Paul Schmidt-Hellinger Marcus Vogel

Commuting-Rucksäcke für Läufer

Laufend zur Arbeit Commuting Rucksäcke im Test

Der Lauf zur Arbeit wird immer mehr zum Trend. Was man dafür braucht: einen passenden Laufrucksack. Wir haben aktuelle Modelle getestet und stellen Ihnen die besten Commuting-Rucksäcke vor.

Wer zur Arbeit laufen will, ist in der Regel auf einen geeigneten Laufrucksack angewiesen, um Wechselklamotten, Duschzeug, Essen oder den Laptop mitnehmen zu können. Während nicht alle Laufrucksäcke und Trailrunning-Westen fürs Pendeln geeignet sind, schlägt sich manch ein Fahrrad- oder Wanderrucksack dabei verdammt gut. Wir haben zahlreiche Rucksäcke getestet und stellen weiter unten die besten Run-Commuting-Modelle vor.

Was ist Run Commuting?

Das Wort Commuting kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "pendeln". Während die meisten Menschen mit Auto, Fahrrad oder ÖPNV zur Arbeit gelangen, erkennen immer mehr Läufer die Vorteile des Run Commuting. Natürlich ist nicht jeder Arbeitsweg dafür geeignet, laufend zurückgelegt zu werden. Und nicht jeder hat Lust darauf. Doch wer eine machbare beziehungsweise laufbare Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsstätte hat, spart mitunter viel Zeit. Statt im Auto oder Zug zu sitzen, nutzt man die Zeit für den Lauf, den man ansonsten vor oder nach der Arbeit machen würde. So ergibt sich mitunter sogar eine Zeitersparnis. Ein Beispiel: Wer 30 Minuten mit dem Auto benötigt, die gleiche Strecke in 60 Minuten läuft, investiert also letztlich nur 30 Minuten – und spart anschließend die halbe Stunde, die er sonst für den einstündigen Trainingslauf aufwenden würde. Das Thema Duschen ist hingegen ein leidiges. Sollte Ihnen auf der Arbeit keine Dusche zur Verfügung stehen, reicht oft auch eine Katzenwäsche. Oder Sie laufen nur von der Arbeit nach Hause, den Hinweg absolvieren Sie klassisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Worauf sollte man beim Kauf eines Laufrucksacks zum Pendeln achten?

  • Passform: Besonders beim Laufen ist ein guter Halt des Rucksacks das A und O. Trotz der Auf- und Abbewegung darf der Rucksack nicht zu doll schlackern und muss daher eng anliegen – sonst kommt es zu unangenehmen Scheuerstellen. Achten Sie beim Kauf also auch darauf, ob der Rucksack für Ihre Statur geeignet scheint. Ein zu großer Rucksack kann sonst oft nicht eng genug gezurrt werden. Besonders hilfreich sind auch Brust- und Hüftriemen, die den Rucksack nah am Körper halten.
  • Belüftung: Ein Netz, das den Rucksack vom Rücken fernhält und so für eine hohe Luftzirkulation sorgt, ist beim Laufen eher ungünstig, da der Rucksack nah am Körper anliegen sollte, um nicht zu wackeln. Dennoch sollte ein guter Laufrucksack über eine weiche und atmungsaktive Rückenpolsterung verfügen.
  • Stauraum: Überlegen Sie vorher, was Sie bei Ihrem Lauf zu Arbeit alles transportieren wollen. Ihr Rucksack sollte nicht zu klein sein, sodass Sie nicht alles mitkriegen, darf aber auch nicht so groß sein, dass viel zu viel Platz frei ist. Das Motto lautet: so groß wie nötig, so klein wie möglich – denn nichts nervt mehr, als ein Rucksack, in dem Dinge hin und her wackeln. Daher sind auch Staufächer und Gurte ideal, die etwa den Laptop und Kleinkram an Ort und Stelle halten.
  • Regenfestigkeit: Ein guter Commuting-Laufrucksack sollte über ein geschlossenes Hauptfach verfügen und im Optimalfall wasserdicht oder zumindest wasserabweisend sein, um auch auf unvorhergesehene Regenschauer vorbereitet zu sein – ein nasser Laptop oder feuchte Unterlagen sind eher ungünstig. Viele Traillauf-Rucksäcke haben offene Netzfächer, die zwar einen schnellen Zugriff erlauben, aber nicht vor den Elementen schützen und schwere Gegenstände zudem oft nicht sicher halten.

