Liebe Katrin, Kopfschmerzen während oder nach insbesondere intensiver sportlicher Betätigung sind keine Seltenheit. Am einfachsten zu behandeln sind sie, wenn sie sekundär durch leicht zu behebende Umstände entstehen, etwa durch eine Dehydrierung, Mineralienmangel oder Unterzuckerung.
Es gibt aber auch ein Krankheitsbild, das man in der Fachsprache „primärer Anstrengungskopfschmerz“ nennt. Er wird getriggert durch sportliche Aktivität, häufig durch Laufen, Schwimmen oder Gewichtheben. Die Ursache ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht ganz klar, aber man vermutet einen Zusammenhang von erhöhtem Hirndruck und dem Einfluss dessen auf die Blutgefäße im Gehirn.
Die Therapie sollte in erster Linie darauf beruhen, die individuellen Triggerfaktoren ausfindig zu machen und diese zu kontrollieren. Das können neben bestimmten Medikamenten, Alkohol- und Koffeinkonsum auch Lebensmittel wie reifer Käse, Nüsse, Bohnen, Tomaten und bestimmte Früchte sein. Betroffenen wird empfohlen, drei bis sechs kleinere ausgewogene Mahlzeiten zu essen und viel Wasser zu trinken, um den Blutzucker stabil zu halten und Dehydratation als Trigger zu vermeiden.
Es sollte auf magnesiumreiche Nahrungsmittel geachtet werden, da ein Mangel an dem Spurenelement als Risikofaktor für die Kopfschmerzen gilt. Stressreduktion und Schlaf gelten außerdem als bewährte Präventionsstrategien. Beim Training selbst solltest du darauf achten, dass du dich vor intensiven Einheiten gut aufwärmst, damit die Blutgefäße sich anpassen.
Wer trotz Präventionsmaßnahmen unter Kopfschmerzen leidet, kann auf Medikamente zurückgreifen. Kurzzeitig können Präparate wie Triptane oder Indometacin sowohl präventiv eingenommen werden als auch zur Linderung bei Anstrengungskopfschmerz. Als längerfristige Alternativen gelten Betablocker.

Deborah „Debbie“ Schöneborn ist eine der schnellsten deutschen Marathonläuferinnen (Bestzeit: 2:24:54 Stunden) und hat an der Berliner Charité Medizin studiert. In unserer Kolumne beantwortet sie eure Fragen zu Gesundheit, Training und Ernährung.
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