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Ein Münchner siegt in München Frank Shorter

Frank Shorter war der Frank Sinatra des US-amerikanischen Langstreckenlaufs.

Zur Person

geb. 31. Oktober 1947 in München

Frank Shorter wurde in München als Sohn eines dort stationierten Soldaten geboren, wuchs aber mit zehn Geschwistern in Middletown, New York auf. In den Blickpunkt der Öffentlichkeit, zunächst nur der amerikanischen, trat er erstmals, als er 1970 im von den Me­dien hochstilisierten Länderkampf „Sowjetunion gegen USA“ die 10000 Meter gewann. In der folgenden Woche zierte Shorter das Titelbild der populärsten amerikanischen Sportillus­trier­ten „Sports Illustrated“.

Vor den Olympischen Spielen 1972 in München hatte er vier Marathons absolviert und einen davon gewonnen, ausgerechnet den seinerzeit hochkarätigst besetzten Marathonlauf in Fukuoka. In seiner Geburtsstadt München stellte er zu­nächst im 10000-Meter-Vorlauf (27:58,2) wie auch im Finale (27:51,4) US-Rekorde auf und belegte Platz fünf. Den Marathon gewann er eine Woche später hochüberlegen mit zwei ­Minuten Vorsprung in 2:12:20 Stunden. Bei den nächsten Olympischen Spielen 1976 in Montreal war er in der Form seines Lebens, musste aber zum Schluss Waldemar Cier­pinski ziehen lassen. Heute arbeitet der ausgebildete Rechtsanwalt als Sport-Kommentator und -Funktionär.

Franks Training

Die Belastungsverträglichkeit von Frank Shorter war nahezu unvergleichlich. Bei einem ­angesehenen amerikanischen Testinstitut in Oregon sind Shorters Werte und Ergebnisse, was seine Laktattoleranz und Pulswerte betrifft, nahezu unerreicht, einzig der Mehr­­fach-Weltrekordler Henry Rono (Kenia) toppte diese. Über die Jahre von 1970 bis 1979 lief Shorter im Durchschnitt (!) 17 Meilen (27 Kilometer) täglich. Sein Training war ein Mix aus Dauerläufen in verschiedenem Tempo mit zwei- bis dreimaligem Intervalltraining pro Woche. Ein „hochmodernes“ Training, das in dieser Form auch heute noch von Weltklasse-Marathonläufern durchgeführt wird.
Frank Shorter lief täglich zweimal – außer sonntags – morgens um elf und abends um 18 Uhr.

Was wir von Frank lernen können

1. Hard and easy: Auf einen Tag mit einer harten Laufbelastung (z. B. Intervalltraining) muss ein ruhiger Lauftag oder Ruhetag ­folgen.
2. Plan ist Plan, sonst braucht man keinen Plan: Es gibt viele Ausreden, nicht laufen zu gehen, aber lassen Sie kaum eine gelten.

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05.03.2008
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