Victah Sailer

Kompromisslos schnell

Wettkampfschuhe im Test

Unser Laufschuhtest präsentiert die aktuellen Modelle für einen schnellen Wettkampf.

Willkommen bei der Formel 1 der Laufschuhe! Hier nehmen die neuesten Wettkampfmodelle und leichten Trainingsschuhe Aufstellung. Neben allen Details zu den einzelnen Schuhen erfahren Sie hier auch, ab wann sich solche Hochleistungstreter für Sie lohnen und welche Alternativen es gibt. Also Startschuss für das Beste von der Rennstrecke!

Minimales Gewicht für maximale Schnelligkeit

Wettkampfschuhe sind für hohes Lauftempo konzipiert, deshalb zeichnen sie sich vor allem durch eine extraleichte Bauweise aus. Die Hersteller entwickeln dafür spezielle Konstruktionen, mit denen Obermaterial und Außensohle so leicht wie möglich werden. Zum Vergleich: Ein normaler Trainingsschuh wiegt (in US-Größe 9) etwa 300 Gramm. Ein Lightweight-Trainer – also ein besonders leichter Trainingsschuh – etwa 50 Gramm weniger. Und ein Wettkampfschuh nur zwischen 150 und 250 Gramm. Das zeigt, dass Laufschuhe heute generell auf einem sehr leichten Niveau gebaut werden. Trotzdem wirkt sich das minimale Gewicht eines Wettkampfschuhs positiv auf die Geschwindigkeit beim Laufen aus. Der Grund ist die Beschleunigung der Füße, die bei jedem Schritt aufs Neue geleistet werden muss – je leichter dabei ein Schuh ist, desto weniger Energie muss vom Läufer aufgewendet werden. Ein weiteres Charakteristikum von Wettkampfschuhen ist der stärker gebogene Leisten, was die Abrollbewegung bei höherem Lauftempo unterstützt.

Die Kehrseite dieser Hochleistungskonstruktion sind die untergeordneten Komforteigenschaften: So sehr das Gewicht vom geringen Materialeinsatz profitiert, so sehr rücken Dämpfung und Stabilität in den Hintergrund – ganz so wie bei einem Rennwagen, bei dem auch auf ein Komfortfahrwerk verzichtet wird.

Eine geringe Dämpfung, extraleichtes Material, eine dünne Sohle und ein stärker gebogener Leisten sind die wichtigsten Merkmale von Wettkampfschuhen.

Wann macht’s Sinn?

Ausgelegt auf ein hohes Tempo auf der Straße richten sich Wettkampfschuhe ganz klar an ambitionierte, austrainierte Läufer auf den mittleren Distanzen bis zum Marathon. Es gibt keine eindeutige Grenze, ab der sich ein leichter Laufschuh objektiv lohnt. Aber je näher man an seinem Leistungslimit läuft, desto mehr zählen alle Details, die Auswirkungen auf die Zielzeit haben können. Doch auch für Nicht-Profis kann sich ein Rennschuh lohnen. Denn der psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen – in den ultraleichten Schuhen fühlt man sich einfach schnell.

Vorsichtig mit Wettkampfschuhen sollten hingegen Läufer mit orthopädischen Problemen sein. Die geringeren Dämpfungs- und Stützungseigenschaften der Schuhe führen nämlich zu einer größeren Belastung des Bewegungsapparates. Im Endeffekt kann so der positive Effekt der leichten Bauweise neutralisiert, beziehungsweise sogar ein negativer Effekt auf die Laufgeschwindigkeit provoziert werden. Außerdem steigt das Risiko für Verletzungen.

Kompromiss Lightweight-Trainer

Für viele Läufer sind deshalb leichte Trainingsschuhe, sogenannte Lightweight-Trainer die bessere Wahl – auch für den Wettkampf. Sie haben eine leichte Bauweise, verzichten aber nicht komplett auf stützende Elemente. Lightweight-Trainer, wie z.B. der Tracer von Hoka, sind deshalb für gut trainierte Läufer geeignet, denen es im Wettkampf aber nicht auf die Zehntelsekunde ankommt.

