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Gehen oder Laufen Welche Sportart verbraucht mehr Kalorien?

Walken oder Laufen, welche Sportart hilft mir besser, wenn ich ein paar Pfunde loswerden möchte?

Laufeinstieg Walking +
Foto: iStockphoto

Laufen verbraucht mehr Kalorien als Walken.

Wer abnehmen will, entscheidet sich häufig (und völlig zu Recht) für eine Ausdauersportart. Walken oder Laufen bieten sich an, den beides ist ohne viel Ausrüstung und an jedem Ort durchzuführen. Aber welches Training verbrennt mehr Kalorien und ist effektiver, wenn es ums Abnehmen geht – Gehen oder Joggen? Die gängige Vermutung, wonach bei beiden der Kalorienverbrauch in etwa gleich ist, stimmt nicht.

Gesund sind beide Sportarten

Beide Bewegungsformen dienen erwiesenermaßen der Fitness und der Gesundheit. Schließlich gehören beide Sportarten zu den gängigsten Formen der natürlichen Fortbewegung des Menschen. Jeder lernt im frühesten Kindesalter Gehen und Laufen ohne spezielle technische Unterweisung. Das ist bei anspruchsvollen Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Inline-Skaten oder Skifahren ganz anders. Das ist einer der Gründe, warum Gehen und Laufen so beliebte Sportarten zum Abnehmen und Fitbleiben sind.

Die unterschiedliche Kalorienbilanz von Gehen und Laufen

Doch werden beim Laufen und Gehen gleich viele Kalorien verbrannt? Diese Behauptung liest man immer wieder in diversen Lifestyle-Magazinen. Beim Laufen werden tatsächlich rund 60 Kalorien pro Kilometer verbrannt. Da beim Gehen dasselbe Körpergewicht über einen Kilometer transportiert wird, sollte auch der Kalorienverbrauch identisch sein, lautet die etwas vorschnelle Schlussfolgerung. Aktuelle Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler kommen allerdings zu anderen Ergebnissen.

Laufen erfordert einen größeren Körpereinsatz als Walken

Die Lösung des Rätsels ist denkbar einfach: Beim Gehen werden die Beine kaum gebeugt; der Körperschwerpunkt bewegt sich in einem engen Bereich oberhalb der Beine. Beim Laufen hingegen springen wir von einem Fuß auf den anderen. Bei jedem Sprung wird der Körperschwerpunkt erst angehoben und dann unter die Ausgangshöhe gesenkt, wenn wir zum Abfedern des Aufpralls der Füße auf dem Boden die Knie beugen. Dieses ständige Heben und Senken unserer Masse verbraucht kräftig Energie. Die Studie der Universität Syracuse (New York) kam zu dem Ergebnis, dass Laufen pro Kilometer rund 50 Prozent mehr Kalorien verbraucht als Gehen!

Der Kalorienverbrauch wissenschaftlich festgehalten

Die Studie untersuchte den Kalorienverbrauch beim Laufen eines Kilometers in sechs Minuten im Vergleich zu dem beim Gehen derselben Distanz in zwölf Minuten. Die männlichen Probanden verbrauchten beim Laufen 103 Kalorien, beim Gehen 52, die Probandinnen entsprechend 89 bzw. 42 (Frauen haben aufgrund ihrer Anatomie in der Regel einen etwas niedrigeren Energieumsatz). Da man in derselben Zeit, in der man einen Kilometer geht, zwei Kilometer läuft, werden beim Laufen schlussendlich viermal so viele Kalorien verbrannt wie beim Gehen.

Langsam Laufen oder schnell Gehen?

Jedoch kann man bei zügigem Gehen ähnlich viele Kalorien verbrennen wie bei ganz lockerem Laufen. Das kann jeder selbst beobachten, der eine Pulsuhr mit Kalorienmess-Funktion benutzt. Dieses Phänomen gilt für alle, die schneller gehen als siebeneinhalb Minuten pro Kilometer. Jedoch wird der Bewegungsablauf dadurch etwas "holpriger" und unnatürlicher. Wer also Gewicht abbauen möchte, jedoch nicht die Kondition besitzt, mehrere Kilometer am Stück zu laufen, für den empfiehlt sich daher am besten eine Kombination von beidem: Gehen und Laufen.

