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Vorschau Berlin-Marathon 2019 Kenenisa Bekele möchte zurück an die Spitze

Bekele will sich in Berlin zurückmelden, Cherono peilt Rekord-Sieg an. Pflieger, Hahner und Kejeta visieren die Olympia-Norm an.

Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele und Kenias dreimalige Berlin-Marathon-Siegerin Gladys Cherono stehen spitzensportlich im Mittelpunkt vor der 46. Auflage des größten und hochklassigsten deutschen Lauf-Spektakels am Sonntag, den 29.09.2019. Kenenisa Bekele will sich in der Marathon-Weltelite zurückmelden, Gladys Cherono könnte mit Triumph Nummer vier zur alleinigen Rekord-Siegerin des Rennens aufsteigen. Aufgrund von Achillessehnen-Problemen musste dagegen ihre vermeintlich stärkste Konkurrentin, Vivian Cheruiyot (Kenia), kurzfristig passen. Fünf Männer - alle kommen aus Äthiopien - gehen mit Weltklasse-Bestzeiten von unter 2:05 Stunden an den Start, sechs Frauen weisen persönliche Rekorde von unter 2:22 auf. Damit ist das Rennen einmal mehr exzellent besetzt.

Der Blick geht zur Olympia-Norm für Tokyo 2020

Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), Anna Hahner (SCC EVENTS Pro-Team) und die aus Äthiopien stammende Debütantin Melat Kejeta (Laufteam Kassel) sind die aussichtsreichsten deutschen Starter in Berlin. Für sie geht es ebenso wie für eine Reihe von anderen internationalen Athleten um das Unterbieten der Olympia-Normen für die Spiele in Tokio 2020. Diese wurden vom internationalen Leichtathletik-Verband IAAF auf 2:11:30 Stunden (Männer) beziehungsweise 2:29:30 (Frauen) festgesetzt.

Eine Rekordzahl von 46.983 Anmeldungen aus 150 Nationen registrierte Veranstalter SCC-Events für den Marathonlauf.

Das Rennen der Männer

Kenenisa Bekele gilt als der größte Läufer aller Zeiten. Dreimal war er Olympiasieger, 16 Weltmeistertitel sammelte Bekele über die Langstrecken sowie im Crosslauf, und nach wie vor hält er die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter. Im Marathon konnte der 37-Jährige bisher jedoch nicht an derartige Erfolge anknüpfen. 2016 gewann er allerdings den Berlin-Marathon in seiner persönlichen Bestzeit von 2:03:03 Stunden. Ist Kenenisa Bekele in Topform, wird der Äthiopier schwer zu schlagen sein. Doch seine letzten Rennen waren enttäuschend.

Äthiopier und Kenianer gelten als Favoriten

Die schärfsten Konkurrenten von Kenenisa Bekele sind voraussichtlich Landsleute. Während Guye Adola (Äthiopien/2:03:46 Stunden) verletzt passen musste, startet mit Birhanu Legese der Sieger des Tokio-Marathons. Er gewann in Japan im März mit 2:04:48 Stunden. 2018 war er in Dubai ein spektakuläres Debüt gelaufen (2:04:15 Stunden als Sechster).

Noch zwei weitere Läufer, die in Dubai 2018 ihre Bestzeiten liefen, starten nun in Berlin: Leul Gebrselassie und Sisay Lemma. Gebrselassie, der nicht verwandt ist mit dem früheren Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie, wurde vor eineinhalb Jahren bei dem Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten Zweiter mit 2:04:02 Stunden. Auch für ihn war es damals ein sensationelles Debüt. Sisay Lemma war 2018 in Dubai Fünfter mit einer starken Steigerung auf 2:04:08 Stunden. Zu beachten ist auch Feyisa Lilesa (Äthiopien/2:04:52 Stunden), der Olympia-Zweite von Rio 2016.

