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Adidas Adistar im Test:

Neuer Adistar: Zuwachs in der Adidas-Modellpalette Adidas Adistar im Test

Der Name dieses neuen Adidas-Modells klingt vielversprechend: Adistar. Ob er wirklich Starqualitäten hat, zeigt unser Test!

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Bei der Vorstellung des Adidas Adistar in einer Videokonferenz war gespannte Neugier und durchaus auch stolze Präsentationsfreude zu spüren. Und als die Adidas-Schuhentwickler dann ihr neues Baby zum ersten Mal in die Kameras hielten, war auch klar warum: Das ist ein Schuh, wie man ihn von Adidas bislang noch nicht kannte. Besonders in der seitlichen Perspektive zeigt sich eine sehr voluminöse und hoch aufbauende Mittelsohle. Von der Seite betrachtet sieht der Adistar aus, als wolle er nach vorne springen. Keine Frage: Das ist eine absolute Neuentwicklung. Und, auch wenn es die Modellbezeichnung vor gut zehn Jahren schon mal gab: Mit dem früheren Adistar, oder dem Adistar Boost (2014) hat der neue Adistar funktionell und optisch nichts gemein. Parallelen gibt es lediglich bei dem Qualitätsanspruch – der heute gleichermaßen hoch ist.

Die Konstruktion: Die Schuhentwickler haben sich die Aufgabe gestellt, einen neutralen Schuh für die langen Laufstrecken zu bauen, der gleichbleibend hohen Komfort über die gesamte Distanz bietet. Der Schuh soll ein Laufgefühl bieten, so drückt es Running-Fachmann Stephan Scholten aus, „damit Läufer die extra-Meile gehen können – und diese auch genießen!“

Adidas-Adistar
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Die Frauenversion des Adidas Adistar

Komplett neue Konstruktion

Technisch betritt Adidas dafür Neuland. Die gesamte Konstruktion ist von Grund auf neu, Anleihen bei bestehenden Modellen lassen sich kaum erkennen. Die Zwischensohle basiert auf einem neuen Kunststoff, Adidas spricht von Repetitor-EVA, der hier in zwei Dichten verbaut wird; der Fersenbereich ist spürbar fester (beim abgebildeten Männermodell dunkelbau gefärbt). Dies sorgt einerseits für komfortable Dämpfungseigenschaften – dem galt die oberste Priorität bei der Entwicklung. Andererseits erreichen Stabilität und Abrollverhalten ein sehr hohes Niveau. Das liegt an der zwei-Dichten Zwischensohle – und vor allem an der Art, wie diese geformt ist: Der Sohle baut unter der Ferse 37,5 Millimeter hoch (Vorfuß: 31,5 Millimeter), ist dazu aber an den Seiten hochgezogen: Der gesamte Fersen- und Rückfußbereich sitzt in einer Art Wanne im Schuh. Das sorgt – auch ohne spezielle Stabilitätselemente – für eine ausgeprägte Stabilität im Abrollverhalten.

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Obermaterial sitzt extrem gut am Fuß

Zusätzlich stabilisierend wirkt ein neu entwickeltes „Cage-System“ im Obermaterial, das den Mittelfußbereich eng umschließt und fest mit der Mittelsohle des Schuhs verbindet. Beim Festziehen der Schnürung festigt sich der Mittelfußbereich; der Fuß ist dann eng mit der breit bauenden Plattform des Schuhs verbunden, „gerade im Mittelfußbereich sitzt der Adistar extrem gut am Fuß“, sagt ein Testläufer. Die ungewohnt dicke Mittelsohle ist an der Ferse und vor allem unter dem Vorfuß stark abgerundet, beziehungsweise aufgebogen. Dieses „Rocker-Sohlendesign“ unterstützt den Abrollvorgang.

Laufeindruck: Die Testläufer waren sich nach den ersten Testläufen in ihrem Urteil sehr einig über die Charakteristik des neuen Adistar, und es kristallisierte sich eine eindeutige Empfehlung heraus. Zunächst galt es, den ersten optischen Eindruck des Schuhs zu verarbeiten. Ein Testläufer: „Trotz voluminöser Optik und voluminöser Zwischensohle hat der Schuh dann doch ein erstaunlich geringes Gewicht, wenn man ihn in die Hand nimmt und am Fuß hat.“ Alle Testläufer sprechen von einem sehr komfortablen ersten Trageeindruck. Schaft und Zunge sind gut gepolstert. Die Passform ist hervorragend, so schreibt ein Tester: „Das Schnürsystem justiert wunderbar auch den Sitz des Schuhs im ganzen Fuß.“ Eine Testläuferin ergänzt: „Trotz des breiten Aufbaus sitzt der Schaft auch an schmalen Fußen erstaunlich gut und lässt sich gut fixieren.“

