Stundenrennen und 1.000-Meter-Lauf Drei Weltrekordversuche in Brüssel

Mo Farah, Sifan Hassan, Brigid Kosgei – das anstehende Rennen in Brüssel am 4. September 2020 ist hochkarätig besetzt.

Das bezüglich der Lauf-Wettbewerbe bisher bestbesetzte Leichtathletik-Meeting des Jahres 2020 findet am Abend des 4. September statt: In Brüssel werden an diesem Freitag gleich drei Weltrekorde angegriffen. Auf dem Programm stehen unter anderem Stundenrennen für Männer und Frauen sowie ein 1.000-Meter-Lauf der Frauen. Das Lauf-Spektakel im König-Baudouin-Stadion wird dabei vor leeren Rängen stattfinden, denn die Veranstalter hatten sich angesichts der Unsicherheiten aufgrund der Coronavirus-Pandemie Ende Juli entschieden, ohne Zuschauer zu planen.

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Mo Farah beim Chicago-Marathon im Jahr 2019.

Farah greift Gebrselassies Weltrekord im Stundenrennen an

Mo Farah will den 13 Jahre alten Weltrekord von Haile Gebrselassie angreifen. Im selten veranstalteten Stundenrennen hatte der äthiopische Superstar Gebrselassie 2007 in Ostrava eine Distanz von 21.285 Meter erreicht. Der Brite Farah, Olympiasieger über 5.000 und 10.000 Meter, der sich in den letzten Jahren auf den Marathon konzentrierte, jedoch zuletzt wieder die 10.000 Meter in den Mittelpunkt stellte, ist noch nie ein Stundenrennen gelaufen. „Es wird wichtig sein, ein konstantes Tempo zu laufen. Ich freue mich auf Brüssel, alles ist möglich“, sagt Mo Farah, der im Halbmarathon mit 59:32 Minuten zeitweilig Europarekordler war. Ziemlich genau dieses Tempo ist nötig, um die Zeit von Haile Gebrselassie zu knacken. Für Mo Farah wird es das erste Rennen des Jahres sein.

Sondre Moen verzichtet kurzfristig auf Start

Zumindest den Europarekord sollte Mo Farah in Brüssel brechen. Der Norweger Sondre Moen war in Kristiansand vor rund einem Monat eine Distanz von 21.132 Metern gelaufen – jedoch wurde dieser Rekord nicht offiziell anerkannt, da Sondre Moen Schuhe trug, die nur auf der Straße und nicht auf der Bahn zugelassen sind. Bei Bahnrennen darf die Sohlendicke 25 Millimeter nicht überschreiten. So ist nach wie vor Jos Hermens (Niederlande), der seit Jahrzehnten als Athleten-Manager tätig ist, der Stundenlauf-Europarekordler. Er war 1976 in Arnheim 20.944 Meter gelaufen. Während Sondre Moen kurzfristig auf einen Start in Brüssel verzichtete, um sich voll auf das Training für den London-Marathon in einem Monat zu konzentrieren, wird am Freitag unter anderen Bashir Abdi (Belgien) am Start sein. Er ist Trainingspartner von Mo Farah.

Sifan Hassan hat bei den Frauen den Weltrekord im Blick, Kosgei ebenfalls am Start

Im Stundenrennen der Frauen will die Holländerin Sifan Hassan den Weltrekord brechen. Hier steht die Bestmarke, die die Äthiopierin Dire Tune 2008 in Ostrava aufstellte, bei 18.517 Metern. Allerdings hat die Halbmarathon-Europarekordlerin Hassan, die über diese Distanz 2018 eine Zeit von 65:15 Minuten erreichte, kurzfristig eine sehr starke Konkurrentin bekommen. Denn nachgemeldet hat Brigid Kosgei.

Die Kenianerin ist die Marathon-Weltrekordlerin mit 2:14:04. Ihre Halbmarathonzeit ist zudem mit 64:49 noch etwas schneller als die von Hassan. Sollte es in einem engen Rennen zu einer Spurt-Entscheidung kommen, könnte aber die aus Äthiopien stammende Holländerin Hassan die besseren Karten haben, denn sie ist über die kürzeren Distanzen schneller als Kosgei. Generell bleibt aber abzuwarten, in welcher Form die Athleten aufgrund der langen Wettkampfpausen sein werden.

1.000-Meter-Distanz: Kipyegon jagt Masterkovas Rekord

Absolute Topform nachgewiesen hat vor wenigen Wochen Faith Kipyegon. Die kenianische 1.500-Meter-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin schrammte beim Leichtathletik-Meeting in Monte Carlo über die 1.000-Meter-Distanz mit einer Zeit von 2:29,15 Minuten nur um 17 Hundertstelsekunden am Weltrekord vorbei. Diese Bestzeit hält die Russin Svetlana Masterkova, die 1996 in Brüssel 2:28,98 erreichte. Nun wird Faith Kipyegon am Freitag einen neuen Rekordversuch über die ebenfalls sehr selten gelaufene Distanz starten. „Ich gehe mit viel Zuversicht in das Rennen in Brüssel“, sagte die 26-jährige Kenianerin.

Anna Hahner und Lisa Hahner
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