Sommer, Sonne, Laufen! Bestimmt ist es dir auch schon aufgefallen: Kaum strahlt die Sonne hell vom Himmel, sind die Wald- und Parkwege voller als sonst – das tolle Wetter lockt die Menschen nach draußen. So schön es aber auch sein mag, in der Sonne laufen zu gehen, machen sich bei Hitze einige körperliche Veränderungen bemerkbar: Der Puls ist höher als sonst, wir schwitzen stärker und verlieren nicht nur mehr Flüssigkeit, sondern auch wertvolle Mineralstoffe. Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne vom Himmel brennt, fühlt sich das Laufen oft doppelt so anstrengend an. Doch das heißt nicht, dass du dein Training jetzt komplett einstellen musst. Im Gegenteil: Mit der richtigen Einstellung und ein paar cleveren Tricks kannst du auch bei Hitze deine Kilometer sammeln und dabei sogar Spaß haben. Laufen bei warmen Temperaturen erfordert zwar ein bisschen mehr Vorbereitung und Achtsamkeit, aber es bietet auch die Chance, deinen Körper besser kennenzulernen, mental stärker zu werden und deine Grenzen neu zu definieren.
Wir haben für dich die wichtigsten Tipps zu Training, Abkühlung, Trinken, Sonnenschutz und Kleidung zusammengestellt, die du beachten solltest, wenn das Thermometer die 25-Grad-Marke übersteigt.
Warum Laufen bei Hitze so anstrengend ist
Laufen bei Hitze stellt den Körper vor besondere Herausforderungen, da hohe Temperaturen die Thermoregulation stark beanspruchen. Während des Laufens produziert der Körper durch die Muskelaktivität erhebliche Mengen an Wärme, die normalerweise über die Haut durch Schwitzen und Verdunstung abgegeben wird, um die Körpertemperatur stabil zu halten. Vielleicht hast du es bei hohen Temperaturen schon selbst mitbekommen, dass dieser Kühlmechanismus dann weniger effektiv ist. Das liegt daran, dass die Luft bereits warm und meist auch feucht ist, wodurch der Schweiß nicht so gut verdunsten kann. Dies führt dazu, dass deine Körperkerntemperatur schneller ansteigt, was das Risiko von Überhitzung, einem Hitzschlag oder Erschöpfung erhöhen kann. Zusätzlich sorgt die vermehrte Schweißproduktion für einen schnellen Verlust von Wasser und wichtigen Elektrolyten wie Natrium und Kalium, die für die Muskelfunktion und den Flüssigkeitshaushalt essenziell sind. Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Mineralstoffersatz kann es daher leicht zu Dehydrierung und Krämpfen kommen. Auch das Herz-Kreislauf-System wird bei Hitze stärker belastet, da es gleichzeitig das Blut zu den Muskeln und zur Haut zur Kühlung pumpen muss. Diese Mehrfachbelastung führt dazu, dass das Laufen bei hohen Temperaturen als deutlich anstrengender wahrgenommen wird und die Leistungsfähigkeit erheblich sinkt, bis du dich an die Hitze akklimatisiert hast.
Welche Risiken hohe Temperaturen für Läufer bergen
Hohe Temperaturen bringen den Körper beim Laufen schnell an seine Grenzen. Der Puls steigt früher an, die Schweißproduktion läuft auf Hochtouren und die Fähigkeit, die eigene Kerntemperatur stabil zu halten, wird zunehmend eingeschränkt. Dadurch erhöht sich das Risiko für Überhitzung, Kreislaufprobleme und Leistungsabfall deutlich. Besonders kritisch wird es, wenn Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zusammenkommen – denn dann funktioniert die körpereigene Kühlung durch Verdunstung kaum noch. Wer unter solchen Bedingungen läuft, muss sein Training bewusst anpassen, um sicher und gesund zu bleiben.
Ab wann wird Laufen bei Hitze gefährlich?
Allgemein gilt, dass du dich schon ab Temperaturen über 24 Grad akklimatisieren solltest. Das heißt, dass du zunächst dein Trainingsprogramm anpassen solltest. Konkret bedeutet das: Du solltest deine Läufe vor allem langsamer absolvieren und die Distanzen ein wenig verkürzen.
