Ambitioniertes Lauftraining auf einem Laufband iStockphoto

Für exakte Trainingseinstellungen So kalibrieren Sie Ihr Laufband

Jedes Laufband hat eine Geschwindigkeits­anzeige, doch die ist selten präzise eingestellt. Wer es ganz genau wissen will, der muss sein ­Laufband kalibrieren. Wir zeigen, wie das geht.

Um zu ermitteln, wie groß die Abweichung von der Laufbandanzeige und der tatsächlichen Geschwindigkeit des Laufband-Riemens ist, müssen Sie letztere durch eine Messung bestimmen. So geht’s:

Messen Sie zunächst die exakte Länge des Riemens Ihres Laufbands. Das geht ganz einfach mithilfe von drei Klebe­streifen. Kleben Sie den ersten Streifen ganz hinten auf die Lauffläche, den zweiten Streifen ganz vorn. Achten Sie darauf, dass Sie sie genau rechtwinklig zur Laufrichtung kleben. Messen Sie den Abstand zwischen Streifen 1 und 2 (immer an der vorderen Kante). Bewegen Sie den Riemen nun so weit, bis Streifen 2 ganz hinten ist (Streifen 1 ist dann unten). Kleben Sie einen dritten Streifen vorn auf die Lauffläche und messen Sie den Abstand zwischen Streifen 2 und 3. Bewegen Sie den Riemen wieder weiter und messen Sie noch den Abstand zwischen Streifen 3 und 1. Die Summe aller Abstände ist die Länge Ihres Laufband-Riemens. Entfernen Sie zwei der Klebestreifen.

Stellen Sie nun Ihr Laufband auf die Geschwindigkeit 10 km/h ein und halten Sie eine Stoppuhr bereit. Warten Sie kurz, bis das Laufband die eingestellte Geschwindigkeit erreicht hat. Starten Sie dann einen Timer, sobald der Streifen das Ende der Lauffläche erreicht. Stoppen Sie nach 100 Umdrehungen. (Achtung: Beim Starten des Timers mit Null anfangen zu zählen.)

Die Ungenauigkeit Ihrer Laufbandanzeige können Sie nun wie berechnen wie unten beschrieben. Alternativ können Sie sich unten eine Excel-Datei zur Berechnung herunterladen.

  • Rechnen Sie zuerst die zurückgelegte Distanz (100 x Riemenlänge) in Kilometer um.
  • Dann rechnen Sie mit folgender Formel die dafür benötigte Zeit in Stunden um: (Minuten x 60 + Sekunden) / 3600. Bei einer Zeit von z. B. 2:10 Minuten ergibt sich: (2 x 60 + 10) / 3600 = 130 / 3600 = 0,036 Stunden.
  • Dividieren Sie nun den Kilo­meter- durch den Stunden-Wert. Sie erhalten dann die tatsächliche Geschwindigkeit in km/h.
  • Berechnen Sie die Abweichung der Ist-Geschwindigkeit (Messung) von der Soll-Geschwindigkeit (Anzeige) wie folgt:Abweichung = (Istwert – Sollwert) / Sollwert. Beispiel: (9,8 km/h – 10 km/h) / 10 km/h = –0,02, also –2%. In diesem Fall laufen Sie auf dem Laufband 2% langsamer als auf dem Display angezeigt.

Falls Ihr Laufband keine Kalibrierungsoption hat wie manches professionelle Gerät, können Sie die individuelle Abweichung Ihres Laufbands bei Ihren Trainingseinheiten berücksichtigen. In diesen Beispielen erfahren Sie, wie’s geht:

Beispiel 1: Sie möchten einen 5-km-Testlauf auf dem Laufband machen und die Abweichung beträgt +3%. Bei einer Distanz-Anzeige von 5 km auf dem Display sind Sie tatsächlich bereits 5,15 km (= 5 km x 1,03) gelaufen. Tatsächliche 5 Kilometer haben Sie bereits bei einer Anzeige von 5 km / 1,03 = 4,854 km erreicht.

Beispiel 2: Sie möchten einen Tempolauf in einem Tempo von 5:00 min/km machen, die Abweichung beträgt -4%. Die Tempo-Angabe in min/km rechnen Sie zunächst in 12 km/h um. Um tatsächlich 12 km/h zu laufen, müssen Sie das Laufband auf 12 km/h / 0,96 = 12,5 km/h einstellen.

Für die Berechnung der Abweichung und die Berücksichtigung der Abweichung bei Ihren Trainingseinheiten haben wir eine Excel-Tabelle erstellt, die Sie hier herunterladen können:

XLSX
Excel-Tabelle zum Laufband-Kalibrieren0,02 MByte
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