Und auch im normalen Training sind die leichten Schuhmodelle eine schöne Abwechslung für schnelle Einheiten. Während Sie in Wettkampfschuhen also zur echten Rennmaschine werden können, sind Lightweight-Trainer genau das richtige für alle Läufer, die auch im Training die Straße zur Rennstrecke machen wollen!

Die aktuellen besten Laufschuhe

Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl von aktuellen Wettkampfschuhen.

Unter der Übersichtstabelle finden Sie alle ausführlichen Testberichte. Kleines Extra: Die Preise in der Tabelle sind immer die tagesaktuellen Angebote – einfach anklicken und zum günstigsten Shop kommen.

Altra Escalante

Hersteller
Altra Escalante (Männer)

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Von allen Läufern erst kritisch beäugt, dann von einigen (eher trainierten) umso begeisterter angenommen – so das Fazit im Test. Der Altra Escalante hat eine sehr komfortable Mittelsohle und ein weiches, nahtfrei gestricktes Obermaterial. Der Laufeindruck war außerdem geprägt durch die flache Sohle: Die Ferse befindet sich auf dem gleichem Niveau wie der Vorfuß.

Asics Roadhawk FF

Hersteller
Asics Roadhawk FF (Männer)

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Der Asics Roadhawk FF ist explizit für den Wettkampf ausgelegt. Deshalb ist er mit hochwertigen Features ausgestattet, zum Beispiel mit der Flyte-Foam-Mittelsohle, die auch bei den deutlich teureren Modellen Kayano oder Dynaflyte verbaut wird. "Der Asics Roadhawk FF gibt ein extrem angenehmes Laufgefühl, Bodenkontakt und Abdruck sind sehr direkt, man fühlt sich schnell", so eine Testerin. Allerdings bietet er wenig Stabilität. Einsatzgebiet des Asics Roadhawk FF: Trainingsläufe bis hin zum schnellen Marathon mit Start aus der ersten Reihe.

Brooks Hyperion

Hersteller
Brooks Hyperion

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Wettkampfschuhe sind nicht mehr so angesagt: Die etwas milder ausgelegten Lightweight-Trainer bieten mehr Komfort und Stabilität und eignen sich damit für die meisten Läufer besser fürs Wettkampftempo. Der Hyperion ist ein echter Rennschuh - ein Modell, das kompromisslos für schnelles Laufen auf der Straße entwickelt wurde. Dennoch bietet die leichte Mittelsohle aus DNA-Schaum eine durchaus gute Dämpfung für leichtere Läufer, und das über die gesamte Länge der Mittelsohle, also auch bei Mittelfuß-Aufsatz. Dabei hat der Hyperion, der den T7 Racer ersetzt, mit 10,4 Millimetern für einen Wettkampfschuh eine relativ hohe Sprengung. Er ist auf einem speziellen, relativ schmalen Leisten gebaut und sitzt mit dem dünnen, gewebten Obermaterial wie eine zweite Haut. Zu empfehlen für ein Lauftempo von 4:30 min/km und schneller.

Nike Zoom Vaporfly 4%

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Nike Zoom Vaporfly 4%

Der Nike Zoom Vaporfly 4% ist ein Unisex-Laufschuh und der bisher effizienteste und schnellste Marathonschuh von Nike. Er ist für seine erstklassige Reaktionsfreudigkeit bekannt. Der Nike Zoom Vaporfly 4% wurde im Zusammenhang mit dem Breaking2-Projekt entwickelt und entsprechend innovativ ausgerüstet. Das Ziel: der schnellste Marathonschuh, den Nike jemals auf den Markt gebracht hat. Wie der Nike Zoom Vaporfly 4 % zu seinem Namen kam? Untersuchungen im Labor ergaben, dass der Laufschuh in puncto Laufeffizienz rund 4 % besser abschnitt als der Nike Zoom Streak 6, der bis dahin unter den Nike-Marathonschuhen als schnellster galt.

