Beim Marathon laufen tausende Menschen auf engstem Raum am Limit. Damit der Lauf für alle zum Erfolg und nicht zum Frust wird, gibt es ein paar ungeschriebene Gesetze. In diesem Artikel zeigen wir dir die sieben nervigsten Fauxpas auf der Strecke und wie du sie vermeiden kannst.
Die 7 Marathon-No-Gos (mit 3-Sekunden-Fix)
Wenn du dir der folgenden No-Gos bewusst bist, wird der nächste Marathon für dich und vor allem für deine Mitläuferinnen und Mitläufer deutlich stressfreier. Für jedes Problem geben wir dir dabei einen 3-Sekunden-Fix an die Hand, wie du es ganz ohne Zeitverlust besser machst.
No-Go 1: Im Startblock abrupt stehenbleiben
Der Startschuss zum Marathon fällt und die Masse setzt sich langsam in Bewegung. Plötzlich bemerkst du, dass dein Schnürsenkel offen ist, oder du willst unbedingt noch ein schnelles Start-Selfie machen. Wenn du jetzt einfach abrupt abstoppst, riskierst du eine Kettenreaktion wie auf der Autobahn. Muss nicht sein, oder?
Der 3-Sekunden-Fix: Ruhe bewahren! Laufe kontrolliert an den äußeren Rand der Strecke. Hebe eine Hand, um den Läufern hinter dir zu signalisieren, dass du langsamer wirst, und bleibe erst dann am Absperrgitter stehen.
No-Go 2: Überholen und sofort wieder reinschneiden
Du hast endlich eine Lücke gefunden, ziehst im Vollsprint an einer Gruppe vorbei und schwenkst sofort wieder auf die Ideallinie ein – direkt vor die Füße der gerade Überholten. Das zwingt die andere Läuferin zum abrupten Abbremsen und kostet sie wertvolle Energie und Nerven.
Der 3-Sekunden-Fix: Überhole beim Wettkampf wie auf der Autobahn. Lass nach dem Überholvorgang mindestens zwei bis drei Schritte Platz, bevor du wieder auf deine ursprüngliche Linie einschwenkst. Ein kurzer Blick über die Schulter sichert dich ab.
No-Go 3: Das Verpflegungsstellen-Chaos
Die erste Verpflegungsstelle! Der Durst ist groß, die Helfer stehen bereit, um dir einen Becher anzugeben. Viele Läufer greifen sich das Wasser und bleiben augenblicklich wie angewurzelt vor dem Tisch stehen, um in Ruhe zu trinken. Die Läufer hinter dir haben absolut keine Chance, auszuweichen.
Der 3-Sekunden-Fix: Reduziere dein Tempo und laufe die Station erst im mittleren oder hinteren Bereich an. Greife dir einen Becher im Vorbeilaufen (Tipp: Becher oben leicht zusammendrücken, damit nichts verschüttet wird) und laufe unbedingt noch ein paar Meter weiter. Erst im hinteren, ruhigeren Bereich der Verpflegungsstation wirst du noch einmal langsamer oder gehst ganz rechts oder links am Rand, während du trinkst.
No-Go 4: Becher und Gel-Verpackungen rücksichtslos wegwerfen
Nach der Verpflegung muss der leere Becher oder die klebrige Gel-Verpackung weg. Wer den Müll blind zur Seite oder noch schlimmer mitten auf den Asphalt wirft, sorgt für eine gefährliche Rutschpartie. Plastikbecher und glitschige Gel-Reste unter den Laufschuhen haben schon so manchen Sturz verursacht.
Der 3-Sekunden-Fix: Wirf den Becher gezielt in die bereitgestellten Mülltonnen hinter den Stationen. Wenn du sie verpasst hast, wirf den Becher flach und gezielt ganz an den äußeren Straßenrand (unter die Absperrung), wo niemand läuft. Gel-Tütchen gehören zurück in die Tasche, bis ein Mülleimer kommt.
No-Go 5: Zu dritt oder viert nebeneinander laufen
Es ist wunderschön, den Marathon gemeinsam mit den Laufbuddies zu bestreiten. Wenn ihr allerdings zu dritt oder viert nebeneinanderlauft und dabei die gesamte Breite des Weges blockiert, macht ihr euch auf der Strecke keine Freunde. Schnellere Läufer müssen mühsam im Zickzack um euch herumkurven.
