und ganz darauf konzentrieren kannst, deine Ausdauer wieder aufzubauen und deine alte Form zu erreichen.

Neben den warmen Temperaturen bringen die Frühlingsmonate auch längere Tage und mehr Tageslicht. Du hast also mehr Zeit, um draußen im Hellen zu laufen, sei es früh morgens vor oder spät abends nach der Arbeit. Die zusätzliche Helligkeit trägt zur Sicherheit bei und verringert das Unfallrisiko. Auch das zusätzliche Sonnenlicht wirkt sich positiv auf die Stimmung und die Motivation aus, was besonders hilfreich ist, um wieder eine regelmäßige Laufroutine einzuführen.

Für alle, die nach den langen Wintermonaten überflüssige Pfunde loswerden wollen, ist Laufen die ideale Sportart. Joggen ist eine der effektivsten Arten, Kalorien zu verbrennen, und kann neben einer gesunden Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Wunschfigur leisten.

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Trainingsplan für den Wiedereinstieg ins Laufen

Für viele Läuferinnen und Läufer stellt sich die Frage, ob sie nach dem Wiedereinstieg ins Lauftraining ihren alten Trainingsplan wieder aufnehmen können. Wenn du vor dem Winter eigentlich nach einem Laufplan trainiert hast, kannst du dich bei der Wiederaufnahme des Trainings an den folgenden Regeln orientieren:

  • Maximal eine Woche Pause: Plan fortsetzen, wo er unterbrochen wurde
  • Ein bis zwei Wochen Laufpause: mit 70 Prozent des alten Umfangs starten
  • Zwei bis vier Wochen Laufpause: mit 60 Prozent des alten Umfangs starten
  • Ein bis drei Monate Laufpause: mit 50 Prozent des alten Umfangs starten
  • Mehr als drei Monate Laufpause: Einsteigerplan nutzen

Wie du gerade gelesen hast, solltest du nach einer dreimonatigen Laufpause wieder mit einem Einsteigertraining beginnen. Das Hauptziel sollte sein, die Grundlagenausdauer wieder aufzubauen. Beginne mit kurzen Trainingseinheiten und verlängere deine Läufe langsam und stetig.

Der folgende Laufplan ist ideal für den Einstieg ins Laufen und den Wiedereinstieg nach langer Laufpause:

Sobald du das Ziel dieses Trainingsplans erreicht hast, kannst du die Intensität steigern und zu anspruchsvolleren Trainingsplänen und -zielen übergehen. Folgende Tipps solltest du beachten, wenn du mit einem Trainingsplan wieder ins Laufen einsteigen:

  • Setze dir realistische Ziele: Beginne mit einem leichteren Trainingsplan, um Frustrationen zu vermeiden.
  • Motivation ist Kopfsache: Wenn es dir schwerfällt, mit dem Plan zu beginnen, entwickle am besten Motivationsstrategien, um den Trainingsbeginn zu erleichtern.
  • Kurzfristige Ziele planen: Langfristige Ziele sind wichtig, aber vernachlässige nicht die kleinen Etappenziele. Viele kleine Erfolge führen leichter zum großen Ziel.

Wie lange und wie oft sollten Wiedereinsteiger laufen?

Um sein Herz-Kreislauf-System zu trainieren, genügt es, dreimal pro Woche 20 Minuten zu laufen. Dies gilt gemeinhin als das Credo der Fitness-Bewegung. Doch muss eine Laufeinheit 20 Minuten dauern, um irgendeinen Nutzen zu haben? Keineswegs!

Kurze Läufe – große Wirkung

Bereits Einheiten von zehn Minuten Länge können einen positiven Effekt haben. Bei Studien wurde festgestellt, dass Menschen, die drei separate 10-Minuten-Einheiten liefen, die gleichen körperlichen Verbesserungen erzielten, wie solche, die einen 30-Minuten-Lauf absolvierten. Nach acht Wochen Training zeigten die Teilnehmer beider Gruppen eine Verbesserung ihrer Ausdauer um zwölf Prozent, ihre Pulsfrequenz war um sechs Schläge gesunken, und sie hatten 1,8 kg weniger Fett. Es gilt also: Wenn die Zeit knapp ist, lieber kurz, als gar nicht laufen!

