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Mehrfacher Marathonsieger Eliud Kipchoge

Eliud Kipchoge gewann in seiner 2013 startenden Marathon-Karriere neun von zehn Rennen und mit dem Berlin-Marathon 2017 seinen achten Marathon infolge.

Berlin-Marathon 2017 Sieger Eliud Kipchoge +
Foto: www.photorun.net

Eliud Kipchoge gewann den Berlin-Marathon 2017 in 2:03:32 Stunden.

Eliud Kipchoge wurde am 5. November 1984 in Kapsisiywa bei Kapsabet geboren und ist ein kenianischer Langstreckenläufer, der nach einer sehr erfolgreichen Bahnkarriere 2013 auf die Straße und die Marathon-Distanz wechselte.

Eliud Kipchoge holte seinen ersten großen Erfolg mit dem Sieg beim Junioren-Rennen der Crosslauf-Weltmeisterschaften 2003. Im Sommer 2003 stieß er im 5000-Meter-Lauf auch im Erwachsenenbereich in die Weltspitze vor. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Paris/Saint Denis standen sich im Finale über 5.000 Meter Kenenisa Bekele und Hicham El Guerrouj gegenüber, die zuvor bereits über 1.500 Meter bzw. 10.000 Meter Weltmeister geworden waren. Bekele sorgte von Anfang an für ein schnelles Tempo, konnte sich aber nie vom Feld lösen, sodass auf den letzten beiden Runden El Guerrouj mit einem langen Spurt in Führung ging. Trotzdem spitzte sich das Rennen auf der Zielgeraden noch einmal zu, und schließlich gewann Eliud Kipchoge in 12:52,79 Minuten vor El Guerrouj in 12:52,83 Minuten und Bekele in 12:53,12 Minuten. Es war das schnellste 5000-Meter-Finale aller Zeiten, und die Zeit von Eliud Kipchoge bedeutete Juniorenweltrekord.

Die Saison 2004 begann für Eliud Kipchoge mit einem vierten Platz bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften. Anfang Juli verbesserte Kipchoge in Rom seinen persönlichen Rekord über 5.000 Meter. Am 28. August standen sich im Finale bei den Olympischen Spielen in Athen die Medaillengewinner der Weltmeisterschaften 2003 erneut gegenüber. Das Rennen begann eher verhalten und steigerte sich dann langsam. Erneut kam es zu einem langen Schlussspurt, den dieses mal El Guerrouj in 13:14,39 Minuten für sich entschied. Hinter Bekele (13:14,59 Minuten) kam Eliud Kipchoge als Dritter ins Ziel und gewann in 13:15,10 Minuten Bronze. Anfang September gewann Kipchoge beim Golden-League Meeting in Brüssel den 3.000-Meter-Lauf in Jahresweltbestzeit von 7:27,72 Minuten.

2005 wurde Kipchoge bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften Fünfter. Das Finale bei den Weltmeisterschaften in Helsinki fand ohne El Guerrouj und Bekele statt und war ein regelrechtes Bummelrennen. Nur die letzten 1.000 Meter waren richtig schnell, und wieder einmal spurteten alle auf der Zielgeraden um die Plätze. Während Benjamin Limo (13:32,55 Minuten) den siebten von zehn Titeln auf dieser Distanz für Kenia gewann, verpasste Eliud Kipchoge als Vierter in 13:33,04 Minuten Bronze um lediglich acht Hundertstel-Sekunden gegenüber dem Australier Craig Mottram.

2006 gewann Eliud Kipchoge bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Moskau Bronze über 3.000 Meter hinter Bekele und dem für Katar startenden Ex-Kenianer Saif Saaeed Shaheen.

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Ōsaka gewann er Silber. Nur Bernard Lagat musste er sich geschlagen geben. Ebenfalls Silber errang Kipchoge bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, wobei er diesmal hinter Kenenisa Bekele einlief. Im Jahr darauf kam er bei den Weltmeisterschaften 2009 auf den fünften Platz.

Nachdem er schon 2005 und 2006 die San Silvestre Vallecana gewonnen hatte, wandte er sich 2010 erneut dem Straßenlauf zu. Er siegte bei den Carlsbad 5.000, verfehlte aber wegen starker Windböen sein selbstgestecktes Ziel, über die Distanz von fünf Kilometern die Weltbestzeit aufzustellen. 2010 erzielte Kipchoge bei den Commonwealth Games in Neu-Delhi über 5.000 Meter den zweiten Platz.

Marathon-Debüt mit Streckenrekord 2013 beim Hamburg-Marathon

Nachdem er sich 2012 nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte, konzentrierte sich Kipchoge auf den Halbmarathon. Im April 2013 gab er sein Marathon-Debüt beim Hamburg-Marathon. Mit 2:05:30 Stunden und einem starken Solo-Auftritt stellte er einen neuen Streckenrekord auf und distanzierte die Konkurrenz um mehr als zwei Minuten. Beim Berlin-Marathon nur fünf Monate später belegte er in 2:04:05 Stunden den zweiten Rang hinter dem Weltrekord laufenden Wilson Kipsang. Außerdem gewann er den Halbmarathon in Barcelona und den Wörthersee-Halbmarathon.

