Trainingspartner Hund
Laufen mit Hund – immer ein treuer Begleiter

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 14.08.2026
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Joggen mit Hund: Eine Läuferin schmust nach dem Lauftraining mit ihrem Hund.
Foto: iStockphoto

Hunde sind treue Begleiter. Ist auch bei dir ein neuer Vierbeiner eingezogen, oder denkst du darüber nach, dir einen Hund zuzulegen? In vielen Fällen wird er dich auch bei deinem Lauftraining gern begleiten. Nicht nur, aber besonders für Frauen kann ein Hund als Laufpartner zudem ein sicheres Gefühl vermitteln. Einige Läuferinnen fühlen sich alleine unsicher, vor allem abends in abgelegenen Gegenden. Ein Hund kann bei solchen Läufen Sicherheit und Schutz bieten.

In diesem Artikel erfährst du alles übers Laufen mit Hund, worauf du achten solltest und die besten Tipps, damit es noch besser läuft.

Ab welchem Alter kann ich mit meinem Hund joggen?

Überfordere deinen jungen Hund nicht mit dem Laufen und nimm ihn erst mit, wenn er ausgewachsen ist. Das Lauftraining mit Welpen ist tabu, weil sich der Knochen- und Muskelaufbau noch im Entstehen befindet; auch kurze Strecken überfordern Welpen. Abhängig von der Rasse sind die Tiere erst mit acht Monaten bis zwei Jahren voll belastbar, ab diesem Alter kannst du das Laufen mit ihnen üben. Alte Hunde solltest du ebenfalls nicht zum Lauftraining mitnehmen. Wenn du dir unsicher bist, frage zuvor deine Tierärztin oder deinen Tierarzt nach einer Empfehlung für den gemeinsamen Laufstart.

Was kann ich stattdessen mit einem Welpen machen?

Da Ausdauersport und langes Joggen für Welpen tabu sind, liegt der Fokus in den ersten Monaten auf dem geistigen und emotionalen Fundament. Ein Welpe muss in erster Linie lernen, sich in unserer Welt zurechtzufinden, Reize zu verarbeiten und eine vertrauensvolle Bindung zu dir aufzubauen. Statt kilometerlanger Strecken solltest du deine Zeit und Energie in die Grunderziehung, Sozialisierung und die kognitive Arbeit legen.

Grunderziehung & Umweltreize

In der Welpenzeit geht es vor allem darum, das Selbstbewusstsein und die Motorik deines Hundes zu stärken. Gewöhne ihn bei kurzen Entdeckungstouren spielerisch an unterschiedliche Untergründe wie Kies, Gitter oder Wiesen und lass ihn alltägliche Reize wie Fahrräder, Autos oder Jogger stressfrei kennenlernen. Genauso wichtig ist das Erlernen von Ruhe: Einfach gemeinsam auf einer Parkbank zu sitzen und das Geschehen zu beobachten, legt den Grundstein für einen später tiefenentspannten Laufpartner.

Hundeschule & Leinenführigkeit

Der Besuch einer kompetenten Hundeschule bietet den idealen Rahmen, um das Fundament für spätere Laufrunden zu legen. Hier lernt dein Welpe von Anfang an, dass die Leine stets locker durchhängen sollte, was dir spätere Zerrereien beim Joggen erspart. Zudem schult das gemeinsame Training den Blickkontakt und die Orientierung an dir, während dein Hund gleichzeitig lernt, auch bei der Ablenkung durch andere Artgenossen gelassen zu bleiben.

Kognitive Auslastung

Die Kopfarbeit lastet nicht nur junge Hunde viel nachhaltiger und gesünder aus als stures Ausdauertraining. Nutze das Hauptsinnesorgan deines Welpen und fordere ihn mit kleinen Schnüffel- und Suchspielen im Gras oder im Haus. Auch kurze, spielerische Übungen für die Grundkommandos oder leichte Intelligenzspielzeuge fordern das Gehirn optimal – halte diese Einheiten jedoch immer kurz, um das junge Gehirn nicht zu überfordern.

Ist Joggen gesund für meinen Hund – und für welche Hunde passt es (nicht)?

Hunde lieben in der Regel Bewegung, sie benötigen viel Auslauf. Aber wie bei uns Menschen ist nicht jeder zum langen Ausdauerlauf geboren. Der eine ist ein guter Sprinter, aber auf längeren Strecken schnell erschöpft. Der andere läuft wie ein Motor und wieder ein anderer zieht gemütliche Spaziergänge dem Jogging vor. Auch wenn du den idealen Laufhund findest, wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis ihr beide als harmonisches Lauf-Duo zusammenwachst. Denn dein Hund benötigt Zeit, um sich an das Laufen mit dir zu gewöhnen. Doch habt ihr euch erst einmal aufeinander eingestimmt, kann der vierbeinige Begleiter für Sie Trainingsansporn und Motivator sein.

Nicht alle Hunderassen sind gleichermaßen als Trainingspartner geeignet. Größere, schlanke Hunde wie Labradore, Schäferhunde, Windhunde, Dalmatiner, Huskys und Border Collies sind meist sehr lauffreudig. Auch Terrier und Pudel sind Energiebündel. Kurzbeinige Hunde mit einem eher breiten Körperbau wie Mopse und Bulldoggen sind eher keine Läufer und können zudem Probleme mit der Atmung bekommen.

Es gibt rund 350 verschiedene Hunderassen. Wenn du dich noch nicht mit Hunden auskennst, empfehlen wir dir, dich über die Eigenschaften der verschiedenen Rassen zu informieren. Dies gilt auch für Mischlinge. Auf der Webseite des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) kannst du herausfinden, welche Rassen gern laufen und auch sonst bezüglich der Charaktermerkmale zu dir passen.

