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Laufen im Sommer
Starkes Schwitzen iStockphoto

Extremes Schwitzen Tipps gegen starkes Schwitzen

Übermäßiges Schwitzen muss kein Problem sein. Mit ein paar Tricks lässt sich die Wärmeregulierung des Körpers steuern.

Ungewohnt starkes Schwitzen (auch: Hyperhidrose, Hyperhidrosis), plötzliche Schweißausbrüche und nächtlicher Schweiß: Was beim Laufen und anderen sportlichen Aktivitäten einen natürlichen Schutzmechanismus darstellt, der den Körper vor Überhitzung schützt, kann in anderen Lebenssituationen Ausdruck von übermäßigem Stress oder Symptom einer Erkrankung sein. Obwohl Schwitzen zum Laufen dazugehört, klagen manche Läufer über eine unangenehme und übermäßig starke Schweißproduktion.

Wir haben zusammengefasst

  • warum wir schwitzen,
  • wann Schweißausbrüche ein Fall für den Arzt sind,
  • ob man durch Schwitzen abnehmen kann und
  • was Sie gegen unangenehm starkes Schwitzen tun können.

Warum schwitzen wir?

Schwitzen ist nichts anderes als eine Reaktion des Körpers zur Wärmeregulierung. Ohne Schwitzen würde die Körpertemperatur bei sportlichen Aktivitäten oder sommerlicher Hitze in tödliche Bereiche steigen, denn über die Verdunstung von Schweiß gibt der Körper überschüssige Wärme nach außen ab. Abhängig von der Ursache unterscheidet man thermoregulatorisches Schwitzen bei hohen Temperaturen (im Sommer oder in der Sauna) oder bei körperlicher Anstrengung und emotionales Schwitzen durch Stress (z. B. bei Prüfungsangst oder Lampenfieber). Männer haben mehr Schweißdrüsen und schwitzen in der Regel stärker als Frauen. Am stärksten schwitzen wir an der Stirn, unter den Achseln, an der Brust, am unteren Rücken, in der Leiste, an Händen und Füßen und in den Kniekehlen. Bis zu vier Liter Schweiß kann ein Erwachsener pro Stunde produzieren.

Übrigens: Je trainierter Läufer sind, desto schneller beginnen sie zu schwitzen. Darüber hinaus haben die fitteren Läufer eine größere Schweißproduktion pro Drüse. Aber: Der Verlust an Mineralstoffen (z. B. Natrium) über den Schweiß ist bei gut trainierten Läufern geringer.

Schwitzen ist nur selten krankhaft

Schwitzen unter sportlicher Belastung ist individuell sehr unterschiedlich. Die durchaus normale Spannbreite reicht dabei von fast gar nicht bis zu sehr ausgeprägt. Nur in seltenen Fällen ist starkes Schwitzen ein Symptom einer Erkrankung. Solange sich das Schwitzen nicht plötzlich und/oder deutlich verändert, ist eine Erkrankung als Grund recht unwahrscheinlich. Dementsprechend ist starkes Schwitzen zunächst kein Grund zur Sorge. Nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter einer generellen Hyperhidrosis.

Ursächlich können aber in seltenen Fällen Unterzuckerung bei Diabetes Mellitus, eine Schilddrüsenfehlfunktion (Schilddrüsenüberfunktion, Hyperthyreose), Mangelerscheinungen oder Morbus Parkinson sein. Während der Wechseljahre und in der Schwangerschaft können hormonelle Schwankungen Schweißausbrüche verursachen. Nachtschweiß tritt vor allem bei rheumatischen Erkrankungen auf. Einige Medikamente wie Cortisonpräparate oder Antidepressiva können als Nebenwirkung zu verstärktem Schwitzen führen.

Eine weitere Ursache für verstärktes Schwitzen können bestimmte Nahrungsmittel sein. Hierzu zählen Kaffee, stark gewürzte Mahlzeiten, aber auch der Entzug bestimmter Lebensmittel wie Alkohol.

Schweiß kann unterschiedliche Geruchsnoten haben. Wenn er nach Ammoniak riecht, ist das ein Warnsignal! Der Geruch entsteht, wenn beim Schwitzen Eiweiße über die Schweißdrüsen ausgeschieden werden. In Kombination mit Bakterien, die sich überall auf unserer Haut befinden und die Proteinbausteine zersetzen, entsteht der Geruch von Ammoniak. Die Verstoffwechselung von Eiweißen bedeutet: Die Kohlenhydratspeicher reichen zur Energiegewinnung nicht mehr aus. Wie das mit dem Ammoniak genau funktioniert, erfahren Sie hier.

Was bedeutet Nachtschweiß?

Nachtschweiß ist ein Begleitsymptom vieler Infektionskrankheiten, neurologischer Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und bei Hormonschwankungen. Das übermäßig starke Schwitzen geht meist mit Schlafstörungen, Einschlafstörungen und / oder Durchschlafstörungen einher.

Welcher Arzt hilft bei starkem Schwitzen?

Wiederholter Nachtschweiß (nächtliches Schwitzen), immer wiederkehrende Schweißausbrüche ohne erkennbare Ursache sowie starkes Schwitzen in Kombination mit Fieberschüben oder dauerhaftem Fieber (Körpertemperatur von mehr als 38°C) sind ein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Erster Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt, der Ihre Krankheitsgeschichte kennt und Sie bei Bedarf zu einem Internisten oder Neurologen überweisen kann. Weiteren Aufschluss geben dann beispielsweise Bluttests, eine Blutdruckmessung bei Verdacht auf Bluthochdruck, ein Echokardiogramm (EKG) bei Verdacht auf eine Beeinträchtigung des Herzens oder eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse.

