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Umgeknickt

Sprunggelenksverletzung

Die Außenbandverletzung im Sprunggelenk ist eine häufige Verletzung bei Läufern. Muskuläre Stabilisation hilft gegen die Instabilität.

Sprunggelenksverletzungen kommen bei Läufern häufig vor. Bei etwa 80 Prozent der Sprunggelenksverletzungen ist der äußere Bandapparat betroffen. Meist handelt es sich um ein Inversionstrauma mit Außenbandruptur. Sprunggelenksverletzungen sind dafür bekannt, dass sie bei der gleichen Person wiederholt auftreten.

Wie funktioniert das Sprunggelenk?

Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß. Es setzt sich zusammen aus dem oberen und dem unteren Sprunggelenk. Im oberen Sprunggelenk findet die Streckung und die Beugung statt, während das untere Sprunggelenk den Fuß in die Supination (Heben des Fußinnenrandes) und in die Pronation (Heben des Fußaußenrandes) bewegt. Stabilisiert wird das Sprunggelenk durch die Muskulatur und einen komplexen Bandapparat.

Der Außenbandapparat (Ligamentum collaterale laterale) des Sprunggelenks besteht aus drei Bändern, die alle am Außenknöchel ihren Ursprung haben. Der Außenknöchel ist der untere Teil des Wadenbeins. Zum Außenband gehören drei Bänder, die im Sprunggelenk als eine Einheit wirken: Das vordere Band (Ligamentum talofibulare anterius, LTFA) und das hintere Band (Ligamentum talofibulare posterius, LTFP) verbinden das Sprungbein und das Wadenbein miteinander. Das dritte Band, das Ligamentum fibolocalcaneare (LFC), verbindet das Fersenbein mit dem Wadenbein.

Das hintere Band ist das stärkste Außenband und wirkt zusammen mit dem LFC bei der gesamten Dorsalflexion, also beim Anziehen des Fußes nach oben, als primärer Stabilisator gegen die Supination und die Außenrotation. Das vordere Band ist das schwächste Band. Es wirkt während der gesamten Streckung des Fußes (Plantarflexion) als primärer Stabilisator gegen Supination und Innenrotation. Bei einer Außenbandverletzung ist am häufigsten das vordere und schwächste Band betroffen.

Was ist Inversionstrauma?

Von einem Inversionstrauma spricht man, wenn der gestreckte Fuß beim Auftreten seitlich nach außen umknickt. In dieser Position ist eine hohe muskuläre Sicherung des knöchernen Gelenks notwendig. Während des Umknickens wird der äußere Bandapparat überdehnt und es kommt zu einer Schädigung eines oder mehrerer Außenbänder.

Woran erkennt man eine Außenbandverletzung? Die Symptome

Eine Sprunggelenksverletzung erkennen Sie an Schmerzen bei Belastung und Bewegung des Sprunggelenkes, meist am Außenknöchel. Das Auftreten mit dem verletzten Fuß ist dann kaum noch möglich. Eine Schwellung, Druckempfindlichkeit und ein Hämatom durch einlaufendes Blut in das Gewebe weisen auf eine Außenbandzerrung im Sprunggelenk hin. Nach einigen Stunden kann der Schmerz entlang des hinteren äußeren Fußes Richtung Unterschenkel ziehen.

Wie entsteht eine Sprunggelenksverletzung? Die Ursache von Außenbandverletzungen

Eine Außenbandzerrung entsteht meist, wenn das nach unten gebeugte Sprunggelenk beim Auftreten supiniert, d. h. nach innen gedreht wird. Es kann dabei zur Ruptur, also zum Riss, eines oder mehrerer Bänder kommen. In 2/3 der Fälle kommt es zu einer isolierten Ruptur des Ligamentum talofibulare anterius, das den äußeren Unterschenkelknochen mit dem hintern Fußknochen verbindet.

So behandeln Sie eine Außenbandverletzung

Bei der Behandlung einer Sprunggelenksverletzung wie der Verletzung des Außenbandes kommt es auf den Schweregrad der Verletzung an. Zunächst sollte das Sprunggelenk in einem Kompressionsverband gekühlt und hochgelegt werden. Im Anschluss kann der Fuß an den Schmerz angepasst auf und ab bewegt werden, allerdings sollte eine Drehung des Fußes (Supination und Pronation) vorerst vermieden werden. Eine frühzeitige an den Schmerz angepasste Belastung des Sprunggelenks ist wichtig und hat einen positiven Einfluss auf die Heilung der umliegenden Strukturen. Unter ärztlicher Aufsicht kann die Einnahme von richtig dosierten Schmerzmitteln die funktionelle Belastung des Sprunggelenks positiv beeinflussen. Häufig ist es sinnvoll, das Sprunggelenk vorübergehend durch einen Tapeverband oder eine Orthese zu stabilisieren. Stabilisierende Übungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten können die Rehabilitation maßgeblich beschleunigen und sollten auch nach der Rückkehr ins Lauftraining weiter in den Trainingsplan integriert werden, um Rezidive zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Sprunggelenksverletzung?

Nach einem Außenbandriss sollte das Spunggelenk etwa drei Wochen nur an den Schmerz angepasst belastet werden. Sitzende Tätigkeiten können Sie danach wieder aufnehmen. Stehende Tätigkeiten sind in der Regel nach etwa sechs Wochen wieder möglich. Laufen sollten Sie erst wieder, wenn keine Schmerzen mehr vorhanden sind, der Bewegungsumfang des oberen Sprunggelenkes nicht mehr eingeschränkt ist und die normale Kraft wiedererlangt wurde. Dies kann nach einer Sprunggelenksverletzung bis zu acht Wochen dauern. Allerdings sollte frühzeitig mit funktioneller Behandlung begonnen werden. Zur Unterstützung empfiehlt sich zu Beginn ein Tape am Sprunggelenk. Viele Läufer sind nach etwa 12 Wochen bereits wieder aktiv im Training.

So können Sie einer Außenbandverletzung vorbeugen

Für Läufer gibt es viele Stolperfallen, die eine Außenbandverletzung verursachen können. Daher gilt als beste Vorbeugung gegen Sprunggelenksverletzungen: Wachsam durch’s Leben schreiten und schauen, wo man hintritt. Durch Koordinationsübungen kann die Kinästhesie (Bewegungsempfindung) trainiert werden. Dies bedeutet, dass unser Körper über verschiedene Rezeptoren äußere Reize erkennt und dementsprechend reagieren kann. Wenn der Körper so gelernt hat, schnell und richtig etwa auf Unebenheiten zu reagieren, können Sprunggelenksverletzungen vermieden werden. Gerade für Trail-Läufer ist das wichtig, damit sie auf ihren unwegsamen Trainingsstrecken nicht umknicken und sich am Sprunggelenk verletzen. Führen Sie daher konsequent weiterhin Übungen zur Schulung der Koordination und des Gleichgewichts durch.

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