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Challenge Roth 2019 Heimsieg für Dreitz im Frankenland

Den größten Langdistanz-Triathlon der Welt gewannen am Sonntag, den 7. Juli die beiden Vorjahres-Zweiten Lucy Charles-Barclay und Andreas Dreitz.

Challenge Roth 2019 Sieger Andreas Dreitz +
Foto: Norbert Wilhelmi

Andreas Dreitz kontrollierte das Geschehen erst auf dem Rad und später beim Marathon von vorne.

Ein hochklassiges und enges Rennen wurde beim Challenge Roth 2019 erwartet. Zwar begegneten sich die drei aktuellen deutschen Hawaii-Champions Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange eine Woche zuvor in Frankfurt, doch waren viele der besten Profis in Roth am Start. Gleich sechs der Top Ten vom Ironman Hawaii 2018, um genau zu sein. Der Franke Andreas Dreitz kontrollierte das Rennen fast durchweg von der Spitze und siegte nach 7:59:02 Stunden. Eine dominante Vorstellung lieferte die erst 25-jährige Britin Lucy Charles-Barclay ab. Schon nach 8:31:09 Stunden riss sie das Zielbanner in die Höhe.

Für runnersworld waren die Fotografen Ingo Kutsche und Norbert Wilhelmi beim Challenge Roth 2019 vor Ort. Ihre schönsten Bilder vom Triathlon finden Sie in den Bildergalerien ober- sowie unterhalb und inmitten dieses Artikels.

Um 6:30 Uhr fiel im Main-Donau-Kanal der Startschuss für die schnellsten der rund 3.500 Einzelstarter. In 22 Wellen gestartet, machten sich die Triathleten auf ihre 226 Kilometer lange Reise durch das Frankenland. 3,8 Kilometer Schwimmen im Kanal, 180 Kilometer Radfahren auf zwei welligen Runden und 42,195 Kilometer Laufen lagen zwischen dem Start im Kanal und dem berühmten Zielstadion.

Dreitz gibt sechs Stunden das Tempo beim Challenge Roth 2019 vor

Bei einer Wassertemperatur von gut 24 Grad Celsius durfte zwar das Gros der Teilnehmer mit Neoprenanzug in den Main-Donau-Kanal springen – die Profi-Athleten jedoch nicht. Der Schwede Jesper Svensson war es, der nach 48:27 Minuten als Erster aus dem Kanal kam. Zwar als guter Schwimmer geltend, hatte ihn für das Rennen um den Sieg kaum einer auf der Rechnung. Als Zwölfter mit dreieinhalb Minuten Rückstand war Andreas Dreitz in seine Paradedisziplin, dem Radfahren, gestartet. Wenige Sekunden dahinter die zweite große deutsche Hoffnung und Mitfavorit, Andreas Böcherer. Nach rund einem Drittel der Raddistanz war Svensson gestellt und überholt. Dreitz, Böcherer und der US-Amerikaner Andy Potts durchfuhren den Solarer Berg als das absolute Stimmungs-Highlight als Führende. Potts musste gegen Ende der zweiten Disziplin die beiden Deutschen ziehen lassen. Alles deutete auf ein Laufduell hin.

Mit dreieinhalb Minuten Vorsprung gingen Dreitz und Böcherer auf den abschließenden Marathon. Ein Tief, das am Renntag hereinzog, brachte mit rund 20 Grad Celsius nahezu ideale Bedingungen für den abschließenden Marathon, sodass eine Hitzeschlacht allen Triathleten erspart blieb. Die Hälfte der Strecke – etwa von Kilometer vier bis 25 – führte am Main-Donau-Kanal entlang. Danach wurde dieser wieder Richtung Roth verlassen und eine Schleife nach Büchenbach gelaufen. Nach 35 Kilometern wartete der einzige nennenswerte Anstieg mit rund 50 Höhenmetern, bevor es Richtung Zielstadion in Roth ging. Böcherer verlor nach der zweiten Wechselzone schnell an Boden und flog auf den letzten zehn Kilometern aus der Top Ten heraus. Dreitz konnte seine Führung jederzeit behaupten und behielt wertvolle Minuten zwischen sich und seinen Verfolgern. Der Schärfste, zur Überraschung vieler, sollte Jesper Svensson werden, der sich etwa nach der Hälfte des Marathons auf Platz zwei festbiss.