Wenn ein Trainingspartner beim oder nach dem Training plötzliche Schweißausbrüche in Kombination mit Schwindel oder Bewusstseinseintrübung hat oder die Haut gräulich verfärbt ist und zusätzlich Muskelzittern auftritt: Rufen Sie den Rettungswagen! Gleiches gilt für Sportler mit bekanntem Diabetes Mellitus, die im oder nach dem Training während eines Schweißausbruchs orientierungslos werden, Heißhunger und starkes Herzklopfen haben.

Kann man durch Schwitzen abnehmen?

Weit verbreitet ist die Annahme, man könne Schwitzen mit Abnehmen gleichsetzen, quasi folgernd: Wer viel und stark schwitzt, nehme damit ab. Weit gefehlt. Fakt ist, dass übergewichtige Menschen deutlich schneller und schon bei geringer Anstrengung ins Schwitzen kommen. Ebenso wie in der Sauna sorgt dieses Schwitzen aber nicht für eine Gewichtsabnahme im Sinne einer Fettreduktion. Die kurzfristige Gewichtsreduktion unmittelbar nach dem Sport ist auf den Flüssigkeitsverlust zurückzuführen und macht sich nach ausreichendem Trinken auf der Waage nicht mehr bemerkbar. Achtung: Diese Aussage bezieht sich rein auf das Schwitzen ansich. Regelmäßige sportliche Aktivität in Kombination mit Schwitzen trägt langfristig selbstverständlich zur Gewichtsreduktion bei.

Was kann man gegen starkes Schwitzen tun?

Bis zu einem gewissen Grad lässt sich Schwitzen trainieren: Mit einem regelmäßigen Ausdauertraining lernt der Körper, effizienter zu schwitzen. Das heißt, er scheidet nicht mehr so viel Salz und andere Mineralien mit dem Schweiß aus, wie er es in untrainiertem Zustand täte. Zudem können regelmäßige Saunagänge helfen, die Wärmeabgabe des Körpers über die Hautdurchblutung zu verbessern.

Auf den Genuss von Kaffee, Nikotin, Alkohol und scharfen Gewürzen sowie besonders fettreichen Lebensmitteln sollten Sie so gut wie möglich verzichten, da alle diese Stoffe Sie stärker ins Schwitzen bringen. Wenn Sie ein paar Kilos zuviel mit sich herumtragen: Kombinieren Sie regelmäßige Bewegung mit Gewichtsabnahme und regulieren Sie so die Schweißproduktion.

Tragen Sie luftige und atmungsaktive Kleidung, um Ihrem Körper bei Hitze und unter körperlicher Belastung die nötige Kühlung zu verschaffen. In Lederschuhen heizen die Füße (abseits des Sports) weniger auf als in Sportschuhen aus Synthetik.

Heilpflanzen wie Salbei oder Ringelblumen und Brennnessel als Tee wirken sich positiv auf die Temperaturregulierung des Körpers aus. Medikamente gegen übermäßiges Schwitzen (Antihidrotika) sollten Sie nur dann in Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen, wenn natürliche Mittel keine Linderung bringen.

Spezielle Deos, die sich die Schweißhemmung von außen auf die Fahne geschrieben haben, wirken nicht bei jedem und sollten individuell getestet werden. Manchmal hilft es, bei der Wahl des richtigen Deos die Liste der Inhaltsstoffe anzuschauen und Wirkstoffe wie Alkohol oder Aluminium wegzulassen. Eine sichere Wahl ist z.B. das Balsam Deo von Seba Med.

Wer unter stressbedingtem Schwitzen leidet und um seine Nervosität in stressigen Situationen weiß: Progressive Muskelentspannung und andere gezielte Entspannungsformen helfen dabei, den eigenen Körper gezielt zur Ruhe zu bringen. Auch Entspannung kann man trainieren.

Was hilft gegen „Nachschwitzen“?

Wer öfter an Wettkämpfen teilnimmt kennt das: Unter der Dusche holt man sich die verdiente Erfrischung und kurz darauf ist das frische T-Shirt am Rücken wieder durchgeschwitzt. Sogenanntes Nachschwitzen. Dagegen ist leider weder im Sommer noch im Winter ein Kraut gewachsen. Da helfen nur ein frisches Shirt und ein bisschen Geduld nach dem Zieleinlauf bis sich die Körpertemperatur normalisiert hat.

Fazit: Schwitzen kann man trainieren

Starkem Schwitzen liegt nur selten eine ernsthafte Erkrankung zugrunde. Grundsätzlich können Sie übermäßiges Schwitzen in den Griff bekommen, indem Sie Ihren Speiseplan unter die Lupe nehmen und auf stark gewürzte Lebensmittel verzichten, regelmäßig in die Sauna gehen oder Ihren Körper auf Hochtouren und bewusst ins Schwitzen bringen und sich der körperlichen Belastung entsprechend kleiden. Bei Übergewicht lohnt sich die Reduktion des Körpergewichts. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe des Deodorants und über den Tellerrand in das Reich der Heilpflanzen, nämlich auf Tees mit Salbei oder Ringelblumen, können unangenehme Gerüche durch Schweiß reduzieren. Bei plötzlichen Veränderungen hinsichtlich des Schwitzens oder in Kombination mit Fieber und Bewusstseinsverlust gilt, egal ob Sportler oder Nichtsportler: Ab zum Arzt!

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