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Unter 4 Stunden und 1.200 Euro Spenden

Ein Erfahrungsbericht zum Berlin-Marathon von Oliver Busch

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Unter 4 Stunden und 1.200 Euro Spenden_sub_000

Mein schönstes Lauferlebnis ist die Geschichte meines ersten Marathons und einer tollen Spendenaktion. Vor knapp zwei Jahren etwa, fing ich erst mit dem Laufen an. Es war im November 2015. Ich hatte zu dieser Zeit private Sorgen und eine ziemlich intensive "Couch-Potato-Phase". Eine Freundin gab mir dann den Ratschlag, einfach zu laufen. "Laufen macht glücklich!" war ihr einfacher, psychotherapeutischer Rat.

Schon am nächsten Tag kaufte ich mir ein paar Laufschuhe und lief los. Erst zwei, drei Kilometer. Später fünf und nach kurzer Zeit umfasste meine Haus- und Hofrunde bereits zehn Kilometer. Das Laufen fiel mir von Anfang an ziemlich leicht und die Botschaft meiner Bekannten: "Laufen macht glücklich", konnte ich absolut unterstreichen. Etwa ein Jahr nach meinen ersten Laufkilometern durchstöberte ich die Bilder der großen Läufer-Communtiy bei Instagram. Der BERLIN-MARATHON 2016 war gerade Geschichte. Mit leuchtenden Augen sah ich mir die Bilder der unzähligen Hobbyläufer an, die stolz mit ihren Finisher-Medaillen vor dem Reichstag posierten. Noch immer fasziniert von diesen Bildern, meldete ich mich später für den BERLINMARATHON 2017 an. Und tatsächlich wurde ich als Teilnehmer ausgelost.

Im Frühjahr dieses Jahres lief ich dann meine ersten Volksläufe, um erstmals ein bisschen "Rennatmosphäre" zu schnuppern. Hierzu trainierte ich dann auch das erste Mal mit Trainingsplänen. Das Glücksgefühl beim Laufen blieb, auch beim Intervalltraining. Und als ich meinen ersten Volkslauf überhaupt in knapp über 47 Minuten beenden konnte, war das Grinsen breiter als jedes Panoramabild. Ende Juni lief ich dann in Trier meinen ersten Halbmarathon. Hier trug ich auch das erste Mal mein Shirt der SOS-Kinderdörfer. Denn um etwas Gutes zu tun und mich selbst zu motivieren, startete ich eine Spendenaktion. Über die sozialen Netzwerke wollte ich meine Freunde und Bekannten zu einem Deal animieren. "Ihr spendet etwas für den guten Zweck und ich laufe meinen ersten Marathon unter vier Stunden!" Den Halben lief ich dann übrigens in 1:46 h. Zwei Tage später begann dann die Vorbereitung für den großen Tag.

Ich trainierte nach einem Zwölf-Wochen-Plan. Die Vorbereitung verlief wohl ganz normal mit vielen Hochs und auch einigen Tiefs. Das Wichtigste war aber, dass keine Krankheit oder Verletzung dazwischen kam. Gerade in den letzten beiden Wochen vor dem Marathon zog eine Erkältungswelle durch meinen Freundeskreis. Beim leichtesten Kratzen im Hals, schickte ich ein Stoßgebet gen Himmel. Und plötzlich war der große Tag dann da. Ich konnte die Nacht vor dem Marathon schlecht schlafen. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, und begab mich sehr früh zum Startgelände. Die Organisation, insbesondere die Abgabe der Kleiderbeutel war absolut perfekt.

Allerdings stand ich dann mit den anderen Early-Birds zweieinhalb Stunden im kalten Nieselregen. Ich hatte im Vorfeld zwar den Tipp aufgeschnappt, dass sich viele Marathonläufer alte Pullis oder dergleichen anziehen und dann vor dem Start ablegen. Allerdings hab ich dann in der Nervosität nicht mehr daran gedacht. Die unbeschreibliche Atmosphäre inmitten dieses riesigen Starterfeldes von über 40.000 Läufern sorgte aber für Gänsehaut im positiven Sinne und schaffte es, von den Gedanken an durchnässte Klamotten abzulenken. Dann endlich der Start.

Über die phantastische Stimmung in Berlin ist schon viel geschrieben worden. Und alle Worte können die Realität kaum abbilden. Auf den ersten Kilometern musste ich mich immer wieder bremsen. Die wahnsinnige Partystimmung verleitete mich immer wieder dazu, viel zu schnell zu laufen. Als längste Distanz während der Vorbereitung standen 32 Kilometer im Speicher meiner Uhr. Die letzten Zehn waren ja noch unerforschtes Gebiet für mich. Daher lief auch immer eine gewisse Vorsicht mit. Keinesfalls wollte ich später einbrechen. Ich malte mir unterwegs tausend verschiedene Bilder aus, wie ich die Medaille in den Händen halte. Mit diesen Bildern vor dem geistigen Auge und den Sehenswürdigkeiten Berlins vor der Nase lief ich immer weiter. Und tatsächlich genoss ich jeden einzelnen Meter.

Unzählige Hände klatschte ich unterwegs ab und genoss die Stimmung. Kilometer um Kilometer näherte ich mich meinem Traum. Bis zur Kilometermarke 37. Ich spürte, wie sich Krämpfe in meine Waden schlichen. Daraufhin nahm ich Tempo raus und begann locker zu joggen. Währenddessen schüttelte ich immer wieder die Beine aus. Das sah gewiss albern aus und hatte wohl etwas von Monty Python’s "Ministry of silly walks", aber aus Erfahrung weiß ich, dass es hilft. So kurz vor dem Ziel wollte ich nun kein Risiko mehr eingehen und lief langsam weiter. Bis zum einundvierzigsten Kilometer. Jetzt gab es kein Halten mehr. Nun setzte ich zum Schlussspurt an und holte nochmal alles aus mir heraus. Meine Zielzeit lag bei 3:59:08 Stunden. Zugleich hatten meine Freunde ihren Teil des Deals erfüllt und fast 1.200 Euro gespendet.

So stand ich am frühen Nachmittag mit meiner Medaille vor dem Reichstag. Mit der Gewissheit, mein Ziel erreicht zu haben und der erneuten Erkenntnis: "Laufen macht glücklich."

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