Wie viel Ausdauersport pro Woche?

Gesund bleiben durch Joggen
Wie viel Ausdauersport pro Woche?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 22.01.2026
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Ausdauersport: Ein Mann und eine Frau joggen gemeinsam
Foto: iStockphoto

Ausdauersport ist sowas wie ein Universalmedikament – ein Multitalent in Bezug auf die physische und psychische Gesundheit. Läuferinnen und Läufer wissen das gut aus eigener Erfahrung. Aber wie viele Stunden Ausdauersport pro Woche sind notwendig, damit wir gesundheitlich profitieren? Hat die Altersgruppe, in der man sich befindet, einen Einfluss? Und macht es einen Unterschied, ob man als Anfänger in den Ausdauersport einsteigt oder als Fortgeschrittene schon jahrelang im (Lauf-)Training ist?

Was zählt als Ausdauersport?

Sobald du dich mindestens 20 Minuten kontinuierlich bewegst, darfst du diese Aktivität Ausdauersport nennen. Du trainierst die Fähigkeit deines Herz-Kreislauf-Systems sowie deiner Muskulatur, eine körperliche Belastung über einen längeren Zeitraum durchzuhalten. Dazu zählen sowohl Trainingseinheiten mit moderater Intensität als auch ein intensives Training.

Wer nach einer Ausdauersportart sucht, die nicht „Joggen“ heißt, wird in unserer folgenden Auflistung sicher fündig:

Ist Spazierengehen Ausdauertraining?

Ja, auch Spazierengehen ist Ausdauertraining – vorausgesetzt, du bleibst mindestens 20 Minuten kontinuierlich in Bewegung. Im Optimalfall gehst du so schnell, dass deine Herzfrequenz sich im Bereich von 60 % bis 80 % der maximalen Herzfrequenz (HFmax) einpendelt. Wenn du beim Spaziergang keinen Hund an der Leine hast und das Smartphone entspannt in der Tasche lässt, kannst du deinen Kreislauf zusätzlich anregen, indem du die Arme kreist, die Knie anhebst, die Fersen möglichst weit zum Gesäß führst oder dich auf die Abrollbewegung der Füße konzentrierst.

Anschließend machst du ein bis zwei dynamische Mobilisationsübungen und investierst 3–5 Minuten in Dehnübungen – fertig ist das Ausdauertraining. Was für eine gute Nachricht! Denn seien wir mal ehrlich: Es gibt diese Tage, an denen einem Laufen einfach zu anstrengend und zu einem Spaziergang aufzubrechen einfacher ist. Und wer weiß? Vielleicht kommt die Lust am Joggen ja nach ein bis zwei Kilometern doch noch. Auch nach Verletzungen oder bei Überlastungssymptomen wie Knieschmerzen ist Spazierengehen eine gute Alternative.

Gesundheitliche Vorteile vom regelmäßigen Ausdauersport

Ausdauersport macht gesund. Cardio-Einheiten, aber auch regelmäßige Bewegung im Allgemeinen haben eine Vielzahl an positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Es stärkt die Abwehrkraft des Immunsystems, verringert das Risiko für Bluthochdruck, senkt das schlechte LDL-Cholesterin, verbessert die Kontrolle des Blutzuckerspiegels, regt die Verdauung an, hält jung – die Liste könnte noch lange weitergehen.

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit äußern sich aber nicht nur an dem einzelnen Läufer, sondern auch innerhalb der Gesellschaft. Einer Studie von 2021 zufolge trägt Ausdauersport signifikant zu einer Reduzierung von Systemerkrankungen bei und senkt somit auch die Sterberate. Diese gilt wiederum als Anhaltspunkt für den Gesundheitszustand der Bevölkerung: Je niedriger die Sterberate, desto gesünder die Menschen.

Vorteile für Herz, Lunge und Kreislauf

Unser Herz ist ein Muskel. Beim Ausdauersport trainieren wir seine Funktion und können dadurch unsere Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhöhen und erhalten: Das Schlagvolumen nimmt zu, unter anderem weil sich die linke Herzkammer vergrößert. Durch regelmäßigen Ausdauersport verkürzt sich die Zeit, die das Herz benötigt, um nach Anstrengung zum Ruhepuls zurückzukehren. Die Bildung neuer Blutgefäße verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die entstehenden „Zusatzgefäße“ können außerdem den Verlust von Gefäßen bei Krankheiten wie Diabetes mellitus ausgleichen.