Der Umstieg: So werden Sie vom Walker zum Jogger

Sie walken regelmäßig, aber ab und zu überlegen Sie schon mal, ob Sie nicht fit genug sind, es mit langsamem Laufen zu probieren? Dann laufen Sie endlich los...

Der Unterschied zwischen dem Walken und dem Joggen ist gar nicht so groß, wie viele Walker meinen. Tatsächlich ist das ganz langsame Laufen für nahezu jeden Walker möglich - die Betonung liegt auf "ganz langsam". Der Trainingseffekt ist beim Laufen deutlich höher. Das bedeutet, dass Sie mit Laufen schneller fit werden als mit Gehen und natürlich auch mehr Kalorien verbrauchen. Für alle, die sich zum Walken entschlossen haben, weil sie beim Joggen orthopädische Probleme bekommen, sind diese Empfehlungen natürlich nicht geeignet. Sie sollten unbedingt weiter walken.

Walken ist eine gute Voraussetzung fürs Laufen

Ein erfahrener Walker kann auch problemlos mehrere Minuten am Stück laufen. Deshalb ist es auch überhaupt nicht vermessen, davon auszugehen, dass Sie es in wenigen Wochen vom Walker zum Jogger schaffen. Sie sind ja schließlich kein Ausdauersporteinsteiger. Wenn Sie bisher zwei- bis dreimal wöchentlich gewalkt sind, so ist das die beste Voraussetzung für einen Laufeinsteig. Mit Hilfe vieler Gehpausen schnuppern Sie zunächst nur einmal in das Laufen rein. Am besten am Wochenende, da Sie dann voraussichtlich die meiste Zeit und vor allem Muße haben. Das Laufen kostet zwar nicht mehr Zeit als das Walken, aber eventuell sind Sie danach ein wenig ausgepowerter und brauchen länger für die Regeneration.

Langsam anfangen

Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, in einer Trainingseinheit der ersten Woche mehrmals hintereinander zwei Minuten Gehen mit drei Minuten Laufen abzuwechseln. Das heißt nicht, dass Sie beim Laufen loslegen wie der Teufel, sondern nur, dass Sie in einen Laufschritt fallen. Das Lauftempo darf gar nicht so viel schneller als das Walking-Tempo sein. Das wird es voraussichtlich, aber es muss eben nicht. Achten Sie in den Laufpassagen unbedingt darauf, dass Sie gleichmäßig und zügig atmen und sich immer problemlos unterhalten können.

Die folgenden Wochen

Angenommen, Sie wollen dreimal die Woche trainieren, dann gilt: In der zweiten und dritten Woche bleibt eine von drei Sporteinheiten weiterhin dem Walking, und nur dem Walking, vorbehalten. In den beiden anderen werden die Laufabschnitte nach dem so genannten "umgekehrten RUNNER’S WORLD-Prinzip" ausgebaut: Die Wiederholungszahl der Laufabschnitte nimmt jeweils um einen Abschnitt ab, die Länge aber um eine Minute zu! Das Prinzip hat sich bewährt und führt Sie so vorsichtig an immer längere Laufpassagen heran. Alle Lauf/Geh-Abschnitte werden mit einem fünfminütigen Walking ein- bzw. abgeführt. In der vierten Woche könne Sie, wenn Sie bereits eine gute Kondition mitbringen, am Wochenende 30 Minuten am Stück durchlaufen. Eher länger, aber das können Sie ja dann in den weiteren Wochen selbst ausprobieren. Mehr als maximal 15 bis 20 Prozent sollten Sie Woche für Woche die Laufdauer nicht steigern.
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Autor: Martin Grüning 13.07.2006
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