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Alex Hutchinsons Lauflabor

Training schützt nicht vor Bluthochdruck

Die Ergebnisse aus über 50 Studien zum Thema Bluthochdruck zeigen: Das Risiko für Hypertonie ist für Sportler und Nicht-Sportler etwa gleich hoch.

In einem kürzlich im „British Journal of Sports Medicine“ erschienenen Artikel untersuchten norwegische Forscher die Frage des Blutdrucks bei Sportlern, indem sie Ergebnisse aus 51 früheren Studien zum Thema zusammenfassten und auswerteten. Es ist bekannt, dass regelmäßige Bewegung den Blutdruck in der Allgemeinbevölkerung senkt. Das British Journal zitiert hier eine Angabe, nach der Bewegung den Blutdruck um 4 bis 9 mmHg senkt. Doch trifft dies auch auf intensiv trainierende Sportler zu?

Bei muskulösen Sportlern ist eine Messung des Bluthochdrucks schwierig

Die Autoren betonen, dass die meisten Blutdruck-Studien im Sportbereich suboptimal durchgeführt wurden. Um eine zuverlässige Blutdruckmessung zu bekommen, muss eine bestimmte Vorgehensweise beachtet werden, etwa die genaue Mittelung mehrerer Messwerte oder die Verwendung der richtigen Manschettengröße während der Blutdruckmessung. Das ist insbesondere für muskulöse Athleten ein Problem. Nur wenige der verwendeten Studien haben die notwendigen Kriterien erfüllt, um wirklich zuverlässige Messwerte zu erlangen.

Kraftsportler haben einen leicht höheren Blutdruck als Ausdauersportler

Die allgemeine Schlussfolgerung war, dass es keine großen systematischen Unterschiede der Blutdruckwerte zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern gibt. In den 16 Studien, in denen Athleten mit Nicht-Athleten verglichen wurden, hatten die Sportler in sieben Untersuchungen durchschnittlich einen höheren Blutdruck und in neun Untersuchungen niedrigere Messwerte.

Bei weiterer Betrachtung der Ergebnisse stellt sich heraus, dass Kraftsportler einen etwas höheren Blutdruck haben als Ausdauersportler. Ein gewisser Trend zu höherem Blutdruck war ebenfalls erkennbar, wenn das Training zehn Stunden pro Woche überstieg, allerdings war dieser Unterschied statistisch nicht signifikant.

Das Risiko für Bluthochdruck ist bei jeder Trainingsintensität vorhanden

Es bleiben einige Fragen offen: Etwa ob die möglichen Anpassungen des Herzens durch Ausdauertraining – wie eine vergrößerte linke Herzkammer – zu Bluthochdruck führen oder sich erst aus dem Bluthochdruck ergeben. Nun ja, die eindeutigste Aussage, die wir aus den Daten der Studien ziehen können, ist, dass das Risiko der Hypertonie immer besteht, egal wie viel Sie trainieren. Sie sollten in diesem Zusammenhang auch noch anderen Aspekten des Lebensstils Aufmerksamkeit schenken und insbesondere auf Ihre Ernährung achten.

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