Wenn du dich generell noch in der Orientierungsphase befindest, stelle dir auch die Frage, ob du dich eher für einen ausgewachsenen Hund (der bereits eine Hundeschule besuchte) oder einen neugeborenen Welpen entscheiden möchtest. Um herauszufinden, wie es sich anfühlt, mit einem Hund zu laufen, ist es hilfreich, wenn du zuvor mit Lauffreunden, die bereits mit Hund trainieren, auf Probe mitläufst.

Welche Ausrüstung benötige ich zum Joggen mit Hund?

Zum Einüben des gleichmäßigen gemeinsamen Laufens empfiehlt es sich, mit dem passenden Equipment zu laufen – und zwar im besten Fall mit einem Brustgeschirr für den Hund und einer Leine mit Hüftgurt für dich. Wenn du sicher bist, dass der Hund dir und deinen Kommandos zuverlässig folgt, kannst du den Hund freilaufen lassen – sofern erlaubt.

So trainierst du das Joggen mit deinem Hund (Schritt für Schritt)

Genauso wie du nicht ohne Vorbereitung einen Marathon läufst, muss auch dein Hund langsam aufgebaut werden.

  1. Signalwörter & Kommandos beibringen: Bring deinem Hund grundlegende Kommandos bei. Wichtig für eure Laufrunde sind feste Signale wie „Weiter“, „Langsam“, „Stopp“ sowie Richtungsanweisungen.
  2. Beginne mit einer Mischung aus Laufen und Gehen. Z. B. 2 Minuten zügiges Gehen, 1 Minute Trabtempo. Steigere die Jogging-Phasen Woche für Woche langsam, damit sich Sehnen, Bänder und die Pfoten an die Belastung gewöhnen können.
  3. Das richtige Tempo finden: Das Tempo richtet sich immer nach dem Hund, nicht nach deinem Trainingsplan. Beobachte sein natürliches Trabtempo. Ein gleichmäßiger Trab ist die schonendste Bewegungsform für den Hundekörper.

7 Tipps zum Laufen mit Hund

Die folgenden Tipps helfen dir und deinem Vierbeiner dabei, den Einstieg ins Laufen zu finden und ohne große Reibungspunkte eure Laufrunden zu absolvieren.

1

Nicht mit vollem Magen laufen gehen

2

Ablenkung zu Beginn und zwischendurch erlauben

3

Belohnung ist wichtig

4

Den richtigen Untergrund wählen

5

Trinken nicht vergessen

6

Gib deinem Hund Pausen

7

Vermeide Stress und bleibe flexibel

Wie schnell und wie lang kann ich mit meinem Hund laufen?

Bestimme grundsätzlich du das Tempo und nicht dein Hund durch Ziehen an der Leine. Meistens ist er nämlich viel schneller als du. Beobachte sein normales Trabtempo und finde einen guten Kompromiss für euch beide. Lasst euch Zeit, euch aufeinander einzustellen, dann findet sich das ideale Lauftempo von ganz alleine. Sieh es entspannt: Locker-regenerative Läufe sind perfekt zusammen, strammes Intervall- oder Tempotraining machst du besser solo. Baue die Laufstrecke Schritt für Schritt aus. Bedenke dabei: Läuft dein Hund frei, legt er durch Stöbern und Flitzen deutlich mehr Kilometer zurück als du. Berücksichtige das unbedingt bei der Dauer eures Trainings.

Wie oft kann ich mit meinem Hund joggen?

Das hängt ganz von deinem Leistungsniveau und deinen Zielen ab. Läufst du eher spontan und nach Gefühl zwei- bis dreimal die Woche, kann dein Hund dich meistens begleiten. Folgst du hingegen einem festen Trainingsplan für ein Wettkampfziel, nimmst du ihn am besten nur zu den lockeren, kürzeren Läufen mit. Wichtig: Auch wenn ihr zusammen joggt, ersetzt das nicht das tägliche Gassigehen – deine Fellnase muss trotzdem drei- bis fünfmal am Tag raus.

Bei welchen Temperaturen sollte ich nicht mit meinem Hund joggen?

Hunde können mit Hitze sehr viel schlechter umgehen als Menschen, da sie die Temperatur nicht durch Schwitzen regulieren können. Sie regulieren die Temperatur über das Hecheln mittels der Zunge. Meide daher im Sommer zu lange Läufe und bevorzuge die kühlen Morgenstunden für eine gemeinsame Laufrunde.

In der Sommerhitze Asphalt meiden

Läufe in praller Sonne auf Asphalt solltest du vermeiden, denn die Straßen heizen sich dann schnell auf, was für die Pfoten deines Hundes gefährlich werden kann. Suche besser schattige Strecken im Wald aus.

Bei Minusgraden ist die Pfoten-Pflege besonders wichtig

Nicht nur Hitze, sondern auch eisige Kälte kann deinem Vierbeiner schaden. Streusalz und -kies können seinen Pfoten Schmerzen zufügen. Spitze Gegenstände sind schädlich für die Pfoten, besonders wenn die Haut im Winter schon Risse aufweist. Kontrolliere nach einem Winterlauf die Pfoten ganz genau und schmiere, falls nötig, die Ballen anschließend mit fetthaltiger Salbe ein, etwa mit Vaseline (hierzu fragst du am besten deinen Tierarzt). Wenn der Hund stark zittert und seinen Schwanz einzieht, sind dies Zeichen, dass er friert. Drehe an sehr kalten Tagen nur kleine Runden mit deinem Hund.

FAQ: Laufen mit Hund

Fazit