Ab wann es grundsätzlich zu heiß zum Laufen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Lufttemperatur, der Luftfeuchtigkeit, der individuellen Fitness und der Gewöhnung an Hitze. Generell gilt: Temperaturen über 30 Grad Celsius stellen für viele Läuferinnen und Läufer bereits eine große Herausforderung dar, besonders wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, da dies die Kühlfunktion durch Schwitzen stark einschränkt. Bei solchen Bedingungen steigt das Risiko für Hitzestress, Kreislaufprobleme und Überhitzung deutlich an. Wenn sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit hoch ist, solltest du dein Training reduzieren, in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu laufen oder sogar ganz auf intensive Einheiten zu verzichten. Wer sich unsicher ist, sollte auf die Signale des Körpers achten: Symptome wie starke Erschöpfung, Schwindel oder Übelkeit sind Warnzeichen, dass es zu heiß zum Laufen ist und eine Pause oder eine Abkühlung dringend notwendig ist.
Warnsignale wie Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Verwirrtheit sind klare Hinweise darauf, dass du sofort abbrechen solltest. Auch wenn du erst kurz unterwegs bist, gilt: Sicherheit geht vor Ego. Bei extremen Bedingungen ist es sinnvoller, auf kühlere Tageszeiten auszuweichen oder Alternativen wie Schwimmen oder Radfahren zu wählen.
So passt du dein Lauftraining im Sommer richtig an
Hohe Temperaturen während des Trainings stellen eine zusätzliche Belastung für den Körper dar, denn bei Hitze ist er ständig damit beschäftigt, die eigene Kerntemperatur herunterzukühlen. Dafür wird das Blut vermehrt in die Haut verlagert, um so eine bessere Schweißproduktion und dadurch auch den Kühlungseffekt zu ermöglichen. Dadurch fehlt allerdings das Blut in den Muskeln, die während des Laufens natürlich mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Das Herz muss also schneller schlagen und der Puls klettert immer höher. Dementsprechend sollte man den Kreislauf also nicht noch mehr herausfordern, sondern stattdessen Umfang und Intensität verringern.
Läuferinnen und Läufer, die nach Herzfrequenzvorgaben trainieren, können sich auch weiter an die geplanten Herzfrequenzen und die Dauer der Laufeinheit halten. Allerdings wirst du merken, dass im gleichen Herzfrequenzbereich nur ein deutlich langsameres Tempo und dadurch auch eine kürzere Distanz möglich ist – aber keine Sorge: Der Trainingseffekt ist der gleiche. Das ist einer der großen Vorteile der Trainingssteuerung nach Puls.
Diese Anpassungen sind bei Hitze nötig:
- Reduziere dein Tempo. Dein Puls wird bei Hitze automatisch höher sein.
- Verkürze die Distanzen bereits ab Temperaturen von 24 Grad.
- Baue mehrere Gehpausen ein. Diese helfen dir, deine Temperatur zu senken.
- Trainiere nach Puls statt nach Pace: Im gleichen HF‑Bereich wirst du automatisch langsamer, aber der Trainingseffekt bleibt gleich.
- Wähle schattige Strecken: Waldwege, Parks oder Routen entlang von Wasserläufen.
- Laufe zu kühleren Tageszeiten.
Die beste Uhrzeit zum Laufen bei Hitze
Die beste Uhrzeit zum Laufen im Sommer ist immer dann, wenn die Umgebungstemperatur am niedrigsten ist und dein Körper weniger Energie für die Thermoregulation aufbringen muss. Zudem steigt an heißen Tagen die Ozonbelastung deutlich an. Das kann dein Training zusätzlich erschweren. Werte über dem als unbedenklich geltenden Richtwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter sind im Hochsommer keine Seltenheit. Hohe Konzentrationen äußern sich oft durch Kopfschmerzen, gereizte Atemwege oder tränende Augen, besonders bei intensiven Einheiten im Freien. Das bedeutet: frühmorgens oder spätabends.
Am angenehmsten ist es zwischen 5 und 9 Uhr morgens, wenn die Luft noch kühl ist, der Asphalt nicht aufgeheizt wurde und die UV‑Belastung minimal bleibt. Viele Läuferinnen und Läufer fühlen sich um diese Zeit besonders leistungsfähig, weil der Kreislauf noch frisch ist und die Temperaturen oft 5–10 Grad niedriger liegen als am Nachmittag. Auch die Ozonwerte sind in den frühen Morgenstunden deutlich niedriger, weshalb ein Lauf direkt nach Sonnenaufgang die beste Wahl ist.