Challenge Roth 2019 Siegerin Lucy Charles-Barclay +
Foto: Ingo Kutsche

Als strahlende Siegerin riss Lucy Charles-Barclay schon nach 8:31:09 Stunden das Zielbanner in die Höhe.

Jesper Svensson wird Zweiter beim Challenge Roth 2019

Nach 7:59:02 Stunden blieb der Franke Dreitz bei seinem Heimrennen als einziger unter acht Stunden und durfte sich über den Sieg freuen. Im Vorjahr war nur Sebastian Kienle schneller als er. Mit 2:48:43 Stunden lief Svensson sogar noch etwas schneller und sicherte sich nach 8:02:20 Stunden den zweiten Platz. Dritter wurde der zuvor deutlich höher gehandelte Australier Cameron Wurf. Sein Ziel eines neuen Rad- sowie auch Streckenrekords verpasste er nach 8:04:08 Stunden deutlich. Allerdings schien er nicht seinen besten Tag erwischt zu haben, blieb er doch allein auf dem Rad mit 4:15:53 Stunden rund zehn Minuten hinter seiner Zeit aus dem Vorjahr – dem Radrekord beim Challenge Roth. Dem Belgier Bart Aernouts und dem Schotten David McNamee blieben als Hawaii-Zweiter und -Dritter von 2018 in 8:04:48 Stunden und 8:05:50 Stunden nur Platz vier und fünf übrig.

2018 Zweite, 2019 Erste – Lucy Charles-Barclay dominiert

Einen gewohnten Verlauf nahm für Lucy Charles-Barclay das Rennen. Konnte sie im vergangenen Jahr sogar schneller schwimmen als alle Profi-Männer, war beim Challenge Roth 2019 nur Svensson ein paar Sekunden unter ihrer Zeit von 49:01 Minuten – die sie wie alle Profis wohlgemerkt ohne Neoprenanzug schwamm. Als Fünfte und Elfte mit knapp sechs sowie über neun Minuten Rückstand gingen Anja Ippach und Daniela Bleymehl als deutsche Titelanwärter auf die Verfolgung. Bald formierte sich eine Verfolgergruppe, zu der neben den beiden Deutschen auch die Australierin Sarah Crowley zählte. Den Rückstand auf Charles-Barclay konnten sie jedoch nie signifikant verkürzen. Bleymehl stieg mit der schnellsten Radzeit von 4:36:17 Stunden als Zweite mit gut sechs Minuten Rückstand vom Rad. Keine Minute dahinter folgten Carolin Lehrieder und Crowley. Ippach verlor zum Ende des Radfahrens drei Minuten auf Bleymehl und ging als Sechste in den Marathon.

Fünf Frauen beim Challenge Roth 2019 unter neun Stunden

Zu keinem Zeitpunkt gefährdet wirkte die Führung der zweifachen Vize-Weltmeisterin aus Großbritannien. Mit einem Marathon von 2:59:42 Stunden ließ die 25-Jährige nichts mehr anbrennen und lief über zwölf Minuten früher als noch im Vorjahr nach 8:31:09 Stunden als strahlende Siegerin ins Ziel. Crowley zog bereits auf den ersten Laufkilometern an Bleymehl vorbei und präsentierte sich mit einem Marathon in 3:00:02 Stunden ebenfalls in starker Form. Nach 8:38:11 Stunden durfte sie sich über Platz zwei freuen. Sieben Tage nach ihrem Ausstieg in Frankfurt und zwei Tage nach der Verkündung ihres spontanen Starts in Roth, finishte Bleymehl ihre Langdistanz nach 8:43:17 Stunden und somit sogar minimal schneller als 2018, als sie neun Sekunden vor Charles-Barcley siegen konnte. Dennoch sollte es dieses Mal nur zu einem dritten Platz reichen – jedoch einem sehr versöhnlichen dritten Platz. Ebenfalls noch unter neun Stunden blieb Lehrieder. Hinter der Polin Agnieszka Jerzyk (8:48:49 Stunden) belegte die zweite Deutsche nach 8:55:13 Stunden Platz fünf. Nicht über den achten Platz kam Ippach nach 9:23:58 Stunden hinaus.
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Autor: Patrick Brucker 07.07.2019

Hier finden Sie weitere Informationen zum Challenge Roth Triathlon 2019.

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