Der 3-Sekunden-Fix: Lauft maximal zu zweit nebeneinander. Sobald es eng wird oder ihr merkt, dass von hinten Läufer auflaufen, formiert euch kurz hintereinander, um eine Überholspur frei zu machen.
No-Go 6: Kopfhörer auf maximaler Lautstärke oder Noise-Cancelling
Grundsätzlich sollte dir bewusst sein, dass bei den meisten Marathons das Laufen mit Kopfhörern offiziell verboten ist. Wenn du trotzdem mit deinen Lieblings-Songs auf den Ohren läufst, solltest du die Lautstärke moderat wählen und das Noise-Cancelling ausschalten. Wenn du neben der Musik nichts mehr von deiner Umwelt mitbekommst, kann das nämlich schnell zur Gefahr werden. Warnrufe von hinten („Achtung links!“) oder Durchsagen der Streckenposten kommen gar nicht mehr bei dir an.
Der 3-Sekunden-Fix: Nutze Knochenschall-Kopfhörer, lasse ein Ohr komplett frei oder stelle die Lautstärke so ein, dass du die Schritte deiner Mitläufer und die Rufe der Zuschauer noch problemlos wahrnehmen kannst. Oder lass die Kopfhörer einfach mal ganz weg und freu dich über die Anfeuerungen der Zuschauer.
No-Go 7: Vollbremsung direkt hinter der Ziellinie
Die Ziellinie ist in Sicht. Geschafft! Die Uhr zeigt eine neue Bestzeit, der Jubel ist riesig. Vor lauter Erleichterung bleiben viele Finisher direkt auf der Zeitmessmatte stehen, reißen die Arme hoch und sacken in sich zusammen. Blöd nur, dass im Sekundentakt Dutzende Läufer mit Vollspeed hinterherstürmen.
Der 3-Sekunden-Fix: Laufe noch mindestens 10 bis 15 Meter im Zielkanal weiter, bevor du komplett stoppst. Der Jubel sieht auch ein paar Meter weiter hinten auf den Fotos fantastisch aus – und ist deutlich sicherer für deine Knochen.
Zum Mitnehmen: Screenshot-Checkliste „Fair laufen in 60 Sekunden“
Speichere dir diese Punkte oder mache einen schnellen Screenshot für dein Handy, um die wichtigsten Regeln vor dem Start noch einmal kurz im Kopf durchzugehen:
✅ Stopps nur am Rand
✅ Hand heben vorm Abbremsen
✅ Getränkestation hinten anlaufen, Becher im Vorbeilaufen schnappen, nach der Station am Rand trinken
✅ Kein Müll auf die Laufstrecke
✅ Platz zum Überholen lassen
✅ Musik nicht zu laut
✅ Im Ziel nicht abrupt stehenbleiben
FAQ: Marathon No-Gos
Die Einteilung in Startblöcke basiert auf deiner realistischen Zielzeit. Wenn du dich in einen schnelleren Block einsortierst, wirst du zum Bremsklotz für andere Läuferinnen und Läufer. Außerdem ist es doch auch nicht schön, ständig überholt zu werden, oder? Reihe dich also in den dir zugeteilten Startblock ehrlich ein.
Nach 42,195 Kilometern sind dein Körper und dein Geist völlig erschöpft. Die Konzentrationsfähigkeit ist auf dem Nullpunkt und die Muskeln sind extrem anfällig für Krämpfe. Wenn im Zielkanal plötzlich jemand abrupt stoppt, können die nachfolgenden Läufer oft nicht mehr rechtzeitig reagieren oder ausweichen. Stürze und schmerzhafte Kollisionen können die Folge sein.
Sicherheit geht immer vor Bestzeit. Wenn du siehst, dass jemand stürzt oder sichtlich medizinische Probleme hat, sichere die Stelle ab, indem du andere Läufer warnst, sprich mit der betroffenen Person und hilf ihr gegebenenfalls an den Streckenrand. Lasse sie nicht alleine und informiere umgehend den nächsten Streckenposten oder Sanitäter.