Während Felix Kandie (Bestzeit: 2:06:03 Stunden) und Jonathan Korir (2:06:51 Stunden) die schnellsten Kenianer auf der Startliste sind, könnten zwei Landsleute von ihnen überraschen: Sowohl Abel Kipchumba als auch seinem Trainingspartner Bethwel Yegon wird ein sehr starkes Marathon-Debüt zugetraut.

Philipp Pflieger fehlen 80 Sekunden zur Olympia-Norm

Philipp Pflieger ist der stärkste deutsche Läufer im Rennen. Seine Bestzeit von 2:12:50 Stunden ist genau 80 Sekunden von der Olympia-Norm entfernt. Diesen persönlichen Rekord lief er 2015 in Berlin. Er will sich an der Olympia-Norm von 2:11:30 Stunden versuchen. Während Philipp Baar (SCC-Events Pro-Team) verletzungsbedingt passen musste, kann man einem Trainingspartner von ihm die Norm zutrauen: Der Österreicher Valentin Pfeil lebt und trainiert seit diesem Jahr in Berlin. Er steigerte sich im Frühjahr in Wien bereits auf 2:12:55 Stunden.

Das Rennen der Frauen

Gladys Cherono lief vor einem Jahr bereits zum dritten Berlin-Sieg nach 2015 und 2017. Dabei brach die 36-jährige Kenianerin den 13 Jahre alten Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi (2:19:12 Stunden/2005) mit einer Zeit von 2:18:11 Stunden deutlich. Es war die mit Abstand schnellste Zeit ihrer Karriere. Zudem schloss Gladys Cherono auf zu den Berliner Rekord-Siegerinnen Renata Kokowska (Polen), Uta Pippig (Berlin) und Aberu Kebede (Äthiopien). Alle haben das Rennen jeweils dreimal gewonnen.

Mare Dibaba debütiert in Berlin

Für Sieg Nummer vier könnte allerdings eine weitere Zeit von unter 2:20 Stunden nötig sein. Denn Gladys Cherono trifft auf eine Reihe von starken Läuferinnen, denen ein solches Ergebnis ebenfalls zuzutrauen ist. Zwei Äthiopierinnen gehen ebenfalls mit Bestzeiten von unter 2:20 Stunden an den Start: Zum ersten Mal wird Mare Dibaba den größten deutschen Marathon laufen. Die 29-jährige Äthiopierin gewann 2015 bei den Weltmeisterschaften in Peking die Goldmedaille, ein Jahr später wurde sie Dritte beim Olympia-Marathon in Rio. Sie hat eine Bestzeit von 2:19:52 Stunden. Ihre Landsfrau Yebregual Melese geht mit einem persönlichen Rekord von 2:19:36 Stunden ins Rennen, den sie mit einem dritten Platz in Dubai 2018 aufgestellt hatte. Zu beachten ist auch eine weitere Äthiopierin: Meseret Defar. Sie ist die zweimalige 5.000-m-Olympiasiegerin (2004 und 2012). Im Marathon hat Meseret Defar bisher eine Zeit von 2:23:33 Stunden erreicht. Sie hat aber das Potenzial für eine deutliche Steigerung.

Schafft Anna Hahner nach langer Verletzung die Olympia-Norm?

Für Anna Hahner ist es bereits der fünfte Start beim Berlin-Marathon. Hier stellte sie 2014 mit 2:26:44 Stunden auch ihre Bestzeit auf. Nach einer längeren Verletzungspause und einem kompletten Neuaufbau ist sie noch nicht wieder in Topform. Aber vielleicht reicht es trotzdem für die Olympia-Norm von 2:29:30 Stunden. Melat Kejeta, die aus Äthiopien stammt und im März die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, wird in Berlin ihr Marathon-Debüt laufen. Angesichts ihrer Halbmarathon-Bestzeit von 68:41 Minuten, hat sie das Potenzial, die Olympia-Norm klar zu unterbieten.

Text: race-news-service.com

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