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Äthiopiens Wunderläufer Haile Gebrselassie

Haile Gebrselassie ist ein äthiopischer Langstreckenläufer und zweimaliger Olympiasieger. Er gilt als einer der besten Langstreckenläufer der Geschichte.

Haile Gebrselassie gibt Rücktritt bekannt +
Foto: photorun.net

2015 gab Haile Gebreselassie seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt.

Der Äthiopier Haile Gebrselassie wurde am 18. April 1973 in Assela (Region Oromia) geboren und ist 1,64 Meter groß. Er gilt als einer der besten Langstreckenläufer der Geschichte. Er stellte 27 Weltrekorde und -bestleistungen auf Distanzen von 2.000 Meter bis hin zum Marathon auf. Im 10.000-Meter-Lauf wurde er zweimal Olympiasieger und vier Mal Weltmeister.

Sein erster Weltrekord gelang Gebrselassie am 4. Juni 1994 in Hengelo, als er über 5.000 Meter eine Zeit von 12:56,98 Minuten erzielte. Damit verbesserte er den fast sieben Jahre alten Weltrekord des Marokkaners Saïd Aouita, der bis dahin als einziger Läufer unter 13 Minuten geblieben war. Als hervorragender Wettkampftaktiker distanzierte Gebrselassie häufig aufgrund seiner hohen Grundschnelligkeit mit einem Endspurt in der letzten Runde die Konkurrenten.

Bei den internationalen Titelkämpfen war er für den Rest der 1990er Jahre nicht zu besiegen: Bei den Weltmeisterschaften 1995 in Göteborg, 1997 in Athen und 1999 errang er Gold über 10.000 Meter ebenso wie bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney.

Weitere vier Goldmedaillen gewann er bei Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften: 1997 in Paris siegte er über 3.000 Meter, 1999 in Maebashi über 1.500 Meter und 3.000 Meter und 2003 in Birmingham über 3.000 Meter. Er stellte 15 Weltrekorde auf. Über 5.000 Meter war er von 1994 bis 2004 Inhaber des Weltrekordes, über 10.000 Meter von 1995 bis 2004 (jeweils mit Unterbrechungen). Sein erfolgreichstes Jahr war 1998, als er seine bis 2004 gültigen Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter aufstellte: 12:39,36 Minuten und 26:22,75 Minuten. 2002 verbesserte Gebrselassie zudem den Weltrekord im 10-km-Straßenlauf auf 27:02 Minuten.

Seine erste Niederlage über 10.000 Meter nach acht Jahren erlebte Gebrselassie bei den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton. Hier erreichte er nur den dritten Platz hinter Charles Waweru Kamathi und Assefa Mezgebu. Zwei Jahre später folgte dann bei den Weltmeisterschaften in Paris die „Wachablösung“. Gebrselassie wurde von seinem jungen Landsmann Kenenisa Bekele geschlagen, der von nun an auf der Bahn dominieren sollte. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde Gebrselassie über 10.000 Meter Fünfter und humpelte verletzt über die Ziellinie. Gold ging wie im Jahr zuvor in Paris an Bekele, der auch schon Gebrselassies Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter gebrochen hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Gebrselassie sich bereits längst dem Marathon zugewandt. 2002 gab er in London sein Marathon-Debüt, das er nach 2:06:35 Stunden auf dem dritten Platz beendete. Ein Jahr zuvor war er bereits bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften gestartet und hatte bei seinem Debüt über diese Distanz gleich den Titel in 60:03 Minuten gewonnen.

Am 15. Januar 2006 verbesserte Gebrselassie beim Rock’n’Roll-Arizona-Marathon in einem gesonderten Rennen auf der zweiten Hälfte des Marathonkurses den Weltrekord im Halbmarathon um 21 Sekunden auf 58:55 Minuten. Beim London-Marathon dagegen hatte er Probleme mit der regennassen Straße und wurde lediglich Neunter in 2:09:05 Stunden. Die Jagd auf den Marathon-Weltrekord setzte er bei zwei Rennen im Herbst fort: Beim Berlin-Marathon stellte er mit 2:05:56 Stunden die Weltjahresbestzeit auf, und beim Fukuoka-Marathon siegte er in 2:06:52 Stunden.

2007 startete er erneut beim London-Marathon, musste jedoch aufgeben, da er infolge einer Pollenallergie Atembeschwerden hatte. Den Weltrekord über die 42,195-km-Distanz brach er schließlich am 30. September 2007 beim Berlin-Marathon. Mit 2:04:26 Stunden blieb er 29 Sekunden unter den 2:04:55 Stunden, die sein kenianischer Freund Paul Tergat vier Jahre zuvor an gleicher Stelle erzielt hatte.

Beim Dubai-Marathon 2008 versuchte er, diesen Rekord zu brechen, wofür eine Rekordprämie von 1.000.000 Dollar ausgeschrieben war. Nach einem horrend schnellen Beginn (zehn Kilometer in 28:39 Minuten) erreichte er die Halbmarathonmarke in 61:27 Minuten. Nachdem jedoch sein letzter Tempomacher bei Kilometer 30 ausgestiegen war, wurde er langsamer, und so schmolz sein Vorsprung vor den Zwischenzeiten von Berlin, der bei Kilometer 35 noch 25 Sekunden betrug, dahin. Die Endzeit von 2:04:53 Stunden brachte ihm 250.000 Dollar Siegprämie ein.