Am 13. April 2014 gewann er den Rotterdam-Marathon in 2:05:00 Stunden. Im Oktober konnte Eliud Kipchoge mit 2:04:11 Stunden zwar nicht ganz seine Bestzeit erreichen, doch gewann damit den Chicago-Marathon vor dem Favorit Kenenisa Bekele. Gut ein Jahr nach seinem Sieg in Rotterdam gelang Kipchoge ein riesen Erfolg, indem er den am stärksten besetzten Marathon der Geschichte gewinnen konnte: Er setzte sich am 26. April 2015 unter anderem gegen den alten und aktuellen Weltrekord-Halter Wilson Kipsang und Dennis Kimetto durch.

Am 27. September 2015 startete er neben Geoffrey und Emmanuel Mutai als Kandidat auf einen neuen Weltrekord beim 42. Berlin-Marathon. Die Halbmarathon-Zeit lag jedoch schon über 20 Sekunden über den anvisierten 61:30 Minuten, sodass der Weltrekord immer unwahrscheinlicher wurde. Über zehn Kilometer vor dem Ziel konnte sich Eliud Kipchoge mit einem schnellen Kilometer von 2:48 Minuten entscheidend absetzen und das Rennen in neuer persönlicher Bestzeit von 2:04:00 Stunden gewinnen. Kurios war allerdings, dass von Beginn an seine Innensohlen Stück für Stück nach außen wanderten. Das zog nicht nur viel Aufmerksamkeit auf sich, sondern tat auch richtig weh, wie Eliud Kipchoge später zugeben musste. Der Berlin-Marathon-Sieg war somit nach Rotterdam, Chicago und London sein vierter Sieg infolge.

Auch 2016 am 24. April startete Eliud Kipchoge wieder beim London-Marathon. Tatsächlich konnte man das Starterfeld noch stärker und hochkarätiger einstufen als im Jahr zuvor. Neben Kipchoge standen etwa auch Kenenisa Bekele, Wilson Kipsang und Dennis Kimetto an der Startlinie. In einem lange Zeit auf Weltrekordkurs liegenden Rennen, schüttelte Kipchoge Läufer um Läufer ab und dominierte die Schlussphase mit einem souveränen und schnellen Lauf. Nur acht Sekunden fehlten ihm am Ende auf den Weltrekord. In 2:03:05 Stunden überquerte Kipchoge die Ziellinie.

Dementsprechend als haushoher Favorit ging er am 21. August 2016 in den Olympischen Marathon in Rio de Janeiro. Gewohnt souverän und dominant konnte Eliud Kipchoge auch seinen letzten Verfolger um über eine Minute distanzieren und nach 2:08:44 Stunden und einer über drei Minuten schnelleren zweiten Hälfte zur Gold-Medaille laufen.

Marathon in 2:00:25 Stunden unter nicht rekordkonformen Bedingungen

Im Frühjahr 2017 verzichtete Eliud Kipchoge auf einen Marathon-Start bei den großen Klassikern. Im Rahmen des Projekts "Breaking 2" seines Ausrüsters Nike bereitete er sich Monate auf den unter nicht rekordkonformen Bedingungen stattfinden Versuch vor, die 2-h-Marke über die 42,195-km-Distanz zu knacken. Im Mai auf der Formel-1-Strecke von Monza gelang ihm dies zwar nicht, doch seine Zeit von 2:00:25 Stunden war dennoch für alle Beteiligten ein großer Erfolg. "Die Welt ist jetzt nur noch 25 Sekunden von den zwei Stunden entfernt", resümierte der kenianische Ausnahmeläufer nach dem spektakulären Rekord-Versuch. Aufgrund von regelmäßig wechselnden Pacemakern und zu häufiger Verpflegung sowie etwas zusätzlichem Windschatten durch ein präpariertes Auto konnte der Lauf nicht als offizieller Rekord gewertet werden.

Doch keine fünf Monate später sollte der Weltrekord nun offiziell im Rahmen des 44. Berlin-Marathons fallen. Im bestbesetztesten Feld aller Zeiten startete Kipchoge zusammen mit dem bis dato Weltjahresschnellsten, Wilson Kipsang, und dem zweitschnellsten Marathonläufer aller Zeiten, dem Äthiopier und Vorjahressieger Kenenisa Bekele, die Weltrekordjagd. Doch aufgrund von nassen Straßen und zeitweise Regenschauern konnte eine Zeit von 2:02 Stunden nicht realisiert werden. Als schon kurz nach der Halbmarathon-Marke, die in 61:29 Minuten passiert wurde, Bekele zurückfiel und später ausstieg und Kipsang das Rennen überraschend nach 30 Kilometern aufgab, entstand ein überraschendes Duell zwischen Eliud Kipchoge und dem Debütanten Guye Adola. Zwischenzeitlich sogar etwas zurückhängend, übernahm der Routinier nach rund 40 Kilometern erneut die Führung und gewann nach 2:03:32 Stunden mit zwölf Sekunden Vorsprung.
25.09.2017
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