Liebe Anna, die allermeisten Krampfadern entstehen aufgrund einer genetisch und konstitutionell bedingten Venenschwäche, seltener sind sie Folge z. B. einer zurückliegenden Thrombose. Begünstigende Faktoren sind stehende Tätigkeiten, Übergewicht und Schwangerschaft. Insgesamt, schätzt man, leiden bis zu einem Viertel der Menschen früher oder später an ausgesackten Venen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Studien, die der Fragestellung nachgehen, wie sich das Krankheitsbild bei Läufern verhält, gibt es nur wenige. Ich habe eine aktuelle Arbeit aus 2024 gefunden, die bei Frauen mit milder Varikosis nach einem 6-Wochen-Übungsprogramm weniger Knöchelschwellung und Schmerzen hatten, als die Kontrollgruppe, die sich nicht bewegt hat. Dabei hat es keinen Unterschied gemacht, ob die Tätigkeit sitzend oder liegend durchgeführt wurde.
Durch Sport wird die Muskelpumpe in den Beinen aktiviert, was beim Rückfluss des Blutes helfen kann. Zudem werden die Venen und ihre Gefäßwände trainiert, was zu einer geringeren venösen Stauung führen kann. Geheilt wird man dadurch nicht, aber es kann zur zeitweisen Symptomverbesserung kommen. Empfohlen werden vor allem Sportarten wie Walking, Schwimmen und Radfahren. Vermeiden sollte man solche, bei denen zu viel Druck auf die Venen ausgeübt wird, wie Powerlifting oder tiefe Kniebeugen. Auch ein gesundes Maß an Laufen kann bei der Symptomkontrolle helfen und verschlimmert die Krampfadern, laut Experten, nicht.
Ich würde dir empfehlen, mit gut gedämpften Schuhen auf möglichst weichem Untergrund zu laufen. Kompressionsstrümpfe können auch beim Rücktransport des Blutes helfen. Nach dem Lauf empfiehlt sich ein kühles Bad, da sich die Venen dadurch zusammenziehen. Am Ende entscheidet auch dein Körpergefühl, ob du dich beim Laufen wohlfühlst.

Deborah „Debbie“ Schöneborn ist eine der schnellsten deutschen Marathonläuferinnen (Bestzeit: 2:24:54 Stunden) und hat an der Berliner Charité Medizin studiert. In unserer Kolumne beantwortet sie eure Fragen zu Gesundheit, Training und Ernährung.
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