Wenn wir Sport treiben, schlägt unser Herz schneller und pumpt Blut in kürzeren Abständen durch den Körper. Wir atmen tiefer und schneller. Unsere Muskeln kontrahieren und entspannen, verbrauchen Sauerstoff und Energie, während sie gleichzeitig Stoffwechselprodukte wie Laktat in den Blutkreislauf abgeben. Der stärkere Blutfluss sowie der Anstieg von Stoffwechselprodukten führen zu Bildung neuer Gefäße, der sogenannten Angiogenese. Eine größere Anzahl an Blutgefäßen (Kapillaren) bedeutet kürzere Wege für Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel und der Sauerstoffversorgung. Viele Kapillaren haben somit einen zentralen Vorteil: Sie halten den Stoffwechsel am Laufen und sorgen für die notwendige Energie, sowohl im Alltag als auch im Training.

Daneben verbessert Ausdauersport die Belüftung der Lunge. Denn wenn wir tiefer einatmen, dringt die Luft auch in die äußeren Bereiche der Lunge vor.

Vorteile für Muskeln, Knochen und Gelenke

Regelmäßiger Ausdauersport erhöht die Durchblutung und den Stoffwechsel in unserer Muskulatur. Das Resultat: mehr Muskulatur, mehr Muskelkraft, bessere Muskelausdauer sowie ökonomische Bewegungen im Alltag.

Durch Sport und körperliche Anstrengung aktivieren wir die Knochenzellen (Osteoblasten), die für die Regeneration und den Aufbau der Knochensubstanz zuständig sind. So trägt Ausdauertraining zu einer besseren Knochendichte und Knochenstabilität bei und beugt Osteoporose vor. Da ein voller Entwicklungszyklus der Knochenstruktur ungefähr 120 Tage dauert, ergibt sich eine messbare Verbesserung der Dichte erst nach etwa vier bis sechs Monaten regelmäßigen Trainings.

Im Alltag nutzt du nur einen Bruchteil deiner vorhandenen Beweglichkeit. Mithilfe von Ausdauertraining kannst du einen Großteil deiner Bewegungsfähigkeit erhalten, auch abseits der alltäglichen Bewegungen.

Psychische Vorteile und mentale Gesundheit

Ausdauersport sorgt für die Ausschüttung von Hormonen, wie beispielsweise Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Diese können zu einer besseren Stimmung, mehr Wohlbefinden, einem höheren Selbstwertgefühl und einem ruhigeren sowie tieferen Schlaf führen. Regelmäßige Bewegung spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Prävention und Therapie von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.

Wer sich regelmäßig über einen längeren Zeitraum bewegt, kann sich daneben besser konzentrieren und auf Aufgaben fokussieren. Regelmäßiger Ausdauersport verbessert zudem nachweislich die Prognose für Morbus Parkinson und Alzheimer.

Was ist der gesündeste Ausdauersport?

Die Frage nach dem gesündesten Ausdauersport lässt sich nicht so einfach beantworten. Walken, Radfahren, Reiten, Rudern und Schwimmen sind im Vergleich zu anderen Sportarten gelenkschonend und zeichnen sich durch eine gleichförmige Bewegung aus. Joggen hat ebenfalls eine positive Wirkung auf die Gesundheit, setzt allerdings voraus, dass du bereits ein Mindestmaß an Grundfitness und muskulärer Stabilität besitzt, damit ein regelmäßiges Training nicht zur Überlastung von Muskeln, Sehnen oder Bändern beispielsweise im Kniegelenk führt. Ballsportarten wie Fußball, Tennis, Badminton, Volleyball, Handball oder Basketball beanspruchen die Gelenke durch wiederholte Start-Stopp-Bewegungen stärker als Ausdauersportarten wie Laufen oder Radfahren. Inlineskaten ist zwar gelenkschonender als Laufen, hat aber ein höheres Verletzungspotenzial.

Welcher der gesündeste Ausdauersport für dich ist, hängt schlussendlich von deinen körperlichen Voraussetzungen, deiner aktuellen Leistungsfähigkeit und deinem Zeitbudget ab. Sport sollte Spaß machen, schmerzfrei sein und nicht in Stress ausarten – darauf kommt es an.

Wie lange sollte ein Ausdauertraining dauern?

Als Ausdauertraining werden körperliche und sportliche Aktivitäten bezeichnet, die mindestens 20 Minuten dauern, noch besser 30 Minuten, und ohne Unterbrechung absolviert werden.

Arbeitest du auf ein bestimmtes Ziel hin, wie ein 10-Kilometer-Rennen, einen Halbmarathon oder gar einen Marathon, solltest du deine Läufe nach einem bestimmten Trainingsplan gestalten. Eine Übersicht unserer Trainingspläne findest du hier.

