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Virus-Infektion

Darf man mit Lippenherpes laufen?

Lippenherpes ist für die betroffene Person ziemlich unangenehm. Die Frage ist, wie entsteht Herpes und darf man mit einem Herpesbläschen laufen gehen?

Jeder kennt sie, keiner mag sie: die Herpesbläschen. Wir erklären, worauf es ankommt, wie sie entstehen und vor allem was man dagegen tun kann um die unschönen Bläschen schnellst möglich loszuwerden. Zudem gibt unser Experte Tipps, worauf sie beim Sport mit Herpes achten sollten.

Was ist ein Lippenherpes?

Als Herpes labialis (Lippenherpes) bezeichnet man eine ansteckende Infektion der Haut. Betroffen sind vor allem Bereiche im Gesicht, wie die Lippen, der Mund, die Nase oder auch das Auge. Manche Betroffenen bekommen Herpes auch an den Füßen oder im Genitalbereich.

Wie entsteht ein Lippenherpes?

Der Auslöser für Herpes ist der Herpes-Simplex-Virus. Typ1 des Virus ist zu 90% für Lippenherpes verantwortlich. Etwa neun von zehn Personen tragen den Virus in sich, jedoch nur bei jedem dritten wird er aktiv und löst ein Herpesbläschen aus. Grund für das Aktivwerden der Viren ist vor allem Stress. Im Normalfall geht die Entstehung von Herpes mit einer Schwächung des Immunsystems herbei. Da können neben Stress auch eine Infektion oder bei Frauen die Periode ein Grund für die Aktivierung sein. Weitere mögliche Gründe sind Ekel, Hitze, Kälte und starke UV-Strahlung.

Angesteckt wird man meistens schon im Kindesalter bis zum fünften Lebensjahr. Dabei bekommt man die Viren entweder durch eine Schmierinfektion oder eine Tröpfcheninfektion. Letztere bedeutet, dass man sich durch Niesen oder die Benutzung infizierter Gegenstände wie Besteck oder ein Glas mit dem Virus infiziert. Bei der anderen Variante, der Schmierinfektion, kommt man in Kontakt mit infiziertem Speichel oder der Flüssigkeit aus dem Bläschen wodurch die Viren in den Körper gelangen. Manche Menschen tragen den Virus ein leben lang in sich, ohne daran zu erkranken. Für andere ist das Herpesbläschen ein nahezu ständiger Begleiter.

Die Viren gelangen an die Schleimhäute im Mund und Rachen wodurch sie in den Körper gelangen. Daraufhin wandern sie durch die Nervenstränge ins Rückenmark. Endstation sind die Nervenknoten der fünften Gehirnnervs, bei dem sie sich in die DNA der Zelle einnisten. Dort sind die Viren für die Immunabwehr des Körpers nahezu unsichtbar, weshalb sie sich von dort aus beliebig aktvieren können. Bei einer Aktivierung wandern die Viren vom Gehirn zu den Nervenenden im Körper, zum Beispiel der Lippe. Dort vermehren sie sich explosionsartig, weshalb die Bläschen entstehen.

Wie lange dauert ein Lippenherpes?

Ohne Behandlung bleibt ein Lippenbläschen etwa sieben bis zehn Tage. Diese Zeit wird in fünf Phasen unterteilt:

  • Prodromal- und Erythemphase: Die Stelle an der das Bläschen entsteht juckt, spannt, kribbelt und brennt. Zu diesem Zeitpunkt sollte mit der Behandlung begonnen werden.
  • Papelphase: Die Lippe rötet sich und das Herpesbläschen entsteht.
  • Vesikelphase: Das Bläschen füllt sich mit der ansteckenden Flüssigkeit.
  • Ulzerationsphase: Spätestens nach einigen Tagen platzt die Herpesblase auf.
  • Verkrustungsphase: Über dem Bläschen bildet sich Schorf, der auf keinen Fall abgekratzt werden darf. Sobald die Kruste abfällt ist der Herpes verheilt und die Ansteckungsgefahr vorüber.

