Josef Rüter
Reschenseelauf 2019
Reschenseelauf 2019
Reschenseelauf 2019
Reschenseelauf 2019 150 Bilder

Reschenseelauf 2019 Im Fackelschein um den Reschensee

Zum 20. Jubiläum wurde der Reschenseelauf als Nachtlauf ausgetragen. Über 2.000 Fackeln leuchteten den Läufern den Weg.

Die Menschen in der Region lieben ihren Reschenseelauf. Kein Wunder! So liebevoll organisiert ist die Laufveranstaltung in Südtirol vom Rennerteam Vinschgau um Organisationschef Gerald Burger. Mit wem man auch spricht, ob mit dem Pizzabäcker oder der Sennerin - kommt das Gespräch auf den Reschenseelauf, die größte Laufveranstaltung in Südtirol, bekommen alle leuchtende Augen. Die Chefin meiner Pension läuft dieses Jahr bereits zum 19. Mal mit - nur einmal in der Babypause setzte sie aus. Zur Jubiläumsausgabe am Samstag, den 13. Juli meldeten sich über 4.000 Teilnehmer, die meisten für den Hauptlauf über 15,3 Kilometer einmal um den Reschensee. Daneben gab es Wertungen für Bambinis, Nordic Walking, Special Olympics und Handbike. 500 freiwillige Helfer mühen sich um das Wohl der Sportler.

Für runnersworld.de war unser Fotograf Josef Rüter beim Reschenseelauf 2019 vor Ort. Seine schönsten Impressionen von der Jubiläums-Ausgabe finden Sie in der Bildergalerie ober- sowie unterhalb dieses Artikels.

Vor dem Start zum Hauptlauf zum Einbruch der Dunkelheit um 21:30 Uhr herrscht bereits den ganzen Tag Trubel im Startbereich. In der Expo gibt es nicht nur Lauf-Ausrüstung, sondern auch allerlei regionale Spezialitäten: Käse, Wurst und Schinken, Apfelsaft, Honig, Wein, Öle und Likore. Kinder (und Erwachsene) vergnügen sich in einem Spielbereich mit vielen, teils selbstgebauten Spielgeräten. In einem riesigen Festzelt mit hunderten Bierzeltgarnituren stärken sich Läufer und Zuschauer mit deftigen Gerichten oder selbstgemachten Kuchen, in Windeseile am Tisch serviert von zig Freiwilligen des Rennerteams. Am späten Nachmittag starten Kinder, Walker, Special Olympics und Handbike. Die Hauptlauf-Teilnehmer müssen sich noch gedulden, bei Temperaturen unter 10 Grad gilt es sich warm zu halten. Immerhin regnet es nicht. Doch das Warten sollte sich lohnen.

Ganz besondere Atmosphäre auf der Strecke des Reschenseelaufs 2019

Schon die Startaufstellung um halb zehn abends ist spektakulär. In einem gesperrten Autotunnel warten die Läufer auf ihren Startschuss. Die Musik dröhnt, die Läufer klatschen im Takt, bunte Scheinwerfer leuchten. Vor dem Tunnel geht's los. Leuchtende Einhörner und Fabelwesen feuern die Läufer an, hunderte Zuschauer ebenfalls. Feuerfontänen sprühen, die Menge setzt sich in Bewegung. Die Strecke ist denkbar einfach, einmal rechts herum um den Reschensee, anfangs auf der gesperrten Straße, dann auf Rad- und Fußwegen direkt am See entlang. Etwa alle 10 Meter brennt eine Fackel und taucht die Strecke in ein warmes, rötliches Licht. Besonders schön ist das auf der gegenüberliegenden Seite, im Wald, und dann, wenn man mal nicht im Läuferpulk rennt. Denn viele laufen mit Stirnlampen, deren weißes LED-Licht den Fackelschein teilweise aussticht. Ob es auch ganz ohne elektrische Beleuchtung gegangen wäre? Einen Versuch wäre es wert gewesen, zumal der Untergrund fast durchgängig gut asphaltiert war, ansonsten ordentlich geschottert.

Konstantin Wedel läuft beim Reschenseelauf 2019 in Rekordzeit zum Sieg

Am schnellsten ins Ziel kommt am Ende Konstantin Wedel von der Bäckerei Angerer / LG Telis Finanz Regensburg. Kurz vor dem Ziel kann er sich auf einem eigens durch das Festzelt gebauten Laufsteg feiern lassen, bevor er in neuer Streckenrekordzeit von 47:23 Minuten mit zwei Minuten Vorsprung ins Ziel stürmt. Bei den Frauen gewinnt Simone Raatz in 56:08 Minuten vor Kathrin Hanspeter (56:34) und Anne Kesselring (57:48). Die weiteren Treppchenplätze bei den Männern gehen an Jaiteh Ousman (49:23) und Emanuele Repetto. Doch auch alle weiteren Läufer werden im Festzelt gefeiert, nachdem sie sich auf den letzten Kilometern der Strecke am beleuchteten Wahrzeichen des Reschensees orientieren konnten, dem berühmten Turm der Pfarrkirche St. Katharina aus dem Jahr 1357. Er durfte 1950 als einziges Gebäude bei der Flutung des Stausees stehen bleiben, dem Denkmalschutz sei Dank. Ein kleines Ärgernis nach dem Zieleinlauf ist das heillose Chaos bei der Getränke- und Verpflegungsausgabe im Zielbereich. Doch spätestens als man nach der heißen Dusche das grandiose Feuerwerk über dem See bestaunt, kann man seinen Reschenseelauf einfach nur noch lieben.

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