Etwas differenzierter zeigt sich das Bild beim Laufeindruck und dem Abrollverhalten des Adistar. Übereinstimmung herrscht über das sehr stabile Laufgefühl – auch ohne erkennbare Stabilitäts-Features. Die Rockerkonstruktion wirkt sich positiv auf die Abroll-Dynamik aus und macht in Verbindung mit der eher festen Zwischensohle sehr viel Sinn. Die Abrolldynamik wird allerdings unterschiedlich beurteilt: Und zwar kommt es hier tatsächlich auch auf die Gewichtsklasse der (Test-)Läufer an und auf ihr Lauf- beziehungsweise Fuß-Aufsetzverhalten. Testläufer unter 70 Kilogramm Körpergewicht sowie eine Testläuferin unter 60 Kilogramm Körpergewicht kamen mit der Sohlencharakteristik nicht so gut zurecht; die Sohle erwies sich hier als zu fest, „ich musste ihn sozusagen „einlaufen“, beschreibt ein Testläufer das Gefühl. Und ein leichtgewichtiger Testläufer, der ausgeprägter Mittelfußaufsetzer ist, sagt: „Ich habe deutlich das Gefühl, dass ich den Materialübergang von dem festeren Repetitor+ im Fersenbereich zum weicheren Repetitor im Mittel- und Vorfußbereich direkt unter dem Fuß spüre.“

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Höheres Gewicht? Kein Problem für den Adistar

Richtig zur Geltung kommt die Mittelsohlencharakteristik des Adistar bei ruhigen Dauerläufen – und das vor allem bei Läuferinnen und Läufern, die mit der Ferse zuerst auf dem Boden aufsetzen. Diese so genannten „Fersenläufer“ bilden den Großteil der Läufer (deutlich weniger setzen mit dem Mittelfuß auf). „Die abgerundete Außensohle unter der Ferse sorgt für einen sehr sanften Fußaufsatz“, schreibt eine Testläuferin. Und auch bei schwereren Testläufern ist das Vertrauen in die Sohle groß. „Ich wiege 85 Kilogramm, und ich habe das Gefühl, dass ich den Schuh nicht annähernd an seine Belastungsgrenze bringe“, schreibt ein Testläufer und empfiehlt: „Der Adistar ist ein Trainingsschuh fürs gemütliche Wohlfühltempo: Die Sohle ist nicht besonders reaktiv, aber sie wirkt unermüdlich und ist sehr solide gedämpft – perfekt also für lange Trainingsläufe.“

Fazit: Der neue Adidas Adistar füllt eine Lücke – und, so sagt es ein Testläufer, „man muss den Konstrukteuren für den Mut zu diesem Schuh gratulieren!“ Denn der Adistar ist kein Schuh fürs Rampenlicht von prestigeträchtigen Marathon-Finishs – sondern ein Schuh, der für viele Hobbyläufer und viele Laufanfänger bestens geeignet ist: Stabil konstruiert, ohne die natürliche Bewegung des Fußes zu sehr einzuschränken. Und dazu mit einer sehr soliden Dämpfung mit spürbar festerem Druckpunkt, die aber auch bei etwas schwereren Läufern für ein sehr komfortables Abrollverhalten sorgt. Hier ist er eine sehr empfehlenswerte Alternative zu den Modellen Adidas-Modellen Ultraboost 22 und Solarboost. Die Haltbarkeit konnte im ersten Test des Schuhs noch nicht überprüft werden, dafür reichte der Testzeitraum nicht. Aber die Kombination aus moderner EVA-Sohle und der bewährten Continental-Außensohle, die beim Adistar verbaut ist, lässt hier auf gute Werte hoffen. – Ob Einsteiger oder ambitionierter Läufer, der einen Schuh für die langen Strecken sucht: Der Adistar hat das Zeug dazu, ein ultra-verlässlicher Begleiter für die langen Läufen zu werden. – Wer beispielsweise mit der Teilnahme bei der Aktion „Endspurt 100“ liebäugelt, der kann auf einen Schuh wie den neuen Adistar setzen: Gerade bei den langen Trainingseinheiten im ruhigen Dauerlauftempo ist auf den Adistar Verlass.

  • Dämpfungsschuh mit stabilem Abrollverhalten
  • Gewicht: 325 Gramm (Männerversion), 280 Gramm (Frauenversion)
  • Sprengung: 6 Millimeter
  • Preis: 140 Euro

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