Hoka One One

Jim Walmsley vor dem Rekordversuch

Interview mit Jim Walmsley Weltrekordversuch-Motto: „Einfach Weiterlaufen“

Jim Walmsley ist der schnellste Ultra- und Trailläufer der Welt. 2019 stellte er beim Hoka Project Carbon X einen Weltrekord über 50 Meilen auf und knackte seinen eigenen Streckenrekord beim Western States Endurance Run.

Am 23. Januar 2021 schickt Hoka One One nach einem ersten Rekordversuch im Jahr 2019 seine Athleten in ein neues 100-Kilometer-Rennen. Beim Projekt Carbon X 2 ist Jim Walmsley abermals der große Favorit für einen Weltrekord. Wir haben kurz vor dem Wettkampf mit ihm gesprochen.

Project Carbon X 2 im Livestream – am 23. Januar, ab 15 Uhr

Jim, wie fühlst du dich so kurz vor dem neuen Rekordversuch?

Der Körper muss nun Kraft sammeln für den Wettkampf. Ich versuche vor allem, nach dem harten Training der letzten Monate durchzuatmen und eine mentale Pause einzulegen. Das tut sehr gut und hilft mir, mich auf den wichtigen und anstrengenden Tag des Rennens vorzubereiten.

Für viele Läufer sind die 42,195 Kilometer eines Marathons bereits ein hochgestecktes Ziel. Was braucht es, um Strecken über 100 Kilometer zurückzulegen?

Ich glaube, dass es hinderlich ist, sich eine Grenze zu setzen. Oft limitieren wir uns damit selbst. Dabei ist viel mehr möglich, wenn man weniger nachdenkt und Dinge einfach probiert. In meinem Fall ist es vielleicht auch Ignoranz, die mich so weit bringt. Nicht zu wissen, dass eine Grenze gibt und wo sie liegt, kann eine starke Strategie sein. Vor allem geht es darum, einfach weiterzulaufen.

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Als Student war Jim Walmsley eher auf kürzeren Strecken sowie im Hürdenlauf zu Hause – seine Begeisterung für Ultra-Distanzen entdeckte er erst mit der Zeit.

Beim Rekordversuch 2019 konntest du den 100-km-Rekord von Nao Kazami (6:09:14 Stunden) nicht unterbieten, stelltest aber dafür einen neuen Rekord von 4:50:08 Stunden über 50 Meilen auf. Inwiefern unterschied sich das Training dieses Mal von den Vorbereitungen auf den ersten Rekordversuch?

Der erste Rekordversuch reihte sich 2019 in ein sehr volles Wettkampfjahr ein. Nur zwei Monate nach dem ersten Project Carbon X fanden die Western States statt, was normalerweise mein größter Wettkampf im Jahr ist, außerdem absolvierte ich zeitgleich Marathontraining. Das war sehr viel auf einmal und erforderte sehr viel Planung und Umstellungen im Training. Bei den Vorbereitungen auf den diesjährigen Wettkampf hatte ich die Möglichkeit, mich mehr zu fokussieren – das hat natürlich auch damit zu tun, dass die Pandemie in den vergangenen Monaten keinen regulären Wettkampfbetrieb erlaubte. Meine Einheiten gestalteten sich deshalb noch effizienter und zweckmäßiger, was sich hoffentlich auf der langen Distanz auszahlen wird – das wird sich in einigen Tagen zeigen.

Du startest im Hoka Carbon X2, dem Nachfolger des ersten Modells. Welche Vorteile bietet der neue Schuh gegenüber seinem Vorgänger?

Der Hoka Carbon X2 ist speziell auf Elite-Wettkämpfe über lange Distanzen ausgerichtet und eignet sich besonders gut für die entsprechende Pace, die wir über einen langen Zeitraum halten müssen. Meiner Meinung nach verfügt der neue Schuh über eine noch ausgewogenere, effizientere Technologie, die Pronationsbewegungen noch besser entgegenwirkt. Das macht sich gerade auf langen Strecken bemerkbar. Der Carbon X2 ist unglaublich komfortabel und unterstützt mich dabei, meine Ziele zu erreichen – das ist ein gutes Gefühl.

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Jim Walmsley geht mit dem Hoka Carbon X2 an den Start. Der Schuh verfügt über eine extrem reaktionsfähige Carbonfaserplatte.

Insgesamt nehmen 40 Läuferinnen und Läufer auf der amerikanischen Strecke am Wettkampf teil. Was bedeutet es für dich, gemeinsam mit deinen Teamkollegen von Hoka One One zu starten?

Die Gemeinschaft unter Ultraläufern ist großartig, gerade mit den Athleten von Hoka One One verbinden mich viele gute Freundschaften. Tatsächlich werden einige meiner besten Freunde am Wettkampf teilnehmen. Es wird spannend sein zu sehen, wie wir als Team auf der Strecke zusammenarbeiten können. Wobei ich natürlich hoffe, meine Teamkollegen am Ende des Rennens doch noch hinter mir zurückzulassen…

Was machst du am Tag nach einem 100 Kilometer-Wettkampf?

Direkt nach dem Lauf werde ich mich mit Sicherheit sehr erschöpft fühlen. Besonders Rennen auf der Straße, erst recht über eine derart lange Distanz, fordern meinen Körper enorm und bedeuten sehr viel Kraftaufwand. Aber ich versuche dennoch, möglichst schnell wieder in die aktive Erholung zu starten, was für mich der beste Weg der Regeneration ist. Das kann ein Spaziergang sein oder ein kürzerer, entspannter Lauf. Hauptsache, man bleibt in Bewegung.

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