Lange Läufe verbessern die aerobe Kapazität

Im Experiment hatten die Läufer mit 30-Minuten-Einheiten allerdings einen klaren Vorsprung: Sie verbesserten ihre maximale Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit um 14 Prozent gegenüber lediglich acht Prozent der anderen Gruppe. Der Grund: Die ersten zwei Minuten eines jeden Trainingslaufs zählen kaum; allein so lange braucht die erhöhte Menge an Sauerstoff, um durch die Blutbahn zu wandern. Zwei Minuten sind 20 Prozent eines 10-Minuten-Laufs, aber gerade sieben Prozent von 30 Minuten. Prozentual ist die Lauflänge im aeroben Bereich (d. h. Sauerstoffversorgung nur aus Nährstoffabbau) bei längeren Läufen also länger als bei kurzen (93 Prozent Training im aeroben Bereich beim 30-Minuten-Lauf gegenüber 80 Prozent beim 10-Minuten-Lauf). Folglich kommen mehrere kurze Einheiten in ihrem Ausdauer-Trainingseffekt nicht an einen einzigen längeren Lauf heran.

Die Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit ist auf die Ermüdung der langsamen Muskelfasern zurückzuführen. Obwohl nur mit mäßigem Tempo gelaufen wird, werden bei langen Läufen auch die schnellen Muskelfasern aktiviert. Du „lernst“ so, aerob zu arbeiten, und verbesserst auf diese Weise die aerobe Kapazität und deine Ausdauer im Allgemeinen.

Für Laufanfänger und Wiedereinsteigerinnen bedeutet das, dass du nicht auf ein Training verzichten solltest, weil du denkst, unter einer bestimmten Zeitdauer bringe es nichts. Jede einzelne Trainingseinheit verbessert deine Leistungsfähigkeit. Wenn du für einen Wettkampf trainierst, sollten sich sowohl lange langsame als auch kurze schnelle Läufe in deinem Training finden. Arbeitest du auf ein 5- oder 10-Kilometer-Rennen hin, lege deinen Fokus auf kurze Einheiten, während lange Läufe vor allem bei der Halbmarathon- und Marathonvorbereitung wichtig sind.

Vier Grundregeln der Trainingslänge zusammengefasst:

  1. Auch wenn du nur 10 Minuten zur Verfügung hast, geh laufen! Selbst diese kurze Zeit bringt etwas.
  2. Zwei 10-Minuten-Läufe sind fast genauso viel wert wie ein 20-Minuten-Lauf, vorausgesetzt, das Lauftempo ist vergleichbar. Im Hinblick auf die Spritzigkeit bringen zwei schnelle 10-Minuten-Läufe sogar mehr als ein langsamer 20-Minuten-Jog.
  3. Läufe länger als 35 Minuten verbessern deutlich Ausdauer und aerobe Kapazität. Wer bisher 20 Minuten am Tag läuft, sollte einmal ausprobieren, nur jeden zweiten Tag zu laufen, dafür aber 40 Minuten, vorausgesetzt, das Tempo lässt sich über die doppelte Zeit beibehalten.
  4. Wenn du sowieso länger als 35 Minuten laufen gehst, bedenke: Bei einem einzigen Lauf von 90 Minuten werden mehr Kalorien verbrannt als bei zwei 45-Minuten-Läufen im gleichen Tempo. Zwei 45-Minuten-Läufe in schnellerem Tempo bringen dagegen mehr in Sachen Wettkampfhärte.

Typische Fehler beim Wiedereinstieg ins Laufen

Viele Wiedereinsteigerinnen scheitern nicht an ihrem Willen, sondern an falschen Erwartungen. Der Kopf ist motiviert, der Körper aber noch nicht bereit für intensive Belastungen. Diese Diskrepanz führt häufig zu den gleichen Fehlern. Und genau diese entscheiden darüber, ob dein Neustart gelingt oder in Frust endet. Wenn du dir der folgenden typischen Fehler beim Wiedereinstieg ins Laufen bewusst bist, kannst du diese leichter vermeiden.