On Cloudflash

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On Cloudflash (Männer)

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Im Vergleich zum On Cloudracer sieht der Cloudflash noch schneller aus. Und tatsächlich ist der Blitz etwas für die ganz Schnellen. Die 14 Pufferelemente in der Außensohle (Clouds) sind im Vorfußbereich sehr flach (3 Millimeter) und versprechen auch unter der Ferse (12 Millimeter ) kaum Komfort. Der Schuh ist entsprechend wenig gedämpft und fordert vom Läufer einen aktiven Laufstil. Beinahe erinnert der On Cloudflash an Spikes, so direkt ist die Kraftübertragung. Auf der Straße oder der Tartanbahn macht das den Schuh schnell, für Schotter oder Matsch ist er jedoch nichts. Die Passform ist weder eng noch weit und sollte den meisten Füßen gerecht werden. Das flexible Obermaterial und die Schnürung sorgen für Komfort und Halt. Wichtig: Der On Cloudflash fällt extrem groß aus. Sie sollten ihn eine ganze bis eineinhalb Nummern kleiner als ihre normale Laufschuhgröße wählen. Fazit: Der On Cloudflash ist für leichte Läufer mit einem aktiven Laufstil geeignet. Für diese Zielgruppe ist er ein Top-Wettkampfschuh bis hin zur Halbmarathonmarke. Marathons werden wegen der wirklich sehr geringen Dämpfung wohl nur wenige Läufer darin problemlos absolvieren können.

Adidas Adizero Adios 4

Hersteller
Adidas Adizero Adios 4

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Im Grunde ist der neue Adidas Adizero Adios 4 ganz der Alte. Das Produkt-Update beschränkt sich auf Details. Unverändert sind Mittelsohle aus Boost-Material und die Continental-Außensohle, sodass das direkte und dennoch komfortable Laufgefühl bleibt. Verschwunden sind die externen Aufnäher und Nähte. Das neue Mesh-Obermaterial wirkt nun fast wie aus einem Guss und sorgt für mehr Komfort und besseren Halt. Fazit: Der Schuh ist und bleibt eine Waffe für schnelle Läufer, die auf der Straße von der 10-Kilometer- bis zur Marathon-Distanz angreifen wollen.

Skechers GoMeb Speed 5

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Skechers GoMeb Speed 5 (Frauen)

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Der Skechers GoMeb Speed 5 ist ein leichter Neutralschuh, mit dem man gut ein hohes Lauftempo auf der Straße rennen kann. Das Obermaterial aus Mesh stabilisiert und ist schön atmungsaktiv. Ein Fersenkappenpanel und die Lockdown-Schnürung erhöhen zusätzlich die Stabilität und den Halt im Schuh. Für die eingebaute Federung sorgt die verwendete Flight-Gen-Dämpfung und eine leichte, parametrische Laufsohle für Traktion.

Salming Speed 6

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Salming Speed 6

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Wer den Salming Speed 6 trägt, erregt Aufmerksamkeit. Die bunten Sohlenteile glänzen am Tag und das schwarze Obermaterial reflektiert in Regenbogenfarben Licht im Dunkeln. Für leichte, trainierte Läufer eignet sich der Speed 6 als Wettkampf und Trainingsschuh für flotte Einheiten. Er gehört zu den leichtesten und flexibelsten Schuhen im Test, hat eine flache Sohlenkonstruktion mit minimaler Sprengung, "gut, wenn man es gewohnt ist". Die für einen Wettkampfschuh recht dicke Mittelsohle (je nach Schuhgröße zwischen 25 und 29 Millimeter unter der Ferse, 18 bis 22 Millimeter unter dem Ballen) ist gut gedämpft und bringt sogar etwas Stabilität mit, vermittelt aber dennoch ein direktes Laufgefühl. Gute Verarbeitung, gute Passform, gut für schnelle Läufe. Die Verarbeitungsqualität ist ebenso wie die Passform sehr gut. Das weiche Obermaterial drückt nicht, ist allerdings recht dick, weshalb die Füße bei hohen Temperaturen spürbar warm werden. Fazit: Der Salming Speed 6 liegt genau zwischen Komfort und Schnelligkeit, ohne dabei ein Kompromiss zu sein. Vielmehr dürfte er für viele Läufer und alle Distanzen eine gute Wahl für den schnellen Schuh sein. Und: Der Schuh fällt eher klein aus, die Tester brauchten oft eine halbe Nummer größer.

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