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KEF Mu3: In-Ear-Kopfhörer für Anspruchsvolle

True-Wireless-Kopfhörer Handschmeichler mit Schmeichel-Sound

Der Lautsprecherhersteller KEF präsentiert einen In-Ear-Kopfhörer mit herausragendem Klang und außergewöhnlichem Design.

Man kann es unmöglich ignorieren: Das hervorstechendste und vom Hersteller vorrangig angepriesene Merkmal dieser Kopfhörer ist ihr Design. Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Die kleinen Knöpfe sehen nicht nur gut aus, sondern taugen wirklich etwas. Der renommierte britische Lautsprecherhersteller KEF hat schon öfter mit dem berühmten Designer Ross Lovegrove zusammengearbeitet, der sich durch Entwürfe unter anderem für Apple und Sony (Walkman) einen legendären Ruf erworben hat. Bekannt ist er für organisch gewölbte Formen ohne Ecken und Kanten – und genau solche finden sich auch bei den Mu3-Hörern wieder. Aber wie machen sich die Schönlinge im Praxistest?

Gutes Design ist mehr als nur schön

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Schon das Ladeetui ist nicht nur nett anzusehen, sondern obendrein ein echter Handschmeichler – schade nur, dass es nicht wirklich aus Metall ist, obwohl es so aussieht. Gestaltung und Verarbeitung sind bis ins kleinste Detail liebevoll und durchdacht. Auch die Stöpsel selbst fühlen sich durch ihre besondere Form nicht nur in den Fingern schön an, sondern sind auch ergonomisch eine Wohltat: Wenn man sie ins Ohr drückt, stehen daraus nicht hervor, sondern füllen es raffiniert aus und stützen sich darin ab. Dadurch, dass der Massenmittelpunkt sehr günstig im Ohr liegt statt am Rand oder gar außerhalb des Ohrs, entstehen beim Laufen nur sehr geringe Hebelkräfte, die zum Herausfallen führen könnten. Mit den vier im Lieferumfang enthaltenen Silikon-Ohrstöpsel-Paaren unterschiedlicher Größe lässt sich der Sitz individuell anpassen. Im Test saßen die Knöpfe bombenfest und störten auch nach längerer Zeit nicht im Geringsten.

Richtige Knöpfe statt Touchen

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Entgegen dem Trend zu Touch-Bedienflächen selbst auf noch so kleinen Knopfhörern, setzt KEF dankenswerterweise auf physische Knöpfe mit hörbarem Klick und spürbarem Drückgefühl als Rückmeldung. Mit einfachem oder zweifachem Drücken bzw. Halten des linken bzw. rechten Knopfs lassen sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit alle Funktionen bequem bedienen. Ungewöhnlich in dieser Zeit: Eine App zur individuellen Anpassung des Klangs gibt es nicht. Da es an diesem nicht viel zu verbessern gibt, vermisst man dies aber auch nicht unbedingt.

Den ganzen Tag Musik hören

Mit einer Akkuladung erreicht man bis zu neun Stunden ununterbrochener Musikwiedergabe. Damit liegen die KEF-Hörer unter den True-Wireless-Stöpseln ganz vorn. Durch Aufladen in der formschönen Ladeschatulle lässt sich die Laufzeit um weitere 15 Stunden verlängern – ebenfalls ein sehr guter Wert. Noch besser: Schon fünf Minuten Nachladen bringen laut Hersteller eine Spielzeit von einer weiteren Stunde.

Begeisternder Klang

Die britische Hi-Fi-Schmiede KEF hat schon mit dem WLAN-Lautsprecher LS 50 gezeigt, dass sie auch mit neuesten Technologien umgehen kann. Nun haben die Soundtüftler anlässlich der Entwicklung ihrer ersten kabellosen In-Ear-Kopfhörer ihr ganzes Know-how in die Miniaturisierung der Schallerzeugung gesteckt. Das Ergebnis ist ein warmer, voller, aber vor allem sehr klarer Klang, wie man ihn in dieser Produktkategorie noch nicht gehört hat. Es dröhnt nicht, es kreischt nicht, es scheppert nicht – der Sound schmeichelt und betört einfach. Die Höhen sind klar, die Mitten detaillreich und präzise und der Bass weder übertrieben noch dumpf verkleistert. Das macht Laune.

Brauchen Kopfhörer eine App?

Im Gegensatz zum herausragenden Klang ist die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) nicht ganz so wirkungsvoll wie bei manch anderen Herstellern. KEF verfolgt hier wohl eine eher zurückhaltende Philosophie, um nicht zu viele Details der Musik zu verlieren. Wie viel Umgebungslärm man wahrnehmen oder ausblenden möchte, ist aber auch Geschmackssache. Beim Mu3 gibt es drei Wahlmöglichkeiten, durch die man sich mit je einem weiteren Knopfdruck durchklicken kann: ANC ein, aus und Umgebungsmodus ein ("Transparency": Umgebungsgeräusche durchlassen). Wie gesagt: Eine App zur Feineinstellung von Klang oder Geräuschunterdrückung gibt es nicht. Manche werden das vermissen, manche als Segen empfinden.

Fazit: So macht Musikhören Spaß

Die Mu3-Kopfhörer von Keff rechtfertigen ihren etwas höheren Preis mit zwei echten Trümpfen. Erstens durch ihren Klang, der sie deutlich aus der Masse der In-Ear-Kopfhörer heraushebt, die oft schlecht, manchmal sehr ordentlich, aber fast nie begeisternd klingen. Und zweitens durch das Design. Dies ist zwar ein Punkt, über den sich vermeintlich streiten lässt, nicht aber, wenn es wie hier auf höchstem Niveau nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional bis ins Detail durchdacht ist. Da auch die einfache Bedienung und die lange Akkulaufzeit überzeugen, fällt das Fazit äußerst positiv aus: Das sind Kopfhörer, die begeistern.

Schutzklasse: IPX5 = spritzwassergeschützt gegen Regen

Bluetooth: Ja, Bluetooth 5.0

Akkulaufzeit: 9 Stunden, mit Nachladen in der Ladeschale bis zu 24 Stunden

Headset-Funktion: Ja

Noise-Cancelling: ja, umschaltbar auf Umgebungsmodus

Besonderheiten: keine App zur Einrichtung oder zur individuellen Anpassung des Sounds (kann man als Vor- oder Nachteil sehen); keine Sensoren zur automatischen Beendigung der Musikwiedergabe, sobald man die Stöpsel aus dem Ohr nimmt

Gewicht: je 5,8 g (Ohrhörer), 46,8 g (Ladeschale)

UVP: 229 Euro

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