Die Rucksäcke im Test

Wir haben in den vergangenen Jahren hunderte Laufrucksäcke und westen getestet. Die wenigsten davon eignen sich fürs Pendeln. Und noch weniger Hersteller bieten Rucksäcke an, die speziell fürs Pendeln entworfen wurden. Wir stellen hier nur die Rucksäcke vor, die uns überzeugt haben.

IAMRUNBOX Backpack Pro 2.0

Hersteller

Sehr ergonomisch sieht der Hartschalen-Laufrucksack von IAMRUNBOX mit seinem kantigen Design nicht aus, dabei wurde er explizit für den Lauf zur Arbeitsstätte konstruiert. Der Schwede Kirill Noskov gründete die Marke 2015. Aus Zeitgründen hatte er seinen Arbeitsweg in sein Lauftraining integriert, benötigte einen Laufrucksack, in dem sein Büro-Outfit nicht zerknitterte, und entwickelte ihn kurzerhand selbst. Nun zum Test: Beim ersten Aufsetzen sitzt er trotz schwerer Last angenehm und nicht störend am Rücken. Mit den breiten Schulterträgern und dem extragroßen Taillengurt kann die Runbox schön festgezurrt werden. „Anti-Bounce-Erlebnis“ nennt es der Hersteller, und das ist nicht übertrieben: Es wackelt wirklich nichts – wenn man den Rucksack stramm trägt und ihn innen korrekt gepackt hat. Der Laptop hat ein eigenes Schubfach direkt am Rücken, Portemonnaie und Smartphone kommen in Netzfächer davor, Klamotten ins Fach gegenüber. Ungeübten hilft eine Schablone beim Zusammenlegen. Für Trinkflasche, Schuhe oder noch mehr Kleidung gibt es Erweiterungen, die mit Gurten außen befestigt werden. Laut Hersteller ist der Rucksack wasserbeständig, ein extra Regen-Überzug kann aber dazu bestellt werden.

Fazit: Der Laufrucksack von IAMRUNBOX ist qualitativ hochwertig gefertigt und erfüllt genau ihren Zweck. Wer seinen Weg zur Arbeit gerne laufen will und dabei auch auf einen Laptop angewiesen ist, kann sorglos zugreifen. Lediglich bei kleineren Läufern (unter 1,70 Meter) könnte es aufgrund des Hardcases zu einem unangenehmen Tragegefühl im Bereich des unteren Rückens kommen.

Volumen: 12 Liter
Gewicht: 975 Gramm
UVP: 150 Euro

Saysky Commuting Backpack

Hersteller

Der wasserdichte, speziell für Pendler konstruierte Laufrucksack macht mit zwölf Liter Fassungsvermögen erstmal einen voluminösen Eindruck. In einem speziellen Innenfach können Läufer auch einen Laptop mitnehmen. Durch die Passform und ausreichend große Hüftgurte schmiegt sich der Rucksack gut an den Rücken an. Spezielle Polster am Rücken regeln auch die Belüftung. Handy und Schlüssel können in einem kleinen Fach im Hüftgurt verstaut werden und sind so immer schnell griffbereit. Nach Bedarf kann eine Trinkblase eingebaut werden. Dadurch ist der Saysky-Rucksack neben seiner eigentlichen Aufgabe beim Pendeln auch bei Trailläufen einsetzbar.

Fazit: Für den Lauf zur Arbeit mit etwas Gepäck eignet sich dieser Rucksack hervorragend. Eine weitere tolle Eigenschaft ist die gute Einsatzmöglichkeit auch bei anderen Läufen. Nur kleinere und dünnere Läufer sollten wieder im Hinterkopf haben, dass sich der Rucksack bei ihnen im Zweifel nicht fest genug zurren lässt.