✖️ Zu schnell starten: Viele Läufer steigen direkt mit ihrem alten Tempo ein, obwohl ihr Herz-Kreislauf und die Muskeln noch nicht bereit sind. Das Resultat: Frust und Übertraining.

✖️ Zu hohe Trainingsumfänge: Wer zu früh zu viel läuft, überfordert Sehnen und Gelenke und riskiert Verletzungen, bevor sich der Körper wieder an regelmäßige Belastung gewöhnt hat.

✖️ Fehlende Regeneration: Gerade nach einer Pause benötigt dein Körper längere Erholungszeiten. Halte diese ein, damit du keine Überlastung risikierst.

✖️ Vergleich mit früheren Leistungen: Sich an alten Bestzeiten zu messen, erzeugt unnötigen Druck und verleitet zu unpassendem Tempo – der Wiedereinstieg ist ein Neustart, kein Wettkampf mit dem früheren Ich.

✖️ Ignorieren von Warnsignalen: Schmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder ein erhöhter Puls sind klare Hinweise auf Überlastung und sollten ernst genommen werden, um Verletzungen zu vermeiden.

✖️ Monotones Training ohne Variation: Immer dieselbe Strecke im gleichen Tempo zu laufen, belastet dich einseitig. Erst abwechslungsreiche Einheiten fördern dagegen die muskuläre Anpassung und deine Motivation.

Wie schnell kommt die alte Laufform zurück?

Die gute Nachricht: Die alte Form kommt meist schneller zurück, als man denkt. Dein Körper erinnert sich an frühere Trainingsreize. Diesen Effekt nennt man Muscle Memory. Entscheidend ist deine Geduld. Wer zu früh zu viel will, riskiert Rückschläge. Je nach Länge der Pause und Trainingshistorie kannst du in etwa mit folgenden Zeitspannen rechnen:

  • nach 4–6 Wochen Pause: etwa 2–4 Wochen
  • nach 3–6 Monaten Pause: etwa 6–10 Wochen
  • nach längeren Pausen: mehrere Monate, aber mit stetigem Fortschritt

Ist eine Laufpause im Winter sinnvoll?

Laufen im Winter ist nicht immer ein Vergnügen. Kälte, Dunkelheit, Glatteis und unberechenbare Wetterverhältnisse machen das Laufen oft weniger attraktiv. Kann man deshalb im Winter nicht einfach ganz auf das Laufen verzichten und eine Winterpause einlegen? So einfach ist das nicht. Abgesehen davon, dass man ohnehin unter „Entzugserscheinungen“ leiden würde, wäre es auch sehr mühsam, die Kondition jedes Frühjahr neu aufzubauen. Außerdem stellt sich durch regelmäßiges Training der Stoffwechsel um, der Körper gewöhnt sich an eine bestimmte Kalorienzufuhr. Wer im Winter mit dem Sport aufhört und seine Ernährung nicht umstellt, nimmt schnell zu. Je nachdem, wie ambitioniert du in den vergangenen Monaten gelaufen bist, solltest du dein Trainingspensum reduzieren, aber nicht wochen- oder monatelang auf Sport verzichten.

Wenn du ein ambitionierter Freizeitläufer bist und regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmst, solltest du nach dem letzten Lauf im Herbst unbedingt eine Regenerationspause von 3 bis 4 Wochen einlegen. In dieser Zeit können sich Körper und Geist erholen. Das heißt aber nicht, dass man in dieser Zeit gar nichts tun sollte. Mit dem folgenden Regenerationsprogramm kannst du direkt nach deinem letzten Lauf beginnen:

Wenn du dagegen erst weniger als ein Jahr läufst, kannst du im Winter auch zwei Wochen ganz auf Sport verzichten, um die ungewohnte Belastung zu verarbeiten. Danach solltest du dein Ausdauertraining weiter ausbauen, damit du im Frühjahr nicht wieder bei Null anfangen musst. Dafür kannst du einmal pro Woche einen etwas längeren Lauf absolvieren. Vergiss nicht, dass du dich auch mit alternativen Sportarten fit halten kannst. Zum Beispiel kannst du mit Schwimmen deine Ausdauer trainieren und musst dafür nicht bei Sturm und Schnee draußen unterwegs sein.

FAQ: Wiedereinstieg ins Training

Fazit