Wie viel Ausdauersport sollte ich pro Woche mindestens machen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren mindestens 150 Minuten aerobe Belastung bei mittlerer Intensität oder mindestens 75 Minuten aerobe Belastung mit hoher Intensität. Auch eine Kombination ist möglich. In Bezug auf die Aufteilung der 150 Trainingsminuten lautet die Empfehlung: Jeweils 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche. Zusätzlich empfiehlt die Kommission, zweimal in der Woche Krafttraining zu absolvieren.

Bevor du jetzt panisch wirst, weil du für diese Empfehlung definitiv keine Zeit in deinem Alltag hast, können wir dich beruhigen. Mit der REHIT (Reduced Exertion High Intensity Interval Training) Methode trainierst du in vier Einheiten zweimal 20 Sekunden bei maximal möglicher Intensität. Davor wärmst du dich drei Minuten auf, dazwischen machst du drei Minuten aktive Pause, beispielsweise mit Neuroathletiktraining, und danach absolvierst du ein dreiminütiges Cool-down. Als Bewegungsformen für die kurzen, intensiven Reize eignen sich Skippings, Seilspringen oder eine Einheit auf dem Ergometer. Das Ziel? Maximale Zeiteffizienz. Einer Studie von 2019 zufolge kann ein achtwöchiges REHIT-Training sogar größere Erfolge hinsichtlich der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO₂max) sowie gesundheitlicher Parameter (z. B. Blutdruck) als gewöhnliches moderates Ausdauertraining haben.

Empfehlungen für Anfänger

Hast du erst mit dem Laufen begonnen, solltest du dich zunächst einmal darauf konzentrieren, deine Grundlagenausdauer auf- und auszubauen. Fokussiere dich während des Trainings weniger auf Zahlen, sondern eher auf dein Körpergefühl. Besonders als Laufeinsteigerin und -einsteiger ist es wichtig, deinen Körper an die neue Belastung zu gewöhnen und vor allem Spaß daran zu finden.

Mit der Zeit wirst du merken, dass du schnell Fortschritte machst. Sobald du etwa 30 Minuten am Stück laufen kannst, ohne danach das Gefühl zu haben, gleich umzukippen, kannst du dich beim Training zunehmend auf Faktoren wie Distanz und Tempo konzentrieren oder auch verschiedene Trainingsmethoden, wie Intervalleinheiten oder einen Dauerlauf, ausprobieren.

Empfehlungen für Fortgeschrittene

Erfahrene Läuferinnen und Läufer sollten die von der WHO empfohlenen 150 bis 300 Minuten moderates Ausdauertraining auf drei bis fünf Einheiten pro Woche aufteilen – also 30 bis 60 Minuten an fünf Tagen in der Woche. So stellen sich die gesundheitlichen Vorteile regelmäßiger Bewegung ein, während du gleichzeitig deine Grundlagenausdauer aufrechterhältst. Möchtest du deine Leistung aktiv steigern, kannst du in der Trainingsroutine mit intensiven Läufen abwechseln, die du bei etwa 75 bis 85 Prozent deiner HFmax absolvierst. Da du bei solchen Einheiten teilweise in den anaeroben Trainingsbereich kommst und diese somit anstrengender für deinen Körper sind als moderate Läufe, sollten sie 20 bis 90 Minuten andauern und nur ein- bis zweimal pro Woche auf dem Plan stehen. Gib deinem Körper anschließend auch ein wenig mehr Regenerationszeit, damit du bei der nächsten Trainingsrunde wieder topfit bist.

Tipps für spezielle Gesundheitsziele

Ausdauersport kann dazu beitragen, dass du gesund bleibst sowie Erkrankungen vermeidest und im Falle von bereits bestehenden Krankheiten Symptome abschwächen oder ihrem Fortschreiten entgegenwirken kannst. Unten findest du je nach Gesundheitsziel Tipps zum Ausdauertraining:

1

Gewichtsreduktion

2

Blutdruck

3

Diabetes Mellitus

4

Rückenschmerzen

5

Arthrose

6

Osteoporose

7

Depressionen

So wichtig ist Regeneration

Damit deine Leistungsfähigkeit steigt, musst du deinem Körper in regelmäßigen Abständen außerhalb der Komfortzone belasten. Im Anschluss daran solltest du ihm aber auch ausreichend Zeit geben, um sich wieder zu erholen. Plane deshalb trainingsfreie Tage oder auch regenerative Trainingseinheiten, wie beispielsweise einen Recovery Run ein.

Das Training schädigt die Muskeln und schwächt das Immunsystem. Gibst du deinem Körper anschließend Zeit, sich zu erholen, passt er sich an die Belastung an, sodass du beim nächsten Mal fitter bist als zuvor.

Fragen zum Thema Ausdauertraining

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