Volumen: 12 Liter
Gewicht: keine Angabe
UVP: 95 Euro

Deuter Race 8

Hersteller

Hier bestellen: Deuter Race 8

Der Race 8 ist laut des Herstellers Deuter ein Bike-Rucksack, darf sich laut einer Testerin aber auch gerne einen Namen unter den Laufrucksäcken machen. Durch den verstellbaren, ergonomisch anliegenden Hüftgurt, die ebenso verstellbaren Schultergruten und dem sowohl in der Höhe als auch in der Breite verstellbaren Brustgurt lässt er sich passgenau einstellen, sodass er fest und bequem auf der Hüfte und nah am Rücken sitzt. So sind die Schultern nicht belastet und die Arme können sich unbeschwert bewegen. Der Race 8 ist auf jeden Fall auch eine gute Wahl für schmale, sogar sehr zierliche Läufer, denn sowohl Brust- als auch Hüftgurt lassen sich super eng stellen. Durchdacht ist auch die Fächeraufteilung: Es gibt oben ein Reißverschlussfach, in dem locker Portemonnaie, Handy und Schlüssel Platz finden. Für Letzteres befindet sich in dem Fach auch ein Schlüsselhaken zur Befestigung. Im großen Hauptfach ist ein dehnbares Innenfach, wo auch eine 2-Liter-Trinkblase Platz finden würde. Theoretisch ließe sich darin auch ein kleines Notebook oder ein Tablet verstauen. Außerdem im Hauptfach: ein kleines Netzfachfach mit Reißverschluss für Kleinigkeiten. Ebenfalls für Kleinigkeiten wie Energieriegel gut geeignet sind die zwei dehnbaren Außentaschen. Sehr cool ist zudem die Regenhülle, die sich in einem Reißverschlussfach am Fuße des Rucksacks versteckt hält und sich bei Bedarf schnell hervor holen und über den Rucksack ziehen lässt. Für Radfahrer interessant dürften noch die vier Schlaufen sein, an denen sie ihren Helm befestigen können. Mit acht Liter Volumen bietet der Deuter Race 8 ausreichend Platz für ein Handtuch und ein Outfit zum Wechseln.

Fazit: Ein Fahrradrucksack, der zum Glück auch seinen Weg unter die Laufrucksäcke gefunden hat. Leicht, sehr individuell einstellbar und durchdacht im Aufbau. Auch für sehr schmale Läufer gut geeignet.

Volumen: 8 Liter
Gewicht: 530 Gramm
UVP: 65 Euro

Proviz Reflect 360

Hersteller

Besonderen Wert legt Hersteller Proviz auf Sicherheit und Sichtbarkeit in Form von rundherum angebrachten Reflektoren beziehungsweise reflektierendem Material. Der gesamte Rückendeckel des Rucksacks ist großflächig reflektierend, egal, aus welcher Richtung das Licht auftrifft. Der Rucksack ist wasserfest, auch die Reißverschlüsse von Hauptfach, kleinem Steckfach und den zwei Taschen in den Taillenriemen, die Handy, Riegel oder Ähnliches aufnehmen können.

Das Hauptfach ist für ein kleines Set von Wechselbekleidung oder Regenausrüstung geeignet und wird nach unten enger, eine Aufnahme für Laptop oder Tablet gibt es nicht. Der leichte Rucksack hat eine sehr flexible Rückenpartie, die sich der Körperkontur gut anpasst. Die Taillenriemen sind recht breit, sitzen mit ihren nach vorne reichenden Flossen gut am Körper und sind ebenso wie der Brustriemen einstellbar. Relativ starr sind die Schulterriemen, beziehungsweise der Nackenabschluss – weshalb der Rucksack bei sehr schmalem Rücken oder sehr breiten Schultern auf einen guten Sitz überprüft werden muss. Träger und Rückenteil liegen aber großflächig auf dem Körper, deshalb stört das Gewicht des Rucksacks kaum.

Fazit: Der Proviz-Rucksack punktet durch seine große Reflektionsfläche und bietet damit ein großes Plus an passiver Sicherheit, was gerade in der dunklen Jahreszeit beim Laufen ein ruhigeres Gewissen gibt; ein Vorteil für Commuter. Er ist einfach zu handhaben, lässt sich leicht bepacken. Das Hauptfach ist relativ flach, der Rucksack sitzt auch ohne Kompressionsriemen recht dicht am Körper, der Inhalt schleudert also bei guter Packweise nicht durch den Rucksack. Andererseits ist er als Laufrucksack konstruiert, auch mit einer Trinkblase erweiterbar: Wegen des fehlenden Laptop-Fachs ist der Rucksack aber nur für Pendler geeignet, die keinen Laptop mitschleppen müssen.

Volumen: 10 Liter
Gewicht: 448 Gramm
UVP: 60 Euro

Welche Rucksäcke nutzen Sie fürs Run Commuting? Schreiben Sie uns eine E-Mail, damit andere von Ihren Tipps profitieren können.

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