Vienna City Marathon / Leo Hagen

Deutschland und Nachbarländer Erste Lauf-Veranstaltungen wieder möglich

Während die großen Straßenläufe weiterhin abgesagt werden, gibt es bereits wieder öfter grünes Licht für kleinere Rennen. In deutschen Nachbarländern fanden sogar erste mittelgroße Veranstaltungen mit rund 2.000 Teilnehmern statt.

Die großen Straßenläufe liegen nach wie vor brach, und es ist derzeit nicht abzusehen, wann sich diese Situation ändern könnte. Bei kleineren Rennen gab es dagegen in den letzten zwei Monaten schon den einen oder anderen Lichtblick. Mittelgroße Wettkämpfe in den deutschen Nachbarländern liefen offenbar problemlos mit entsprechenden Hygiene-Konzepten. Zudem gibt es neue Initiativen. So findet in Wien die „Pop-up-Run“-Serie des Vienna City Marathons statt, und in Prag veranstalteten die Organisatoren des Marathons ein Rennen auf dem Flughafen.

30-Kilometer-Lauf mit 12.600 Teilnehmern in München geplant

In Deutschland gibt es noch zwei große Herbst-Rennen im Kalender, die bisher nicht abgesagt wurden: Während beim Marathon-Klassiker in Frankfurt jedoch alles auf einen Ausfall des für den 25. Oktober geplanten Laufes hindeutet, haben die Veranstalter des München-Marathons ihr Konzept geändert. Sie planen für den 11. Oktober ein Rennen über 30 Kilometer mit maximal 12.600 Teilnehmern. Es ist aber noch nicht entschieden, ob die Veranstaltung genehmigt wird.

Veranstaltungen in Dresden, Berlin, Davos und am Reschensee

Bereits am 7. Juni fand in Berlin der erste deutsche Straßenlauf seit Beginn der Coronavirus-Pandemie statt. Bei dem 10-Kilometer-Rennen starteten allerdings lediglich ein paar Dutzend Elite-Athleten. Immerhin war dies nach rund einem Vierteljahr offenbar der erste 10-Kilometer-Lauf weltweit. In Dresden fand dann zwei Wochen später der „Restart Run“ mit bereits 500 Teilnehmern statt. Der dortige Veranstalter plant nun nach Absprache mit den Behörden am 23. August ein zweites Rennen. Hier sollen zu sechs verschiedenen Startzeiten insgesamt 1.800 Läufer über Distanzen von 7,2 und 10 Kilometern an den Start gehen.

Mit rund 1.000 Teilnehmern und einem Hygienekonzept planen die Veranstalter in Altötting (Bayern), die am 13. September 2020 einen Halbmarathon und ein 6-Kilometer-Rennen starten wollen. Hier laufen die Vorbereitungen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. Am 18. Juli fand der Reschensee-Lauf in Südtirol (Italien) statt. Hierbei konnten die 2.000 Teilnehmer individuell zwischen 7 und 19 Uhr auf der 15,3 Kilometer langen Strecke starten. In der Schweiz konnte währenddessen auch der traditionsreiche Swiss Alpine Marathon in Davos Ende Juli gestartet werden. Bei der 35. Auflage des Hochgebirgs-Rennens mit Distanzen von 10 bis 67 Kilometern beteiligten sich knapp 2.000 Teilnehmer an zwei Tagen. Die Veranstalter hatten Blockstarts mit jeweils rund 300 Läufern organisiert.

5-Kilometer-Läufe in Wien auf der Eliud-Kipchoge-Strecke

In Österreich starteten die Veranstalter des Vienna City Marathons (VCM) am 15. Juli ihren ersten „Pop up Run“. Rund 250 Läufer rannten auf der Hauptallee des Prater-Parks über 5 Kilometer. Dabei gab es verschiedene Startzeiten, so dass nicht mehr als 50 Athleten in einem Rennen waren. Wer beim „Pop up Run“ teilnimmt, wandelt auf sporthistorischen Spuren. Denn Start und Ziel dieses Laufes, der am 12. August seine zweite Auflage erleben soll, ist genau dort, wo Kenias Ausnahmeläufer Eliud Kipchoge im vergangenen Oktober die Zwei-Stunden-Barriere im Marathon durchbrochen hatte.

„Nach langer Corona-Event-Pause gab es mit den Lockerungsverordnungen die Chance, kleine Läufe wieder durchzuführen. Deshalb wollten wir veranstalten, um zu motivieren und der Lauf-Community ein Angebot zu machen. Die Idee und der Lauf sind ,aufgepoppt’. Wir organisieren so, wie es aufgrund der aktuellen Regelungen eben möglich ist. Wir freuen uns darauf, den nächsten Lauf ,aufpoppen’ zu lassen“, sagte VCM-Geschäftsführer Gerhard Wehr. „Wir haben ein Konzept vorgelegt, das ohne Änderung von Seiten der Behörden akzeptiert und genehmigt wurde.

2.674 Läufer bei Rennen in Prag

Der Kernpunkt war die Aufteilung des Starterfeldes in mehrere Intervalle zu je 15 Minuten mit freier Wahl des Startzeitpunkts für die einzelnen Läuferinnen und Läufer. Zudem gab es Markierungen auf der Hauptallee, um bei der Startaufstellung den Abstand einhalten zu können. Alle anderen Maßnahmen ergeben sich aus den generellen Covid-19-Regeln.“ Für die zweite Auflage des „Pop up Run“ am 12. August stehen derzeit noch ein paar Dutzend Startplätze zur Verfügung. Die Organisatoren planen zudem weitere Rennen im September.

Den zu großen Teilen aufgrund der Corona-Krise lahm gelegten Flughafen nutzten währenddessen die Veranstalter des Prag-Marathons für ein Rennen über 3 beziehungsweise 5 Kilometer: Am 18. und 19. Juli starteten dort insgesamt 2.674 Läufer. „Das Rennen hat bewiesen, dass die Athleten darauf brennen, wieder an den Start gehen zu können. Wir wollen zeigen, dass dies sicher möglich ist“, sagte Chef-Organisator Carlo Capalbo.

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