Auch abends nach 20 oder 21 Uhr sind die Bedingungen deutlich besser. Die Sonne steht tief, die Strahlung nimmt ab und die Hitze des Tages beginnt langsam abzufallen. Allerdings kann der Boden noch lange Wärme speichern, weshalb es abends manchmal wärmer wirkt, als es tatsächlich ist.
Ungünstig sind die Stunden zwischen 11 und 18 Uhr, denn hier treffen hohe Temperaturen, starke UV‑Strahlung und aufgeheizte Oberflächen zusammen. In dieser Zeit solltest du intensive Einheiten vermeiden und nur laufen, wenn es sich nicht anders einrichten lässt – dann aber mit reduzierter Intensität, möglichst im Schatten und mit viel Vorsicht. Ein kurzer Blick auf die regionalen Ozonwerte kann dir außerdem dabei helfen, das optimale Trainingsfenster zu finden.
Richtig trinken beim Laufen im Sommer
Vor allem wegen des erhöhten Flüssigkeitsverlusts ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Und zwar nicht nur vor oder während des Laufs, sondern den ganzen Tag über. Bei Läufen über 45 Minuten sollte eine Trinkflasche oder ein Trinkrucksack fester Bestandteil der Ausrüstung sein. Am besten füllst du diesen mit einer elektrolythaltigen Flüssigkeit auf, da du beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Mineralien verlierst.
Beachte diese Trinkregeln:
- Trinke vor dem Lauf ausreichend, aber übertreibe es nicht.
- Nimm während längerer Einheiten (ab ca. 45–60 Minuten) regelmäßig kleine Mengen Wasser auf.
- Ergänze Elektrolyte, besonders bei starkem Schwitzen – Natriumverlust kann zu Krämpfen, Kopfschmerzen und Leistungsabfall führen.
- Achte auf Anzeichen von Dehydration: Durst, trockener Mund, Kopfschmerzen, Schwindel, Leistungsabfall, dunkelgelber bis bräunlicher Urin.
Welche Kleidung beim Laufen bei Hitze sinnvoll ist
Bei der Frage, was du beim Joggen in der Hitze anziehen solltest, gilt: Je luftiger, desto besser. So wird mehr Luftzirkulation ermöglicht, was angenehm kühlend wirkt. Das gilt sowohl für Klamotten als auch für die Laufschuhe.
Ansonsten eignen sich kurze und helle Klamotten, die das Sonnenlicht nicht aufnehmen, sondern reflektieren. Und wer hat, kann auch gerne zu Bekleidung mit UV-Schutz greifen, um sich vor Sonnenbrand zu schützen.
Zusätzlich solltest du dich immer vor dem Laufen eincremen. Laut Expertinnen und Experten erhöht Sonnenbrand das Risiko für Hautkrebs beträchtlich, weshalb der richtige Sonnenschutz unverzichtbar ist. Am besten darauf achten, dass der Sonnenschutz wasser- und schweißfest ist, und ihn ca. eine halbe Stunde vor dem Laufen auftragen, damit die Creme einzieht und der UV-Schutz richtig aufgebaut werden kann.
Können Läufer trotz Hitze leistungsfähig trainieren?
Leistungsfähigkeit bei Hitze bedeutet nicht, Bestzeiten zu jagen, sondern effektiv zu trainieren, ohne den Körper zu überlasten. Hier kommt es also darauf an, clever zu trainieren.
So gelingt dir das:
- Pulsorientiertes Training, das Überhitzung verhindert.
- Hitzeakklimatisation über mehrere Tage bis Wochen – der Körper lernt, effizienter zu schwitzen, und die Herzfrequenz sinkt wieder.
- Anpassung der Intensität: Intervalle können verkürzt oder in den Schatten verlegt werden, Tempodauerläufe sollten reduziert werden.
- Alternative Trainingsformen wie Indoor‑Einheiten, Aqua‑Jogging oder Radfahren an besonders heißen Tagen.
Checkliste: Das solltest du beachten, wenn du bei Hitze läufst
Wenn du bei Hitze laufen gehst, kann dir folgende Checkliste dabei helfen, gut vorbereitet in dein Training zu starten und Risikofaktoren zu minimieren.