Welche Symptome bekommt man bei Lippenherpes?

Das erste Herpesbläschen entsteht oft ohne Vorwarnung. Lediglich grippeähnliche Symptome wie Schwäche, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen können auftreten. Bei weiteren Infektionen merkt man meist schon im Voraus, dass sich etwas anbahnt. Die Symptome können sogar schon Wochen vor dem Sichtbarwerden des Bläschens auftreten. Typisch sind ein Jucken, Spannen und Brennen der betroffenen Hautpartien.

Was hilft gegen Lippenherpes?

Sobald man die ersten Anzeichen eines Herpes spürt, sollte man mit der Behandlung beginnen. Virostatika hemmen die Virenvermehrung und können somit das Herpesbläschen behandeln. Für die lokale Anwendung werden häufig Cremes mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Penciclovir verwendet. Beide Salben gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Sind die Viren tief in die Haut eingedrungen kann es vorkommen, dass die äußerliche Behandlung nicht mehr ausreicht. Dafür verschreibt der Arzt dann Tabletten, die ebenfalls den Wirkstoff Aciclovir enthalten. Bei einzelnen kleinen Bläschen können auch Bläschenpflaster helfen, die eine Vierenvermehrung verhindern sollen. Ist das Bläschen schon offen, kann das Pflaster aufgrund der feucht warmen Luft darunter die Heilung des Bläschens beschleunigen. Auch Haushaltsmittel wie Zinksalbe oder Melissen-Extrakt können bei der Behandlung von Lippenherpes behilflich sein. Homöopathisch wird der Herpes gerne mit Rhus toxicodendron in der Potenz D12 behandelt.

Lässt sich Lippenherpes vorbeugen?

Kaum. Wer einmal den Virus im Körper hat, wird ihn auch nicht mehr los. Man kann jedoch versuchen einen erneuten Ausbruch der Viren zu verhindern. Dabei sollte man die individuellen Auslösern wie Stress, Ekel oder auch zu viel Sport versuchen zu verringern. Zudem kann man sich mit einer Sonnencreme oder einer Lippenpflege mit UV-Schutz vor der Sonneneinstrahlung schützen.

Kann Lippenherpes gefährlich sein?

Im Normalfall ist ein Lippenherpes für Erwachsene harmlos und einfach nur unangenehm. Wenn man jedoch immungeschwächt ist kann das Herpesbläschen Fieber und im schlimmsten Fall eine Entzündung der Lunge oder Hirnhaut hervorrufen. Sollte bei der Entstehung von Herpes Fieber auftreten oder die Lymphknoten anschwellen, empfehlen wir einen Gang zum Arzt.

Für Säuglinge ist der Herpes etwas gefährlicher, da das Immunsystem noch nicht so stark ist. Bricht bei einem Säugling dennoch das Herpesbläschen aus, können eine Hirnhautentzündung oder Organschäden die Folge sein. Wenn man also Herpes hat empfiehlt es sich zum Wohl des Kindes ausreichend Abstand zu halten um eine Infizierung zu vermeiden.

Kann man mit Lippenherpes Sport machen?

Ja, allerdings sollte man sich mit Lippenherpes nicht komplett verausgaben. Warum erklärt unser RUNNER'S-WORLD-Experte Dr. med. Willi Heepe: Herpes-Infektionen können sehr gefährlich werden, insbesondere wenn der Herzmuskel beteiligt ist. Entscheidend wäre hier ein Gesamtbefund. Zur Sicherheit würde ich keine Belastungen im Grenzbereich vornehmen, da dieses immer mit einer Immunsuppression, also der Unterdrückung der Immunreaktion einhergeht und einen weiteren Körperbefall auslösen kann.

Fazit

Sport mit Lippenherpes ist möglich, allerdings sollte man nicht an seine Belastungsgrenze gehen. Das liegt daran, weil das Immunsystem durch das Herpesbläschen schon geschwächt ist und versucht darauf zu reagieren. Somit sollte man den Körper nicht noch zusätzlich mit intensiven Trainingseinheiten belasten.

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