Im Frühjahr 2008 sagte er wegen seines Asthmaleidens und der starken Luftverschmutzung in Peking die Teilnahme am Marathonlauf der Olympischen Spiele 2008 ab. Stattdessen startete er noch einmal über die 10.000-Meter-Distanz. Bis in die letzte Runde war er in der Spitzengruppe, musste aber im Schlussspurt seine jüngeren Konkurrenten ziehen lassen und kam auf den sechsten Platz, fünfeinhalb Sekunden hinter Kenenisa Bekele, der seinen Sieg von Athen wiederholte. Im Nachhinein bedauerte Gebrselassie seine Marathonabsage, da die Luftverhältnisse in Peking während der Spiele wesentlich besser waren als bei seinem ersten Besuch.

Beim 35. Berlin-Marathon 2008 brach er nach einem taktisch klugen und wesentlich gleichmäßiger als in Dubai gelaufenen Rennen mit 2:03:59 Stunden seinen eigenen Weltrekord, den er fast auf den Tag genau ein Jahr innehatte. 2009 scheiterte sein Versuch, beim Dubai-Marathon im Januar den Marathonweltrekord nochmals zu verbessern. Seine Siegerzeit von 2:05:29 Stunden war jedoch zu diesem Zeitpunkt immer noch die achtschnellste Zeit der Geschichte.

Im März versuchte Haile Gebrselassie, den Halbmarathon-Weltrekord zurückzuerobern, den er zwischenzeitlich an Samuel Kamau Wanjiru verloren hatte. Beim CPC Loop Den Haag konnte er wegen widriger Wetterbedingungen den Rekord (58:35 Minuten) aber zu keinem Zeitpunkt gefährden und erreichte das Ziel in 59:47 Minuten. Im Schlussspurt musste er sogar noch den Kenianer Sammy Kirop Kitwara ziehen lassen, der mit vier Sekunden Vorsprung siegte. Am 20. September 2009 gewann Gebrselassie den Berlin-Marathon zum vierten Mal in Folge. Mit seiner Zwischenzeit von 1:27:49 Stunden nach 30 Kilometern unterbot er den Weltrekord über diese Distanz um 11 Sekunden. Im weiteren Verlauf musste er jedoch seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und verpasste in 2:06:08 Stunden den angestrebten Weltrekord im Marathonlauf deutlich.

Beim Dubai-Marathon am 22. Januar 2010 zeigte sich, dass kurz vorher aufgetretene Rückenbeschwerden einen erneuten Weltrekord nicht zuließen. Dennoch gelang es ihm, sich mit einer Zeit von 2:06:09 Stunden gegen seine stark laufenden Landsleute Chala Dechase und Eshetu Wendimu durchzusetzen und den dritten Sieg in Folge bei diesem Rennen zu erzielen. Nachdem Haile Gebrselassie den New-York-Marathon 2010 nicht hatte beenden können, erklärte er zunächst auf der anschließenden Pressekonferenz überraschend seine aktive Karriere für beendet. Eine Woche später revidierte er diese Entscheidung und gab bekannt, dass er nach der Ausheilung der Knieverletzung weiterhin Wettkämpfe bestreiten werde.

2011 trat Gebrselassie wieder beim Berlin-Marathon an. Nach 27 Kilometern bekam er jedoch Probleme, als Patrick Makau das Tempo verschärfte, und musste bald darauf aufgeben, während Makau in 2:03:38 Stunden den Weltrekord verbesserte. 2012 wurde Gebrselassie Vierter beim Tokio-Marathon in 2:08:17 Stunden, eine Zeit, die kurz zuvor beim Dubai-Marathon von nicht weniger als elf seiner Landsleute unterboten worden war. Bei den FBK-Games versuchte er, sich über 10.000 Meter für die Olympischen Spiele zu qualifizieren, wurde jedoch mit einer Zeit von 27:20,39 Minuten nur Siebter.

Auch 2013 im Alter von 40 Jahren zeigte Haile Gebrselassie noch weltklasse Leistungen. Beim Great North Run lief er eine Zeit von 60:41 Minuten über die Halbmarathon-Distanz und wurde so hinter Kenenisa Bekele und Mo Farah Dritter. Beim Great Scottish Run gelang ihm dann sogar der Sieg mit neuem Streckenrekord von 61:09 Minuten.

2015 gab Haile Gebrselassie dann beim Great Manchester Run sein offizielles Karriere-Ende bekannt. An selber Stelle, wo er zwei Jahre zuvor noch den Masters-Weltrekord über zehn Kilometer auf 28:00 Minuten verbesserte, lief er mit 42 Jahren nach 30:05 Minuten als 16. ins Ziel.

Twitter: Haile Gebrselassie auf Twitter
01.09.2016
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