✅ Wähle den richtigen Zeitpunkt: Laufe am besten frühmorgens oder spätabends, wenn es kühler ist.
✅ Trinke ausreichend: Achte darauf, vor dem Lauf ausreichend Wasser zu trinken, und nimm während des Laufs kleine Mengen Wasser zu dir. Das ist vor allem bei längeren Einheiten wichtig. Achte auf Anzeichen von Dehydration wie Kopfschmerzen und Schwindel. Am besten fügst du deinem Wasser Elektrolyte oder einfach etwas Salz hinzu.
✅ Trage die richtige Kleidung: Greife zu leichter, atmungsaktiver und heller Laufkleidung. Ziehe eine Kappe oder ein Stirnband auf, um dein Gesicht vor der Sonne zu schützen.
✅ Schütze Haut und Augen: Trage eine Sonnenbrille und vergiss nicht, dich mit Sonnenschutz einzucremen.
✅ Passe deine Laufintensität an: Reduziere das Tempo und die Laufdauer bei starker Hitze. Höre auf deinen Körper und mache bei Bedarf Pausen.
✅ Wähle eine passende Strecke und Umgebung: Wähle schattige Wege im Wald oder Strecken mit Wasserquellen. Vermeide Asphalt oder betonierte Flächen, da sich diese stark aufheizen können.
✅ Nimm ein Handy mit: So kannst du Hilfe rufen, wenn du deinen Lauf abbrechen musst oder gesundheitliche Probleme bekommst.
✅ Achte auf deine Ernährung: Vermeide schwere Mahlzeiten kurz vor dem Lauf. Iss lieber leicht verdauliche, energiereiche Snacks, wenn du länger laufen willst.
✅ Kühle deinen Körper: Nutze Kühlmethoden wie kaltes Wasser für deine Haare, dein Shirt oder an den Handgelenken.
❗️ Achte auf Signale deines Körpers: Dein Körper zeigt dir meist sehr deutlich, wenn es zu viel ist. Sei bei Hitze besonders achtsam mit dir und absolviere lieber ein Alternativtraining wie Spazieren, Radfahren oder Schwimmen – oder lege einen zusätzlichen Ruhetag ein.
Bei Verdacht auf Hitzschlag 112 rufen
Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich. Bemerkst du bei dir oder einer anderen Person Symptome eines Hitzschlag (z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, starke Müdigkeit, Verwirrtheit), brich sofort dein Training ab, begib dich in den Schatten und rufe sofort unter 112 den Rettungsdienst.
FAQ: Häufige Fragen zum Laufen bei Hitze
Komplett auf das Laufen zu verzichten, ist nur in extremen Situationen notwendig – etwa bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, Temperaturen über 32–35 Grad oder wenn du bereits erste Warnsignale von Überhitzung spürst. In den meisten Fällen reicht es aus, Tempo, Dauer und Intensität deutlich zu reduzieren und auf kühlere Tageszeiten auszuweichen.
Je feuchter die Luft, desto schlechter kann Schweiß verdunsten – und genau diese Verdunstung sorgt eigentlich für den kühlenden Effekt. Wenn sie ausbleibt, steigt die Körpertemperatur schneller an, der Puls erhöht sich und das subjektive Belastungsempfinden nimmt deutlich zu.
Trailrunning kann bei Hitze sowohl Vorteile als auch Risiken mit sich bringen. Der größte Vorteil ist, dass viele Trails im Grünen liegen, wo es deutlich schattiger und kühler ist. Der Boden heizt sich weniger auf als Asphalt, und die Lufttemperatur ist oft niedriger. Gleichzeitig steigt aber die körperliche Belastung durch mehr Höhenmeter. Wenn du bei Hitze in der Natur unterwegs bist, plane bei deiner Wasserversorgung einen großzügigen Puffer ein, nimm den Sonnenschutz sehr ernst und stecke für den Notfall ein voll aufgeladenes (!) Handy ein.
Die besten Strecken sind schattige, luftige und kühlere Routen wie Waldwege, baumreiche Parks, Uferwege, Strecken mit Wasserstellen sowie Schotter- oder Naturwege.
Das Laufband ist im Sommer eine sehr sinnvolle Alternative, besonders an extrem heißen Tagen – natürlich nur in kühlen oder klimatisierten Räumen. Dann bietet es konstante Bedingungen ohne Hitzerisiko.












