Darf ich mit Arthrose weiterlaufen?

Frag Debbie: Profi-Tipps für Freizeitläufer
Darf ich mit Arthrose weiterlaufen?

Frage an Debbie
ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.01.2026
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Fitter, älterer Läufer beim Training
Foto: Getty Images

Lieber Frank, über das von dir beschriebene Phänomen, dass sportliche Aktivität zu kurzzeitiger Besserung der Beschwerden führt, berichten viele Betroffene. Es lässt sich durch ein Zusammenwirken physiologischer und psychologischer Mechanismen erklären. Der langfristige Einfluss körperlicher Aktivität wie insbesondere Laufen auf den Verlauf der Arthrose wird in Fachkreisen heiß diskutiert.

Die einen argumentieren, dass die mechanische Belastung vorbeugend wirkt. Bewegung sorge dafür, dass der Knorpel mit Nährstoffen versorgt wird, mehr Gelenkflüssigkeit als Druckpolster gebildet wird und das Gelenk geschmeidig bleibt. Außerdem sorge Training für eine starke Muskulatur, die das Gelenk unterstützt und für eine ausgewogene Kraftverteilung sorgt. Auf der anderen Seite könnte zu viel Laufen die Belastungstoleranz des Kniegelenks überschreiten und damit doch zu einem Risikofaktor für die Entwicklung oder Verschlechterung von Arthrose werden.

Zahlreiche Studien haben den Zusammenhang zwischen Laufen und Knie-Osteoarthritis untersucht. Eine neue Übersichtsarbeit mit insgesamt 7.944 Probanden kommt zum Ergebnis, dass betroffene Nichtläufer tatsächlich häufiger an Knieschmerz leiden als aktive Läufer. Eine Studie zeigte ein signifikant geringeres Risiko der Notwendigkeit einer Prothesen-OP in der Gruppe der Läufer.

Übersetzt heißt das, dass Läufer mit Kniearthrose im Vergleich zu Nichtläufern weniger Schmerzen zu haben scheinen und ein geringeres Risiko aufweisen, im weiteren Verlauf eine Knieprothese zu benötigen. Wenn Laufen deine Schmerzen verbessert, dann solltest du auf jeden Fall weiterhin laufen. Aber nur dosiert und mit Gespür für die Belastungsgrenzen.

Deborah „Debbie“ Schöneborn
Deborah „Debbie“ Schöneborn
Profiläuferin, Medizinerin, Kolumnistin