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Weltrekord Sensation: Peter Koech läuft in 1:59:56 Stunden zum Marathon-Weltrekord

Aprilscherz - Neuer Weltrekord: Der Kenianer Peter Koech Langat lief gestern Abend beim traditionellen Belgrader Dämmer-Marathon völlig überraschend als erster Mensch einen Marathon unter 2:00 Stunden.

Peter Koech Weltrekord hoch +
Foto: imaginesportphoto

Schon früh im Rennen war der neue Marathon-Weltrekordler ohne Tempomacher und Mitstreiter an der Spitze unterwegs.

Damit hat keiner wirklich gerechnet: Der 22-jährige Kenianer Peter Koech Langat lief beim Belgrader Dämmer-Marathon völlig überraschend als erster Mensch die 42,195 Kilometer unter 2:00 Stunden. Im Ziel unterbot er diese Marke um die Winzigkeit von vier Sekunden. Peter Koech war zwar zuletzt mit zwei Siegen in Kenia aufgefallen (beim Nairobi Halbmarathon und den „Iten 10 k“), aber sein Start in Belgrad war sein erster Auslandsstart überhaupt.

Koech schon früh auf Weltrekord-Kurs

Von Beginn an stürmte der nur 1,70 Meter große Koech dem Feld vorweg und passierte die 5-km-Marke in 14:08 Minuten. Richtig ernst nahm das schnelle Anfangstempo keiner, die Gegner nicht, die ihn ziehen ließen, die Veranstalter aber auch nicht, die ihm immer wieder vom Begleitfahrzeug aus signalisierten, langsamer zu werden. „Wir dachten, er übernimmt sich völlig“ meinte Organisationsleiter Svestlav Pesic, „und riefen ihm zu, dass er auf eine Endzeit von unter 2:00 Stunden anlief. Aber Peter reagierte überhaupt nicht!“ Die 10 km passierte Koech nach 28:22 Minuten, den Halbmarathon in 59:46 Minuten.

Beinahe falsch abgebogen

Kurz nach der Hälfte gab es sogar noch Irritationen wegen der Streckenführung, da der Parcours noch einen kleinen Schlenker machte, wo das Führungsfahrzeug nicht auf der Strecke bleiben konnte. Koech rannte 15 bis 20 Meter in die falsche Richtung, konnte aber von aufmerksamen Ordnern zurück auf den richtigen Weg gewiesen werden. Bei der 30-km-Marke lag der Mann vom Stamm der Nandi weiter auf unter 2:00-h-Kurs, die Uhr am Streckenrand zeigte 1:25:01 Stunden. „Ich rechnete noch immer damit, dass er aussteigen würde“ sagte Pesic, „aber er machte keine Anstalten, die Pace rauszunehmen. Erst bei Kilometer 40 wurde uns ernsthaft klar, dass heute hier bei uns Weltbewegendes passieren würde!“ Die 40er-Marke überlief Koech in 1:53:36 Stunden und dann begann das große Finale: Koech war auf einmal sichtlich gezeichnet, sein Schritt wurde zusehends schwerer, er lief nicht mehr auf der Ideallinie. Vom Streckenrand riefen ihm die Zuschauer „Unter 2! Unter 2!“ zu, aber er schien es nicht mehr zu hören.

Bürgermeister sprintet ins Ziel

Kurioses am Rande: Der Bürgermeister, der das Zielband halten sollte, hatte natürlich auch nicht mit der schnellen Zeit gerechnet. Man hatte ihn erst für 20.10 Uhr ins Ziel bestellt (Start: 18.00 Uhr), so sprintete der Bürgermeister auf der Zielgeraden dem Sieger vorweg dem Ziel entgegen, um noch rechtzeitig das Band hochhalten zu können. Und Koech sackte im Ziel sofort zusammen, Sanitäter mussten ihn stützen, aber er kam schnell wieder auf die Beine. Da er selbst nur schlecht Englisch sprach, musste man erst den Zieleinlauf seiner Landsleute auf Platz zwei (David Kipruto, 2:10:18 h) und drei (Dennis Lagat, 2:10:36 h) abwarten, die seine Worte übersetzen konnten: „Ich habe gedacht, dass ich einen Weltrekord laufen kann, denn ich trainiere in Kenia schon seit über einem halben Jahr mit Eliud Kipchoge in einer Gruppe, dem bisher besten Marathonläufer der Welt und ich konnte ihn ab und zu im Training abschütteln“ sagte Koech, dem die Einzigartigkeit seiner Leistung gar nicht gewahr war.

Koech durchkreuzt Pläne von Nike und Adidas

Koech hat mit seinem sensationellen Ergebnis damit auch die Pläne der großen Sportartikler Nike und Adidas durchkreuzt, die derzeit fieberhaft an eigenen „Marathon-unter-2:00-Stunden“-Projekten arbeiten. Nikes Sturm auf die 2:00-h-Barriere sollte im Mai in Monza auf der dortigen Formel 1-Rennstrecke stattfinden, was somit nun aber Makulatur ist. Nike und Adidas hatten zuletzt auch eigene Schuhmodelle für diese Unternehmen entwickelt, Koech lief als Athlet ohne Sponsor dagegen mit einem Modell von der Stange, sogar einem besonders bequemen Schuh, dem Clifton der Firma Hoka One One, den unser Redakteur Urs Weber schon einmal in einem Video vorgestellt hatte.



Koech plant als nächstes einen Start beim Berlin-Marathon, wartet aber noch immer auf eine Einladung vom dortigen Renndirektor Mark Milde. Die wird ihm jetzt aber wohl sicher sein.

Die schnellsten 10 Marathon-Zeiten aller Zeiten

1:59:56 Peter Koech Langat (KEN) 31.03.2017 Belgrad
2:02:57 Dennis Kipruto Kimetto (KEN) 28.9.2014 Berlin
2:03:03 Kenenisa Bekele (ETH) 25.9.2016 Berlin
2:03:05 Eliud Kipchoge (KEN) 24.4.2016 London
2:03:13 Emmanuel Kipchirchir Muta (KEN) 28.9.2014 Berlin
2:03:13 Wilson Kipsang Kiprotich (KEN) 25.9.2016 Berlin
2:03:23 Kipsang 29.9.2013 Berlin
2:03:38 Patrick Makau Musyoki (KEN) 25.9.2011 Berlin
2:03:42 Kipsang 30.10.2011 Frankfurt/M.
2:03:45 Kimetto 13.10.2013 Chicago

Die ursprünglich hier angekündigte ausführliche Rennanalyse und weitere Stimmen zum Rekord reichen wir hier nicht nach, da diese Meldung natürlich ein April-Scherz war. Ein Marathon wurde noch niemals unter zwei Stunden gelaufen.
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Autor: Martin Grüning 01.04.2017
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