Vienna City Marathon / Michael Gruber

Internationaler Leichtathletik-Verband Eluid Kipchoge wird erneut Welt-Leichtathlet

Mit der "INEOS 1:59 Challenge" setzte Kipchoge 2019 ein Ausrufezeichen. Unter anderem ein Grund für die erneute Auszeichnung.

Eliud Kipchoge wurde zum zweiten Mal in Folge zum Welt-Leichtathleten des Jahres gewählt. Dies gab der internationale Leichtathletik-Verband, der sich seit kurzem nicht mehr IAAF sondern World Athletics nennt, am 23.November 2019 bekannt. Der 35-jährige Ausnahmeläufer aus Kenia wurde am Samstagabend im Rahmen einer Gala in Monte Carlo geehrt.

Kipchoge ist der einzige Marathonläufer mit der Auszeichnung

Nach wie vor ist der Kenianer der einzige Marathonläufer, der jemals zum Welt-Leichtathleten des Jahres gewählt wurde. Bei den Frauen erhielt die Britin Paula Radcliffe diese Auszeichnung im Jahr 2002. Neben Eliud Kipchoge wurden zuvor lediglich Sprint-Superstar Usain Bolt (Jamaika), Langstreckenläufer Kenenisa Bekele (Äthiopien) und Mittelstreckenläufer Hicham El Guerrouj (Marokko) zweimal in Folge oder öfter zum besten Leichtathleten der Welt gewählt. Bei den Frauen gelang dies bisher nur der Sprinterin Marion Jones (USA) und der Stabhochspringerin Yelena Isinbayeva (Russland).

Dalilah Muhammad wird Leichtathletin des Jahres 2019

Als Leichtathletin des Jahres wurde am Sonnabend in Monte Carlo die US-amerikanische 400-m-Hürden-Läuferin Dalilah Muhammad ausgezeichnet. Sie hatte in Doha den WM-Titel mit der Weltrekordzeit von 52,16 Minuten gewonnen. Der äthiopische 5.000- und 10.000-m-Läufer Selemon Barega wurde mit dem „Rising Star“-Award ausgezeichnet, der aus Irland stammende und in Kenia lebende Brother Colm O’Connell wurde für seine Leistungen als Trainer geehrt. Er führte die kenianischen 800-m-Läufer Wilson Kipketer und David Rudisha jeweils zu Weltrekorden sowie zahlreiche andere Läufer zu internationalen Erfolgen.

Kipchoges größter Erfolg 2019: Die "INEOS 1:59 Challenge“ in Wien

Eliud Kipchoge hatte in diesem Jahr zunächst den London-Marathon mit einer Streckenrekordzeit von 2:02:37 Stunden gewonnen. Dies war zum damaligen Zeitpunkt die zweitschnellste je gelaufene Zeit. Lediglich der Kenianer selbst war bis dahin bei seinem Weltrekord in Berlin 2018 rund eine Minute schneller (2:01:39 Minuten). Für Furore sorgte Eliud Kipchoge dann im Oktober in Wien, wo er bei der „INEOS 1:59 Challenge“ als erster Läufer die 42,195 km in unter zwei Stunden rannte. Seine Zeit von 1:59:40,2 Stunden kann zwar nicht als Weltrekord anerkannt werden, da die entsprechenden Kriterien bezüglich der Tempomacher und der Verpflegungspunkte nicht erfüllt wurden, sie ist aber eine Barriere brechende Leistung. Eine solche Zeit galt im Marathon noch vor wenigen Jahren als utopisch.

Im Alter von 19 Jahren schon rekordverdächtig

Eliud Kipchoge wurde in Kapsisiywa im Nandi District geboren, wo seine Eltern als Farmer arbeiteten. Er lebt heute mit seiner Frau Grace Sugutt und den drei Kindern in Eldoret, sein Trainingslager befindet sich jedoch in Kaptagat. Kipchoge gehört zur Trainingsgruppe des ehemaligen Weltklasseläufers über 3.000 m Hindernis, Patrick Sang. Während seiner gesamten Karriere wurde Kipchoge von Sang trainiert. Für eine erste Sensation hatte Kipchoge bereits 2003 bei den Weltmeisterschaften in Paris gesorgt, als er die 5.000 m gewann. Dabei besiegte er die beiden ganz großen Favoriten über diese Distanz: Kenenisa Bekele (Äthiopien) und Hicham El Guerrouj (Marokko) – und das im Alter von 19 Jahren.

Eliud Kipchoges Marathonläufe

Wien „Ineos 1:59 Challenge“ 2019 1:59:40,2 Stunden (nicht offiziell)

1. London-Marathon 2019 2:02:37 Stunden (Streckenrekord)

1. Berlin-Marathon 2018 2:01:39 Stunden (Weltrekord / Streckenrekord)

1. London-Marathon 2018 2:04:17 Stunden

1. Berlin-Marathon 2017 2:03:32 Stunden

1. Monza (Breaking 2) 2017 2:00:25 Stunden (nicht offiziell)

1. Olympische Spiele, Rio 2016 2:08:44 Stunden

1. London-Marathon 2016 2:03:05 Stunden

1. Berlin-Marathon 2015 2:04:00 Stunden

1. London-Marathon 2015 2:04:42 Stunden

1. Chicago-Marathon 2014 2:04:11 Stunden

1. Rotterdam-Marathon 2014 2:05:00 Stunden

2. Berlin-Marathon 2013 2:04:05 Stunden

1. Hamburg-Marathon 2013 2:05:30 Stunden (Streckenrekord)

Text: race-news-service.com

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